#51 Svenja Tilly, wie gehören Angst und der Reitersitz zusammen?

Shownotes

Svenja Tilly von Reiten im Einklang hat uns bei Psycholohü besucht, um über Angstreiter*innen und die Bedeutung des Sitzes zu sprechen. Sie bringt viel Fachwissen mit und zeigt uns die körperliche Seite von Angst auf. Außerdem sprechen wir über den Nutzen von Reitsimulatoren in der Sitzschulung und Angstbekämpfung.

Die erwähnte Folge mit Malu Abbink von EquipsychDie erwähnte Folge mit Sarah Töws zur BewegungsharmonieUnsere Folge zum Thema Angst

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Transkript anzeigen

00:00:05: Psycholohü, der Podcast über Pferde und Psychologie.

00:00:08: Wir sind Carina Warnstädt, Psychologin und Begleitung für Menschen mit

00:00:11: chronisch kranken Pferden.

00:00:12: Und Lea Schneider, Virtuelle Assistenz für Selbstständige in der Pferdebranche

00:00:16: und Pferdeverhaltens-Trainerin.

00:00:18: Wir nehmen dich mit in unsere Gedanken zu verschiedenen Themen aus dem Bereich

00:00:21: Pferd-Mensch-Beziehung und in spannende Interviews zu den Themen

00:00:25: Pferde und Psychologie.

00:00:30: Hallo und herzlich willkommen zu dieser Folge von Psycholohü, die Erste

00:00:35: in diesem Jahr mit einem Gast.

00:00:37: Und an diesen Gast würde ich auch direkt mal übergeben und sagen: Stell

00:00:40: dich doch gerne mal kurz vor.

00:00:43: Hallo, vielen Dank für die Einladung zum Podcast.

00:00:46: Mein Name ist Svenja Tilly.

00:00:47: Ich bin Expertin zum Thema Sitz und Angst beim Reiten, habe mich da

00:00:54: drauf spezialisiert, weil ich im Grunde das jetzt unterrichte, was ich früher in

00:00:58: meiner in meiner Anfangszeit als Reitschüler vermisst habe und habe auch

00:01:03: festgestellt, dass man darüber auch viel Tierschutz und Menschenschutz, wenn ich es

00:01:08: jetzt mal tun kann, weil durch diese Aufklärung der Missverständnisse

00:01:13: erst gutes Reiten entstehen kann.

00:01:15: Ja, voll.

00:01:16: Ich finde die Kombination auch einfach super spannend, die du da mitbringst.

00:01:20: Vielleicht als Kontext: Wir haben uns ja auf der Reitsportmesse Gießen

00:01:23: kennengelernt und sind da so ein bisschen ins Gespräch

00:01:27: gekommen, weil wir ja doch ein bisschen auch ähnliche Themen mitbringen,

00:01:29: also dieses Angst-Thema.

00:01:32: Ja, von mir eben aus der Psychologie ist das natürlich spannend und du hast es

00:01:36: jetzt halt direkt am Reiter plus eben noch das Sitzthema.

00:01:40: Du hast gerade schon so ein bisschen gesagt, was dein Hintergrund ist.

00:01:43: Hat es irgendwie auch eine persönliche Komponente?

00:01:46: Weil gerade bei Angst hat man immer schnell diese Assoziation.

00:01:49: Vielleicht gab es da selber mal Erfahrungen damit oder ist das

00:01:52: eher aus Interesse erwachsen?

00:01:54: Nein, ist tatsächlich auch aus einem eigenen Leid entstanden.

00:01:58: Ich habe, wie wahrscheinlich von uns, Reiten erst mal über Trial & Error

00:02:04: probiert, weil ich eine Pflegebeteiligung als Kind hatte, habe dann festgestellt:

00:02:07: „Okay, so kommst du nicht weiter, und bin dann in den

00:02:09: Gruppenreitunterricht gegangen.

00:02:12: Und wie es halt oft so ist in einem Gruppenreitunterricht,

00:02:16: zumindest so wie es früher war.

00:02:17: Ich glaube, heute hat sich da Gott sei Dank sehr viel gewandelt zum Positiven,

00:02:22: na ja, lernt man nicht unbedingt viel und reitet auf oder ich ritt auf Pferden, die

00:02:28: halt ihren Automatismus schon drin hatten.

00:02:30: Die sind genau zu ihrer Zeit galoppiert, ob du da oben gesagt hast, ja oder nein,

00:02:35: und habe da schon viele Angserfahrungen gesammelt.

00:02:39: Ich habe mir als Kind den Ellenbogen gebrochen, diverser Mal abgestürzt.

00:02:43: Da hat sich das so schon ein bisschen rauskristallisiert und

00:02:48: man wurde in der Regel auch damit allein gelassen.

00:02:50: Ihr kennt das bestimmt, dieses klassische „Setz dich wieder drauf, ob der Kopf jetzt

00:02:54: unter dem Arm ist oder nicht, ist jetzt egal und stell dich nicht so an.

00:02:57: Und gerade in dieser Zeit war dieses, ich nenne es jetzt mal Einfüllungsvermögen

00:03:05: des Reitlehrers nahe zu null bis minus 100, je nachdem, wenn man da erwischt hat.

00:03:11: Und Angst besiegt man nicht, meines Erachtens nach, nur dadurch, dass man sich

00:03:16: draufsetzt, weil der Körper speichert Traumata und je nachdem, wie

00:03:21: traumatisierend das für einen war, hält sich das Ganze dann fest.

00:03:26: Ich bin dann später in die Pferdewirtlehre gegangen, habe auch da

00:03:30: Pferde reiten müssen, die mir von vornherein gesagt haben, dass sie

00:03:33: gestresst sind und eigentlich auch gar nicht bereit sind, jetzt

00:03:37: die Reiter zu tragen.

00:03:39: Hat da auch schon diverse Reitunfälle gehabt, mit Schleudertrauma,

00:03:44: bis zu in der Reitschule diverse Male in den Oxer gefallen, weil

00:03:48: musste sauergerittenes Pferd reiten, den kompletten Ellenbogen im Reitplatz

00:03:53: quasi aufgeschürft vom Sand, auch wieder mit Peinigung in Form von,

00:03:59: wenn man nicht reiten kann, dann lässt man es.

00:04:01: Also auch da, keine Strategie bekommen: „Wie komme ich damit klar?

00:04:04: Und die Krönung des Ganzen war dann im Grunde zwei Tage vor meiner

00:04:07: Abschlussprüfung als Pferdewirt.

00:04:11: Mein Absturz mit Bruch zweier Rückenwirbel und Verletzung der Leiste.

00:04:16: Ja, das war sehr heftig und von daher kann ich verstehen, wenn jemand sagt: „Ich

00:04:21: würde so gerne reiten, weil das Reiten an sich …

00:04:23: Jeder kennt dieses Rundumgrinsen, wenn es gut klappt, dieses Gefühl von Freiheit,

00:04:27: von absoluter Verbindung, was süchtig macht und dann steht die Angst

00:04:32: dagegen und man denkt: „Oh Mann, ich würde so gerne wieder, aber ich kann nicht.

00:04:36: Und so diese Lücke möchte ich schließen, weil auch gerade da

00:04:40: der Bogen auch wieder herum zum Sitz, das ist so das, was mir aufgefallen ist.

00:04:46: Mir ist ganz viel Wissen nicht mitgeteilt worden, was wichtig

00:04:50: gewesen wäre, was mir wahrscheinlich diverse Reitunfälle erspart hätte.

00:04:56: Okay.

00:04:57: So eine Angst macht den Körper halt auch immer wieder fest.

00:05:00: Weil er sie schützen will.

00:05:01: Wenn ich dann strategielos bleibe, bleibt dieser Körper fest und ich trainiere die

00:05:06: Menschen da drin, eben Strategien zu haben, wie sie aus

00:05:10: diesem Zustand wieder rauskommen, dann wieder entspannt reiten zu können.

00:05:15: Vielleicht magst du da tatsächlich direkt noch mal ein bisschen

00:05:18: mehr reingehen, wie genau sich die Angst denn dann zeigt beim Reiter, auch wenn es

00:05:23: vielleicht manchmal auch eine unbewusste Angst ist, die dem Menschen gar nicht

00:05:26: klar ist: „Oh, das ist ja Angst.

00:05:28: Und das Thema die man vielleicht sogar vor sich selber weggeschoben wird.

00:05:32: Ja, es gibt so verschiedene Angstmuster.

00:05:35: Dieses Freeze, also einfrieren, flüchten, kämpfen, beschwichtigen – ich sage es

00:05:43: jetzt mal so ein bisschen übertrieben: Die Leckerlischieber.

00:05:45: Ich gebe dir fünf Leckerlis und dafür tust du mir bitte nichts.

00:05:48: Also es gibt insgesamt fünf Varianten, die man so in der Regel auf Stress

00:05:53: reagiert und das Interessante ist, und das sieht man auch überwiegend bei

00:05:57: Wiedereinsteigern oder Reitanfängern ganz gut, weil der Körper da eben noch

00:06:01: keine Strategien gelernt hat.

00:06:04: Wir haben ja einen Sehnenmuskeln im Körper, der verbindet im Grunde den

00:06:08: unteren Rücken mit den Beinen und nennt sich auf Iliopsoas.

00:06:12: Und wenn wir Stress haben, verkürzt sich dieser.

00:06:15: Das ist zum Beispiel der Grund, warum viele Leute dann nach vorne fallen, die

00:06:19: Beine hochziehen und der Hilf dann auch dieser Ausruf „Mach jetzt deine Beine lang

00:06:23: und streck die mal gar nichts, weil dieser Muskel so eine Kraft hat und

00:06:27: sich so festhält, dass der Reiter der in dem Moment im Grunde wehrlos ist.

00:06:32: Oder es gibt die, die dann komplett erstarren, die dann auf dem Pferd sitzen

00:06:36: und so alles loslassen oder sich festfressen am Zügel mit den Händen

00:06:42: und gar nicht mehr handlungsfähig sind.

00:06:45: Dann haben wir die Flüchter, die springen dann vom Pferd runter.

00:06:48: Hatte ich auch schon.

00:06:49: Ich habe früher auch Kinder unterrichtet, da habe ich das sehr oft gesehen.

00:06:53: Die springen dann vom Pferd ab und sind komplett aus der Situation

00:06:56: und merken das erst hinterher.

00:07:00: Und von den Beschwichtigern haben wir auch gesprochen.

00:07:01: Das ist auf jeden Fall nicht negativ gemeint, das mit den Leckerlies, aber da

00:07:05: kann man sich selber erwischen oder auch so Gründe finden: „Warum kann

00:07:09: ich heute nicht streiten?

00:07:10: Zum Beispiel „Es regnet oder „Es ist ein bisschen windig, das Pferd könnte

00:07:14: erschrecken Oder man hält sich dann so an der Stahlarbeit

00:07:19: so lange auf, bis man dann sagt: „Ach, jetzt kann ich eh nicht

00:07:21: mehr in die Halle rein.

00:07:22: Jetzt ist es schon zu spät zum Satteln.

00:07:25: Das sind so Sachen, woran man es eigentlich merkt.

00:07:28: Ja, letzteres sind ja klassische Vermeidungsstrategien, die ja leider auch

00:07:32: dann wieder dazu führen, dass eben die Angst sich verstärkt, weil man die

00:07:36: Erfahrung macht, okay, die Angst lässt nach, wenn ich es vermeide.

00:07:38: Das heißt, das konditioniert sich leider dann dazu, dass man das

00:07:41: noch mehr vermeidet.

00:07:43: Das ist dann eher so die mentale Ebene Ich finde aber auch tatsächlich die

00:07:46: körperliche Ebene total spannend, weil das, was du gesagt hast, gerade dieses

00:07:50: Einfrieren ja auch und auch das, was du vorher gesagt hast,

00:07:54: der Muskel – ich habe den Namen ehrlicherweise vergessen,

00:07:57: aber der dazu macht.

00:08:00: Na gut, das ist ja erst mal auch total nachvollziehbar, dass man erst mal sagt:

00:08:04: „Ich will mich irgendwie festhalten, egal ob jetzt mit den

00:08:07: Beinen oder mit den Händen.

00:08:08: Gut, wir wissen natürlich, dass das nicht so die beste Lösung ist, aber erst mal,

00:08:13: wenn man das mal rein objektiv betrachtet, total nachvollziehbar, dass man sagt: „Oh

00:08:18: Gott, ich muss mich jetzt irgendwie festklammern, weil ich könnte

00:08:20: ja fallen, zum Beispiel.

00:08:21: Genau, da haben wir halt jetzt das Problem.

00:08:23: Also im Grunde möchte der Körper in erster Instanz seine Organe schützen.

00:08:27: Deswegen werden wir auch klein und rollen uns inkstinktiv ein, wenn man zum

00:08:31: Beispiel mal fällt oder vom Fahrrad fällt.

00:08:32: Wenn man geht und fällt oder vom Fahrrad, dann macht man das auch.

00:08:36: Ist aber beim Reiten natürlich sehr kontraproduktiv.

00:08:38: Plus, wie du schon sagst, man will sich festhalten.

00:08:41: Kennt vielleicht der eine oder andere auch: Je mehr Druck ich dann am Bein wird,

00:08:45: desto schneller wird mein Pferd, ist dann auch wieder kontraproduktiv.

00:08:48: Und gerade beim Reiten müssen wir sehr genau drauf achten und das ist das

00:08:53: Interessante und Herausfordernde, aber auch Tolle, wenn man es gelernt hat: Man

00:08:58: muss eigentlich einen Instinkt und einen Reflex umarbeiten.

00:09:03: Und das ist jetzt so ziemlich das Schwerste, was man machen kann.

00:09:08: Genau.

00:09:09: Alles, was so unbewusst gesteuert wird, ist halt sehr schwierig anzukommen.

00:09:14: Das heißt, wie arbeitest du dann mit den Angstreitern?

00:09:18: Gehst du mehr über, ich sage mal, eben den Kopf oder über den Körper tatsächlich,

00:09:23: oder ist es immer eine Mischung aus beidem?

00:09:26: Meistens ist es eine Mischung aus beiden, weil es Stimmen gibt, die sagen,

00:09:34: dass Trauma sich im Körper festsetzt.

00:09:36: Also das, was im Kopf passiert, spiegelt sich auch im Körper wieder.

00:09:41: Und gerade wenn es das Angstreiten geht, Schlage ich immer vor, wir

00:09:47: starten beim Reiterimulator.

00:09:48: Ich arbeite mit einem mechanischen Pferd.

00:09:52: Vielleicht hat der eine oder andere da schon Erfahrung mit oder das mal gesehen.

00:09:56: Das heißt, das ist, wie der Name schon sagt, ein Simulator,

00:10:01: den ich in allen Gangarten steuern kann und indem ich den Reiter erst mal nur

00:10:08: zurück zu sich und ins Fühlen bringe, bevor er sich dann noch mit

00:10:11: dem Pferd konfrontieren muss.

00:10:12: Weil ihr könnt euch das vorstellen, in dem Moment, wo ich Angst

00:10:15: habe, habe ich Stress.

00:10:16: Und wenn ich Stress habe, kann mein Gehirn nicht lernen, weil das Gehirn

00:10:20: mit Überleben beschäftigt ist.

00:10:22: So, wenn wir jetzt, gerade wenn es sich jetzt sehr kristallisiert hat und man

00:10:25: sagt: „Ich zittere schon, meinem Gedanken aufzusteigen, wäre das jetzt

00:10:30: kontraproduktiv, denjenigen aufs Pferd direkt zu setzen, weil der Stresslevel

00:10:37: dann schon so hoch ist, dass wenn das Pferd z.

00:10:39: B.

00:10:39: Mit dem Ohr zuckt, schon der Fluchtreflex ausgelöst wird.

00:10:43: Und damit mache ich es eigentlich nur noch

00:10:46: schlimmer, angenommen, das Pferd erschreckt sich dann tatsächlich wirklich,

00:10:49: weil auch Pferde natürlich diesen Stress in Menschen merken.

00:10:53: Es gibt Studien dazu, dass Pferde auch, wie viele andere Tiere, Angst riechen und

00:10:57: auch diesen Herzschlag vom Menschen Menschen mit wahrnehmen

00:11:02: und als Fluchtier dann schon im Alarmmodus sind, weil sie merken, wenn der schon

00:11:06: Angst hat: „Was ist denn hier?, dann ist es von meiner Beobachtung her schon

00:11:11: oft so, dass das quasi das Fass zum Überlaufen bringt und

00:11:15: die Angst sich dadurch immer wieder bestätigt.

00:11:16: Und so zerteile ich das und sage zu den Leuten: „Hört

00:11:20: zu, wir gehen in den Simulator.

00:11:22: Ich bringe erst mal wieder euren Körper, der sehr im Kopf ist und sich vom Körper

00:11:27: abgeschnitten hat, weil er im Überlegensmodus ist, zurück ins Fühlen.

00:11:31: Wir lösen im Grunde die Blockaden, die der Körper macht, gehen dann über die

00:11:38: Toolbox von: „Wie sitze ich richtig?

00:11:41: Wo muss ich mich einfühlen?

00:11:43: Wie schwingt das Pferd?

00:11:45: Dann nach diesem Programm zurück aufs Pferd.

00:11:49: Und somit habt ihr schon mal viele Strategien.

00:11:52: Ihr wisst, wie ihr euren Körper ausrichten müsst, bevor ihr euch dann noch

00:11:56: mit dem Stresslevel Pferd befasst.

00:11:59: Und so geht man da schon etwas entspannter dran.

00:12:01: Wie ist dann deine Erfahrung, wenn man dann den Schritt macht vom

00:12:06: Reitsimulator aufs echte Pferd?

00:12:07: Ich stelle mir das trotzdem noch mal schwierig vor.

00:12:11: Also klar, man kann ganz vieles übertragen, weil dieser Angst Faktor im

00:12:16: Kopf kommt ja dann doch noch mal extremer, natürlich, beim echten Pferd.

00:12:19: Man weiß ja durchaus, dass beim Reitsimulator jetzt nicht passieren kann,

00:12:23: dass das Pferd sich erschreckt und wegspringt oder so.

00:12:26: Das heißt, diese Unsicherheit, vielleicht auch dieser Kontrollverlust,

00:12:31: oder die Angst vor dem Kontrollverlust, sagen wir es mal lieber so,

00:12:34: das ist ja dann wirklich beim echten Pferd erst gegeben.

00:12:38: Wie erlebst du da so den Schritt, dann weiterzugehen?

00:12:42: Ja, das stimmt.

00:12:44: Natürlich ist das Pferd erst mal wieder ein Stressbringer, aber dadurch, dass

00:12:49: ich den Reiter, in dem diese Angst manifestiert war, nicht gleich mit allen

00:12:54: Sachen überfordere, sondern durch die Arbeit am Simulator schon mal einiges

00:12:58: abgeschöpft habe an Stress und der Körperstrategien kennt, ist das nicht mehr

00:13:02: ganz so schlimm, weil auch dann dieses, zum Beispiel „Ich

00:13:08: falle nach vorne aus Sicherheitsbedürfnis, schnell erkannt und

00:13:15: gegengearbeitet werden kann in Form von „Ach ja, okay, ich weiß, wie muss

00:13:19: ich mich hinsetzen, sicher zu sitzen?

00:13:21: Und viele Pferde reagieren da auch sofort positiv drauf.

00:13:26: Ich habe natürlich auch Reitschuler, die Angst haben,

00:13:30: die noch nicht so fest ist, dass sie sich gar nicht mehr trauen, aufzusteigen.

00:13:35: Die machen das auch öfter schon direkt bei mir in den Reitestunden,

00:13:39: dass wenn ich zum Termin komme, dass man dann sagt: „Okay, ich schaue mir es mal

00:13:43: an, und da sieht man sofort eine Veränderung, weil wenn der Körper in dem

00:13:47: Muskeltonus sich verändert, verändert sich das Pferd unten drunter auch.

00:13:52: Und plötzlich ist so ein Thema …

00:13:53: Ich habe zum Beispiel eine Reitenschülerin, deren Pferd ganz gerne im

00:13:57: Galopp angefangen hat zu bocken und sie wusste überhaupt nicht, warum.

00:14:01: Die hat mir neulich eine Nachricht geschickt und hat gesagt:

00:14:04: „Oh, ich könnte dich küssten.

00:14:05: Es hat funktioniert.

00:14:07: Total schön, weil ihr wart zum Beispiel nicht bewusst, die hat ein Pferd mit viel

00:14:11: Vollblutanteil, dass sie zu sehr mit den Knien klemmt.

00:14:15: Und gerade Vollblüter sind, wie du machst die Knie zu?

00:14:18: Ab dafür.

00:14:19: So, seit dem Moment, wo die Knie offen waren und sie sich mehr in die Balance

00:14:23: gesetzt hat, ist dieser Stresssor für dieses Pferd weggefallen.

00:14:27: Dadurch für sie auch.

00:14:28: Und dieser Rattenschwanz Wo sich die Katze in den Schwanz beißt, wie auch immer

00:14:32: man es nennen will, hat damit geendet.

00:14:34: Und somit war dieses Problem weg. Ja, krass.

00:14:36: Aber kann man sich gut vorstellen.

00:14:39: Und was würdest du sagen, macht das für dich

00:14:42: einen Unterschied, wo die Ängste herkommen?

00:14:44: Also je nachdem, nach welchem, ich sage mal, Konzept, nach welcher Theorie man

00:14:49: arbeitet, geht es ja manchmal darum, zu suchen: Was ist die Ursache von der Angst?

00:14:53: Und das ist ja nicht immer benennbar.

00:14:55: Also nicht jeder hat Angst durch ein bestimmtes Ereignis und manchmal kommt die

00:15:00: Angst ja auch fast unvorhersehbar und schleicht sich so ein, sage ich mal.

00:15:04: Ist das für dich irgendwie relevant oder sagst du, auch für meine Art der

00:15:07: Arbeit ist das eigentlich quasi egal?

00:15:09: Also wenn der Reitschüler darüber sprechen möchte, darf er natürlich alles erzählen.

00:15:13: Aber wenn es jetzt Dinge sind die man ungern erzählen möchte,

00:15:16: ist es keine Pflicht.

00:15:17: Weil dadurch, das Positive ist, dadurch, dass derjenige auf dem Reitsimulator

00:15:23: sitzt, kann ich den Körper auch anfassen, sofern mir der Schüler das erlaubt.

00:15:28: Wenn der Schüler sagt: „Ich möchte nicht angefasst werden, dann

00:15:30: mache ich das sprachlich.

00:15:32: Geht auch, keiner wird gezwungen.

00:15:34: Aber ich kann dann sagen, dass wir überlegen,

00:15:42: ich gehe mit der Hand an den unteren Rücken und sage dann: „Schau

00:15:45: mal, du bist hier total fest.

00:15:48: Ist dir das schon mal aufgefallen?

00:15:49: Dann sagt der Schüler: „Nein.

00:15:52: Und dann kann man das so Stück für Stück lösen, indem man den Körper wieder achtsam

00:15:57: darauf trainiert, durch dieses Anfassen, durch dieses Punktuelle „Schau

00:16:00: mal hier, so ist es, wenn es angespannt ist, so fühlt es sich

00:16:03: an, wenn es gelöst ist.

00:16:05: Und so verändert sich dein Aussitzen, zum Beispiel im Trab, wenn du deinem Körper

00:16:09: erlauben kannst, folgende Bewegungen zu machen.

00:16:11: Und das Schöne am Reitsimulator ist, der Schüler sieht sich in Echtzeit

00:16:15: aus vier Blickwinkeln, dauerhaft.

00:16:18: Das heißt, man sieht auch visuell die Korrektur.

00:16:22: Und gerade bei so Themen, kennen wir bestimmt alle,

00:16:28: viele haben gelernt, gerade auf dem Pferd sitzen, ist Brust raus, Schultern zurück

00:16:34: und sehr aufrecht bestreckt sitzen.

00:16:39: Und dann stellen sie fest: „Das ist kontraproduktiv, weil wenn ich

00:16:42: das mache, bin ich im Hohlkreuz.

00:16:44: Wenn ich im Hohlkreuz bin, habe ich weniger Spannung auf meiner

00:16:48: Mittelposition, brauche ich aber, nicht nach vorne zu fallen.

00:16:52: Das wird dort dann aufgelöst.

00:16:54: Somit hat der Rücken weniger Stress, kann seine Bewegungsmuskeln benutzen, weil ja

00:16:58: auch unser unsere langen Rückenmuskeln sind Bewegungsmuskeln

00:17:02: und keine Tragemuskeln.

00:17:04: Wer so ein bisschen sich mit Biomechanik auseinandergesetzt hat, der denkt sich

00:17:07: jetzt wahrscheinlich: „Ach, stimmt eigentlich.

00:17:10: Auch bei uns müssen die Beckenboden, Bauchmuskulaturkombination

00:17:15: zusammenarbeiten.

00:17:16: Und wenn ich das gelernt habe, dann kann ich es vom Pferd verlangen, dann kann ich

00:17:19: die aufeinander synchronisieren und dann bin ich in der ganz anderen Balance.

00:17:24: Und somit kann man sich so Stück für Stück dann aus dieser Blockade – meistens sind

00:17:29: es ja mehrere Blockaden, weil wenn Gelenke nicht korrekt

00:17:31: aufeinander abgestimmt sind, immer irgendwo Schwungverlust

00:17:36: passiert – wegarbeiten.

00:17:38: Und somit geht auch diese Überspannung raus, weil ja, wir brauchen

00:17:42: eine Körperspannung.

00:17:43: Ich nenne es immer gerne eine positive Körperspannung – eben

00:17:47: vermeidend steif zu werden, sondern zu gucken: „Okay,

00:17:51: wie muss ich mit meinen Muskeln in welcher Kombination zu welcher Zeit begleiten,

00:17:57: damit ich diesen Sprung aufnehmen kann, der von unten kommt Und somit wird es eben

00:18:01: diese Einheit, die wir immer alle suchen.

00:18:04: Und ich kann spoilern: Mit viel Kraft funktioniert es nicht, weil wenn ich große

00:18:11: Muskelketten benutzen muss, mit viel Kraft sperre ich immer die Bewegungsfähigkeit.

00:18:18: Was man so früher gehört hat mit „Jetzt kommt ihr noch mal richtig und mach mal

00:18:22: die Beine ran oder „Zieh mal die Hände richtig ran.

00:18:26: Wird nicht funktionieren, weil dann seid ihr im Körper gesperrt Reiten ist

00:18:30: eigentlich wie gehen, nur mit Pferd dazwischen.

00:18:32: In dem Moment, wo ich mich festmache, kann jeder daheim ausprobieren,

00:18:35: kann ich keinen Schritt machen. Und so ist es beim Reiten im Grunde auch.

00:18:39: Ja, da muss ich gerade an eine Geschichte denken, die mir mal erzählt wurde, als

00:18:43: jemand beim Probereiten war für ein Pferd, was sie sich eben angeschaut haben.

00:18:47: Und ich weiß nicht, ob es der Vorbesitzer war oder da ein Reitlehrer.

00:18:52: Es war ein Mädchen, ein Jugendliche, wie auch immer, die dann gefragt wurde, ob

00:18:57: sie denn wissen, was ein Straubstock ist.

00:18:59: Das soll sie sich mal bitte vorstellen, wenn sie sich auf dem Pferd sitzt.

00:19:02: Ja, genau.

00:19:04: Es gibt auch noch Leute, die das aktiv beibringen, sagen wir es mal so.

00:19:09: Das ist dann natürlich auch noch mal … Leider.

00:19:11: Und es wird auch noch in Berufsausbildungen

00:19:14: teilweise so beigebracht.

00:19:16: Also ich kann euch nur sagen, die Aussage von „Stellt euch vor, ihr habt den Einkauf

00:19:21: von zwei Wochen in den Händen in Tüten und so viel Zügelverbindung

00:19:24: braucht ihr für das Pferd.

00:19:26: Bitte? Ja.

00:19:30: Lässt mich doch sehr wundern, wie da fünf Sterne vergeben werden können von

00:19:37: einem Oberdachverband, wenn es ums Thema Berufsausbildung und Reitenlernen

00:19:42: geht in dieser Sparte.

00:19:44: Man trifft es leider immer wieder und ich merke auch, der eine oder andere

00:19:52: ist nicht so ganz fein damit, dass ich das anders erkläre, weil

00:19:57: gerade diese Erklärungen gegen alles gehen, was man oft so hört,

00:20:05: was für mich aber persönlich eigentlich gar kein Angriff ist.

00:20:10: Ich sage, ich bin für die Pferde und die

00:20:13: Menschen da Und das System, so wie ich es damals gelernt habe, funktioniert für mich

00:20:18: nicht und es beweist sich auch immer wieder, dass es nicht funktioniert, wird

00:20:22: aber so unterrichtet und ich bin da auch so ein bisschen auf die

00:20:27: Suche gegangen, woher das kommt.

00:20:29: Und auch da, glaube ich, gibt es viele Missinterpretationen von

00:20:34: alten Reitmeistern, was dann weitergetragen wurde, ich sage

00:20:38: mal, ähnlich wie bei der Bibel.

00:20:40: Jeder dichtet so ein bisschen was dazu.

00:20:42: Ich sage immer, Ferse ist nicht gleich Absatz.

00:20:44: Das ist auch so ein Riesenthema und so geht das immer weiter.

00:20:49: Und wenn man zum Beispiel in einem FN-Handbuch guckt, in einem alten,

00:20:53: wenn der Sitz eingeszechnt wurde, wo da die Ferse war und wo sie heute ist, da

00:20:57: sieht man auch, da gibt es auch wieder eine Veränderung,

00:21:01: die mir weniger gut gefällt.

00:21:05: Und ich mich dann frage, wieso das immer noch so passiert.

00:21:11: Aber das ist, wie in vielen Dingen, Vieles wird einfach so hingenommen, aber

00:21:18: nicht selber überlegt: Macht es denn Sinn?

00:21:23: Natürlich kann ich ein Pferd über – ich nenne es jetzt mal ein bisschen überspitzt

00:21:28: – mit Gewalt an einen gewissen Punkt reiten, aber ihr kennt

00:21:31: das sicherlich alle.

00:21:32: Wenn man sich mal so im Fernsehen anschaut oder auch die Kritiken der letzten Jahre

00:21:37: hört, wie diese Pferde gehen, ob die Piaf, die Passage, wirklich so aussieht, wie sie

00:21:42: aussehen sollte, warum haben die Pferde so viel Aktion?

00:21:46: Zum einen, klar, gibt es da Stimmen, die sagen: „Hypermobil gezüchtet, aber zum

00:21:50: anderen natürlich auch: Es sieht für den Betrachter, der wenig

00:21:54: Ahnung hat, spektakulärer aus, ist aber für jeden der weiß, wie Bewegung

00:21:58: funktioniert und das dass eben in der Federung stattfinden muss,

00:22:01: ein Gelenk gesund zu erhalten.

00:22:03: Das kann man jetzt auch weg vom Reitsport gehen und sagen: „Guckt euch

00:22:06: Jogger an, wenn die joggen.

00:22:08: Wenn die hart auftreten, werden die nicht lange joggen.

00:22:10: Und so ist das beim Pferd halt auch.

00:22:12: Deswegen genau gucken, schauen: Ist das flüssig?

00:22:15: Seht das harmonisch aus, wenn das ruckartig und fehlwert?

00:22:18: In der Regel nicht …

00:22:19: Und dann kommen wir auch wieder zum Thema Sattel.

00:22:21: Wenn ich einen Sattel brauche, der eine Sitzprothese ist, dass ich mein Pferd

00:22:26: reite und im Liegeschiebesitz, meine Trabverstärkung reiten muss, dass ich das

00:22:29: Gefühl habe, ich bin in der Ultrabeschleunigung,

00:22:34: weiß ich nicht, ob das so gesund ist.

00:22:37: Für euch beide, für Reiter und Pferd.

00:22:40: Ja, voll.

00:22:40: Aber das ist noch mal ein guter Punkt mit dem Sattel.

00:22:43: Ist das denn auch was, was du auch beim Reitsimulator mitnimmst, weil ich kann mir

00:22:48: schon vorstellen, dass das ja auch einen großen Unterschied macht.

00:22:50: Gerade Stichwort „Sitzprothese, du hast es gerade so schön gesagt.

00:22:53: Wenn ich da jetzt so einen entsprechenden Sattel habe und ich

00:22:57: spekuliere einfach, bei dir auf einen anderen Sattel gehe, habe man sich ja

00:23:00: automatisch direkt mal einen ganz anderen Sitz.

00:23:02: Also das heißt, bringt man den eigenen Sattel mit oder wie ist das?

00:23:04: Man kann den eigenen Sattel mitbringen, ist aber kein Muss.

00:23:07: Also wenn ich jetzt einen eingefleischten Westernreiter habe, der sagt: „Ich kann

00:23:10: auf keinen Fall jetzt auf so einen Dressurteil, ich bringe den Sattel mit.

00:23:14: Das ist nicht das Thema.

00:23:16: Interessant ist, gerade wenn Leute ihre eigenen Sättel

00:23:21: mitbringen, was sie teilweise für Sättel mitbringen und dann auch schon sehr viel

00:23:25: daran gearbeitet wurde, den Reiter in einen gewissen Sitz zu setzen.

00:23:29: Aber auch Und da gibt es viele Missverständnisse, weil ich

00:23:33: kann alleine schon darüber entscheiden, ob ich gut reiten kann oder nicht in der Art

00:23:38: und Weise, wie ich aufsteige und mein Becken ausrichte.

00:23:43: Und da hat der Sattel im ersten Moment nichts damit zu tun,

00:23:49: es sei denn, meine Sitzfläche ist z. B.

00:23:51: Viel zu klein und da kann ich versuchen, was ich will.

00:23:54: Ich werde immer mit Holkreuz reiten, weil mein Becken gar keine

00:23:58: andere Möglichkeit kriegt.

00:24:00: Und wenn ich dann noch riesen Pauschen vorne habe, die meine Beine nach hinten

00:24:05: drücken und mein Becken aber nach vorne kippt, weil die Sitzfläche hinten sehr

00:24:10: stark zum Sattelkranz hin ansteigt, dann kann ich nichts dafür.

00:24:14: Der kann nicht so viel Reitunterricht nehmen, wie ich will.

00:24:16: Das wird einfach nicht gut mit dem Sattel.

00:24:19: Ähnliches gilt ja sicherlich auch für den Schwerpunkt.

00:24:21: Ich stelle mir vor, je nachdem, wenn der Sattel einfach nicht im Schwerpunkt liegt,

00:24:24: habe ich auch automatisch schon zumindest mal eine andere Haltung beziehungsweise

00:24:29: ich muss ja gegensteuern.

00:24:30: Wenn ich versuche, dann trotzdem wieder in die Balance zu kommen, habe ich ja sofort

00:24:34: eine Kompensationshaltung im Prinzip, gehe in irgendwelche, im Zweifelfall

00:24:38: Muskelverspannungen sogar rein.

00:24:40: Das ist ja dann auch wieder ein Thema, also auch bei Angstreitern, dass man dann

00:24:44: wahrscheinlich auch noch mal angehen muss, oder?

00:24:46: Auf jeden Fall.

00:24:47: Und gerade da ist auch immer zu achten, wenn es Richtung baumlosen Sattel geht,

00:24:53: weil viele Freizeitreiter Schwierigkeiten haben, einen Sattel zu

00:24:58: finden, wenn das Pferd jetzt sehr rund Out ist, zum Beispiel Tinker oder Haflinger

00:25:02: vom alten Schlag, die weichen dann auf die baumlosen Sättel aus.

00:25:08: In erster Linie kein Problem, aber wenn die zu flach und breit werden von der

00:25:13: Sitzfläche her und keine Verjüngung haben, wo die Hüftgelenke sind, werdet ihr breit

00:25:19: gesetzt und das Hüftgelenk hat überhaupt gar keine Chance, das Bein richtig

00:25:23: aus dem Becken heraus einzustellen.

00:25:26: Und somit bin ich in so einem gefühlten Halbspagat und kann unmöglich gut sitzen.

00:25:32: Deswegen auch da immer drauf achten, dass wenn ihr baumlose Sättel kauft, ihr

00:25:36: Modelle nehmt, die so ein bisschen eine Sitzflächenformung haben, wo das Bein aus

00:25:41: der Hüfte schön runterhängen kann, ohne dass ihr jetzt so

00:25:45: breitfroschig da draufsetzen musst.

00:25:49: Ja, ich finde das super spannend.

00:25:51: Wir haben ja schon mal eine Folge auch zum Thema „Angstreiter gemacht mit

00:25:55: Malu Abbink, also „Equipsych.

00:25:57: Und da ging es natürlich entsprechend sehr viel die Psychologie, aber ich finde es

00:26:00: super interessant, jetzt gerade noch mal so einen anderen Schwerpunkt dann auch zu

00:26:04: haben und zu sagen: „Okay, was kann noch alles dazu gehören?

00:26:08: Dass man auch da so einen ganzheitlichen Ansatz fährt.

00:26:11: Ganzheitlich ist auch so was, was natürlich mittlerweile viel gepredigt wird

00:26:15: und vielleicht auch mancher schon sagt: „Oh Gott, kann ich nicht mehr hören, aber

00:26:18: da sieht man ja mal wieder, wie viele Faktoren da einfach reinspielen.

00:26:21: Das finde ich sehr spannend. Ja, auf jeden Fall.

00:26:23: Aber alleine, wenn ich jetzt an die Westenreiter denke,

00:26:26: eine Steigbügelaufhängung, macht auch ganz schön viel aus.

00:26:29: Wenn ich einen Sattel habe, Reining-Sattel habe, dann hat er eine andere

00:26:33: Steigbügelaufhängung, als wenn ich jetzt, ich glaube, Ranchroper heißt, wenn man

00:26:38: so einen richtigen Arbeitssattel hat.

00:26:40: Wenn meine Steigbügelaufhängung oder Blechersättel weiter vorne ist,

00:26:44: dann werde ich schon ein bisschen mehr in den Stuhlsitz gezwungen.

00:26:48: Aber ein Stuhlsitz bedeutet immer Mobilitätsverlust.

00:26:53: Und dann kann der Reiter natürlich viel tun, aber die Steigbügelaufhängung

00:26:57: ist trotzdem vorne.

00:26:58: Ich habe viele Westernreiter, die sich die Steigbügelaufhängung später verändern

00:27:01: lassen, weil sie feststellen, dass es nachteilig ist.

00:27:05: Klar, wenn ich jetzt viel stoppen muss, macht eine Steigbügelaufhängung weiter

00:27:08: vorne Sinn, weil es muss ja irgendwie im Sattel bleiben.

00:27:11: Da ist der Winkel ein anderer.

00:27:13: Wenn ich jetzt aber für die Gymnastizierende Arbeit und Pferd reiten

00:27:16: möchte, macht eine weitere Hintene, da ihre Steigbügelaufhängung wiederum Sinn.

00:27:21: Also je nachdem, was ich tun will.

00:27:23: Viele haben ja auch einen Showsattel, womit sie die Turniere

00:27:27: reiten und dann noch mal einen Arbeitssattel, den sie

00:27:29: so im Training verwenden.

00:27:31: Ja, super interessant.

00:27:32: Also tatsächlich, eine Frage hätte ich noch mal eben zum Reitsimulator.

00:27:36: Ich glaube, wir haben nämlich eben nicht drüber gesprochen.

00:27:38: Wie bist du dazu überhaupt gekommen?

00:27:40: Also das ist ja nicht so weit verbreitet.

00:27:43: Nein, tatsächlich nicht.

00:27:45: Ich habe selber mal im Rahmen einer Fortbildung

00:27:50: auf einem gesessen und da war ich doch sehr überrascht, weil

00:27:54: am Anfang habe ich mir noch gedacht: „Reitsimulator, brauche ich das?

00:27:57: Ich habe doch ein Pferd.

00:28:00: Und die Besitzerin vom Realsimulator, die Anja Schade, hat mir dann

00:28:04: mal gezeigt, was man eigentlich so alles mit dem Reitsimulator machen kann und mich

00:28:08: da überzeugt, den mit ins Programm zu nehmen.

00:28:12: Da, wo ich hinfahre, gibt es zwei Pferde.

00:28:16: Es gibt ein Vielseitigkeitspferd und ein sogenanntes Drresurpferd.

00:28:20: Die werden mit Namen unterschieden.

00:28:22: Das eine ist die Lady Ladina, die auch springen kann.

00:28:25: Die läuft ein bisschen strack, hat weniger Schwung.

00:28:28: Das andere ist der Black Beauty, der ist wirklich mehr so der

00:28:31: Professor, der mehr schwingt.

00:28:33: Und dann gibt es noch ganz neu analoge Simulatoren, auf denen man die

00:28:40: Bewegung selber aus seinem Körper heraus machen muss.

00:28:43: Auch sehr spannend, weil der Sattel liegt ungegurtet auf einem

00:28:48: gefederten Brett und wenn mein Körper die Bewegungsdynamik

00:28:52: noch nicht verstanden hat, sieht man sehr gut, ob der Reiter das Pferd

00:28:57: vor sich aufhebt und in der Schwung entwickelt gefällt oder ob der Reiter –

00:29:01: ungewollt natürlich, aber aufgrund dieses falschen Musters –

00:29:05: das Pferd nach unten drückt.

00:29:07: Das erklärt zum Beispiel auch, warum manche Pferde dann so sehr

00:29:10: auf der Vorhand laufen.

00:29:11: Das kann auch vom Reiter herkommen.

00:29:15: Das habe ich dann so nach und nach mit ins Programm genommen und will es

00:29:19: heute auch gar nicht mehr missen.

00:29:20: Ich habe ganz viele Leute, die auch jetzt gerade über die Wintermonate noch mal

00:29:25: kommen und an ihrem Sitz arbeiten.

00:29:27: Das Schöne ist, man ist auch im Warmen und so eine Reitsimulator-Stunde, die kann

00:29:32: teilweise den Effekt von fünf Reitsstunden haben.

00:29:35: Also ich sage immer, wenn ihr kommt, ich weiß, im ersten Moment denkt

00:29:38: man sich so: „Oh, der Preis?

00:29:40: Ja, die Dinger sind schweineteuer.

00:29:43: Ich glaube, der eine kostet 900, 1. 000 Euro.

00:29:45: Könnt ihr euch vorstellen mit Ladenmiete, was das bedeutet.

00:29:49: Aber ich sage, es lohnt sich mindestens eine Stunde oder besser noch 90 Minuten zu

00:29:55: nehmen, weil wenn jeder draufsteigt, dann ist man so die ersten 20, 25 Minuten erst

00:30:01: mal damit beschäftigt, sich an das Teil zu gewöhnen.

00:30:05: Und dann kommt man überhaupt erst dazu, dass der Körper so ein bisschen aufmacht.

00:30:11: Da ist man bei einer Stunde schon teilweise knapp.

00:30:15: Weil bis der Körper richtig aufgemacht hat, man gesehen hat: „Okay,

00:30:18: wo sind meine Blockaden? Wo muss ich hin?

00:30:21: Aha, wie fühlt sich das an?

00:30:22: Da ist meist schon so eine Dreivviertelstunde rum und dann hat man

00:30:24: noch mal so 15 Minuten, wo man alles gibt und sagt: „Ah, jetzt kapierst.

00:30:28: Wenn ich natürlich 90 Minuten habe und auch noch die Möglichkeit habe, beide

00:30:32: Pferde zu reiten, kann ich auf beiden Pferden zum Beispiel testen: „Aha,

00:30:35: wie verhalte ich mich auf dem Pferd?

00:30:36: Oder auch gerade, wenn man Angst hat beim Bocken, kann man die Lady Ladina nehmen.

00:30:42: Das ist das VS-Pferd.

00:30:44: Die kann nicht bocken in dem Sinne, aber auf der kann man reihe springen.

00:30:48: Und dann kann man nämlich auch übeln, dieses Knie auf, Knie anlegen.

00:30:52: Ich sage bewusst nicht Knie zu, sondern Knie anlegen,

00:30:56: auch da die Sicherheit zu kriegen: „Ach, wenn da jetzt mal was Was ist so ein

00:31:01: kleiner Buckler ist gar nicht mal so wild.

00:31:04: Wenn man die Strategie hat, geht man da schon ganz anders drauf.

00:31:08: Ja, und natürlich auch, gerade wenn ich jetzt unabhängig auch von der Angst, wenn

00:31:12: ich an meinem Sitz arbeiten will, ist es auf jeden Fall ein super Tool,

00:31:16: weil a: Schone ich mein Pferd.

00:31:18: Ich kann in den Rücken knallen im ersten Moment, wie ich will, weil das mechanische

00:31:24: Teil darunter, das interessiert es nicht.

00:31:26: Und ich sehe mich halt selber und stelle fest: ah, Schultern zurück, Brust raus,

00:31:31: ist total blöd, weil ich hänge ja voll vorne.

00:31:34: Wenn ich anfange, die Reiter umzustellen, fühlen die sich meistens erst mal total

00:31:38: krumm und sagen: „Oh Gott, ich hänge jetzt doch wie ein Sack.

00:31:41: Im Laufe der Zeit, wenn der Rücken aber auf einmal bewegungsfähig wie ich will,

00:31:45: weil die Gelenke richtig aufeinander gesetzt sind, stellt er dann fest: „Ach,

00:31:48: dieser Überhang ist plötzlich weg, dieses Gefühl von „Ich bin krumm und „Wow, mein

00:31:52: Rücken kann sich plötzlich bewegern.

00:31:54: Ich hatte früher ganz massive Probleme zum Thema Aussitzen.

00:31:58: Ich habe das lange, lange nicht verstanden.

00:32:00: Es hieß immer: „Setzt dich schwer rein, mach die Beine lang.

00:32:04: Damit ist es nicht getan.

00:32:06: Dann knalle ich mit dem Po in den Sattel und das Pferd wird schneller und fest,

00:32:10: weil jetzt merke ich, ich knalle mit dem Rücken, aber mehr ist nicht passiert.

00:32:13: Am Simulator kann man das sehr genau sehen und üben und ich kann dann auch sehr genau

00:32:18: zeigen und führen, wohin muss das Becken?

00:32:20: Beim Echten pferd kann ich nicht nebenherrennen, da muss

00:32:23: ich es mir verbalisieren.

00:32:24: Auf dem Simulator kann ich mich danebenstellen oder mich sogar auf dem

00:32:27: Simulator nebendran setzen und zeigen, warum, wieso, weshalb und vorher, nachher.

00:32:33: Der Reiter sieht sich.

00:32:34: Es hat einen ganz anderen Effekt und es lohnt sich wirklich,

00:32:36: das mal auszuprobieren.

00:32:38: Kann ich auf jeden Fall bestätigen.

00:32:39: Ich habe auch schon mal auf so einem Simulator zwei-, dreimal gesessen, den man

00:32:42: selber bewegt und allein Dass man sich wirklich nur auf sich selber konzentrieren

00:32:48: kann und nicht auf das, was das Pferd da unter einem macht oder auf den anderen

00:32:51: Menschen da in der Halle, dass man den nicht in die Quere reitet, sondern

00:32:54: wirklich einfach mal nur auf sich fühlen kann.

00:32:57: Ja, also das ist schon wirklich wahnsinnig viel wert, da so

00:33:01: genau rein fühlen zu können.

00:33:02: Wir hatten da auch schon mal, glaube ich, eine Folge mit der Sarah Töws.

00:33:05: Ich weiß gar nicht, ob wir da auch über den Reitsimulator gesprochen haben oder

00:33:09: ob sie den da noch gar nicht hatte.

00:33:11: Aber das war auf jeden Fall für mich auch echt eine sehr wertvolle Erfahrung und das

00:33:15: ist jetzt schon eine ganze Weile her und ich profitiere da immer noch von.

00:33:20: Ja, wir können dich tatsächlich anschließen.

00:33:22: Ich habe auch bei Sarah ja das mal ausprobieren dürfen.

00:33:25: Ich würde unheimlich gerne mal auf einen mechanischen Reitsimulator auch drauf,

00:33:28: einfach auch mal das Ja, andere Gefühle sozusagen zu erleben.

00:33:32: Den Unterschied.

00:33:32: Genau, aber alleine das war schon enorm toll, was man da mitnimmt und wo man

00:33:38: merkt, okay, wo habe ich vielleicht irgendwie noch auch meine eigene

00:33:42: Schiefe zum Beispiel auch?

00:33:44: Ja, Da kann er auch, wie setze ich mich hin?

00:33:46: Und ja, das fand ich ganz spannend.

00:33:48: Ja, auch da.

00:33:49: Hast du gut angesprochen jetzt Thema Schiefe.

00:33:51: Ich habe ganz viele Reiter, die zu mir kommen und sagen: „Ich

00:33:53: bin so endlos schief. Was ist denn da?

00:33:58: Auch da sieht man das natürlich sehr gut, gerade den VS-Simulator, der zeigt einem

00:34:02: in Echtzeit, während der sich bewegt: „Wo ist mein Gewicht?

00:34:05: Also auch da kriegen die Reiter ihre Bestätigung und sehen aber auch

00:34:09: gleich, wenn sich das Sitzmuster verändert, ihren Erfolg.

00:34:13: Beim echten Pferd ist man vielleicht noch so ein bisschen am

00:34:16: Rumprobieren und denkt: „Ja, bin ich jetzt richtig?

00:34:18: Und wenn man Glück hat, reagiert das Pferd auch gleich.

00:34:21: Aber es sind Nuancen, da sehe ich es halt wirklich.

00:34:25: Und diese Pferde, die gehen erst mal nur gerade aus.

00:34:28: Ihr müsst keine Wendung reiten.

00:34:29: Ich finde, gerade zum Thema Sitz, deswegen sage ich auch immer, eigentlich müsste man

00:34:34: die Sitzlonche abschaffen.

00:34:37: Also ich bin kein Freund von Sitzlonge.

00:34:38: Wenn jetzt bei mir jemand reiten lernt, dann laufe ich nebenher mit der Longe

00:34:43: dran, aber die reiten möglichst gerade aus, weil gerade eine Wendung

00:34:48: viel schwieriger ist zu sitzen.

00:34:49: Und wenn ich noch keine Strategie habe, wie ich in der Balance in einer

00:34:54: Wendung herstelle, wie ich mich drehen muss, wie ich sitzen muss, erst gerade

00:34:58: wenn es ums Aussitzenlernen im Trab geht, das ist total fies, wenn man dann auch

00:35:03: noch eine Wendungsdynamik reiten muss.

00:35:06: Auch fürs Pferd schlecht, weil der Reiter hängt dann innen auf der Hand drauf und

00:35:10: das Pferd wird fest und will sich wahrscheinlich wegdrücken.

00:35:13: Dann werden da irgendwelche Dreieckszüge reingeschnallt.

00:35:15: Dann hat das Pferd noch weniger Chance, sich zu schützen, weil was macht denn das

00:35:19: Pferd, wenn das sich festmacht und im Kopf hochreißt?

00:35:22: Ja, es macht den Rücken fest.

00:35:23: Warum macht es den Rücken fest?

00:35:24: Um die Wirbelkette zu schützen.

00:35:26: Wenn ich das jetzt runterschmüre, ist es a) nicht immer gegeben, dass dann

00:35:30: das Pferd den Rücken hergibt.

00:35:31: Sieht man ganz oft, ist es nämlich nicht.

00:35:33: Und b) mache ich das Pferd damit noch kränker.

00:35:37: Natürlich sollte das Pferd in einer gesunden Haltung reiten, aber dann macht

00:35:41: es mehr Sinn, dem Schüler zu sagen: „Du musst ein bisschen länger gedurht haben

00:35:45: und du lernst das von der Pieke auf, Schritt für Schritt,

00:35:49: bis du soweit bist, korrekt im Trab zu sitzen, als dass ich den jetzt Runde für

00:35:53: Runde im Kreis traben lasse und das Pferd sich kaputtläuft und der

00:35:57: Reiter ein scheiß Gefühl hat.

00:35:59: Ja Ich glaube, gerade auch in dem Blick auf die Gesundheit des Pferdes ist so ein

00:36:03: Reitsimulator wirklich eine gute Variante.

00:36:06: Ja, definitiv.

00:36:08: Ja, also wäre natürlich toll, wenn jede Reitschule die Möglichkeit hätte,

00:36:12: dass man leider auch bei so einem Preis Wird das schwierig?

00:36:16: Aber ich sage mal so, es ist ja auch immer mal Weihnachten oder Geburtstag.

00:36:21: Manchmal hilft das auch, wenn man nur eine Einheit und sagt: „Okay, ich

00:36:25: möchte jetzt aussitzend verstehen.

00:36:28: Damit macht man schon viel gut, Weil auch wenn ich einen Trab aussetzen

00:36:31: kann, kann ich den Galopp auch.

00:36:33: Meistens ist der Trab schwieriger und nicht der Galopp.

00:36:35: Ja, viele haben Angst vor dem Angaloppieren, aber wenn ich den Trab

00:36:38: verstanden habe, ist die Angst für den Galopp in der Regel damit auch gegessen,

00:36:42: weil ich die Strategie habe: Was muss ich tun Was darf ich?

00:36:46: Wie muss ich meinen Körper ausrichten?

00:36:47: Wo muss ich entspannt sein, damit das Pferd in den Galopp kann,

00:36:50: ohne sich festzumachen?

00:36:52: Ja, sag doch einmal, wo findet man dich denn in Deutschland, wenn man jetzt

00:36:57: sagt: „Ach, das klingt alles so spannend.

00:36:58: Ich würde das gerne mal ausprobieren.

00:37:01: Ja, also der Reitimulator ist natürlich fest.

00:37:03: Der steht in Hessen in Langen-Selbert, das ist bei Hanau.

00:37:07: Da schreibt ihr mir einfach auf reitenimereinklang.

00:37:09: de in eine E-Mail.

00:37:11: Oder im besten Fall ruft ihr mich tatsächlich an, weil ich jetzt in letzter

00:37:15: Zeit schon festgestellt habe, dass warum auch immer mein E-Mail-Programm

00:37:18: irgendwelche E-Mails frisst.

00:37:20: Deswegen, wenn da so was ist, ruft gerne ans, sprecht auf die Mailbox.

00:37:25: Ja, und ansonsten gebe ich natürlich Sitzschulungskurse deutschlandweit.

00:37:30: Wenn es jetzt was im Ausland gebe, wo es jetzt genug Reiter gäbe, könnte man auch

00:37:34: dann natürlich darüber sprechen, kein Thema.

00:37:36: Oder auch Sammelkurse, also Sammeltermine besser gesagt, wo dann wirklich viele

00:37:41: Reitschulen kommen oder auch Privatreiter, die dann sagen: „Ich habe Je nach

00:37:45: Entfernung, so und so viele Reiter.

00:37:48: Ich sage mal, so mindestens sechs Stück sollten es sein.

00:37:52: Klar, wenn das jetzt in Norddeutschland ist und es sind nur sechs, müsste man

00:37:55: darüber sprechen, ob das dann Sinn macht oder ob man dann vielleicht nicht doch

00:37:58: eher einen Kurs macht oder vielleicht auch ein Wochenende.

00:38:02: Aber ich sage mal, bis acht Leute nehme ich für einen Sammeltermin und dann macht

00:38:06: das einer aus, dann wird gesammelt und dann komme ich für den Termin gefahren.

00:38:12: Also ich arbeite nicht nur mit dem Simulator.

00:38:15: Natürlich, ich sage immer so die Brücke.

00:38:19: Ich arbeite mit, sowohl als auch.

00:38:23: Das heißt, wenn man jetzt sagt: „Nein, Simulator nicht, aber ich würde gerne

00:38:27: meinen Sitz verbessern, ich habe mein eigenes Pferd.

00:38:29: Nein, ich habe der aktuell keinen Schulpferd.

00:38:31: Falls da die Frage aufkommt, oder ich habe eine Reitbeteiligung, dann

00:38:36: guckt, dass ihr am Stallgenug Leute findet und dann komme ich vorbei.

00:38:42: Das klingt doch super.

00:38:43: Wir verlinken natürlich auch wieder in den Shownotes alle Infos, die man braucht,

00:38:47: mit dir irgendwie Kontakt aufzunehmen.

00:38:48: Ich glaube, wir könnten wahrscheinlich auch noch stundenlang weiterquatschen,

00:38:51: aber dann musst du halt einfach noch mal in den Podcast kommen oder so.

00:38:54: Sehr, sehr gerne.

00:38:57: Ja, bis dahin würde ich sagen, haben wir erst mal noch unsere drei Abschlussfragen,

00:39:01: die wir jedem Gast hier stellen.

00:39:04: Die würden wir natürlich auch dir gerne noch stellen sollen.

00:39:06: Ich würde einfach mal mit der ersten anfangen und das ist: Was hilft dir

00:39:11: denn im Alltag, mal runterzukommen?

00:39:13: Wie nimmst du dir aus, reiten? Wie entspannst du?

00:39:17: Ich entspanne tatsächlich über Tai chi.

00:39:21: Und interessanterweise hat Tai chi auch einiges mit Reiten zu tun.

00:39:27: Gerade so dieses mentale bei sich bleiben, übt man da sehr und auch diese Gelenke

00:39:33: ausrichten und auch wissen, wie muss ich mich drehen?

00:39:37: Da gibt es auch viele Bewegungen, dass wenn ich zum Beispiel mit

00:39:40: dem Körper rückwärts gehe, die Arme nach vorne gehen, was man beim

00:39:43: Reiten oft wiederfindet.

00:39:46: Ja, das ist so das Hauptding.

00:39:49: Ja, klar.

00:39:50: Ich habe natürlich auch ein Pferd, mit der ich dann ins Gelände reite und dann mal

00:39:54: die Seele baumeln lasse, auf jeden Fall.

00:39:56: Das ist so mein Zuhause im Grunde.

00:39:58: Wenn mein Po ihren Sattel berührt, dann Das ist für mich Kopf aus und Spaß.

00:40:04: Ja, ich wollte gerade schon sagen, sehr schön.

00:40:06: Wir haben noch mal was anderes als Pferd, weil ich glaube, 90% der Leute geben als

00:40:10: Antwort ihr eigenes Pferd an oder die Zeit beim Pferd.

00:40:14: Wir haben nur wenige Antworten ohne Pferd.

00:40:17: Dann kommen wir zur zweiten Frage.

00:40:21: Wir nehmen ausnahmsweise mal nicht an einem Montag morgen auf.

00:40:24: Wir können die Frage mal so stellen, wie wir die ursprünglich geplant haben.

00:40:27: Was war denn das Schönste an deiner bisherigen Woche?

00:40:30: Das Schönste an meiner bisherigen Woche?

00:40:36: Ja, im Grunde zu sehen, dass wenn man darauf achtet, andere zu

00:40:44: sehen, selber besser gesehen wird.

00:40:47: Das fängt bei der Arbeit oder dem Zusammen sein mit Kindern an und

00:40:53: erschließt sich auch aus Pferd oder Partnerschaften, offen zu sein und

00:40:58: darauf mal zu gucken, wie spreche ich auch, was für Wörter benutze ich?

00:41:02: Weil auch da, zum Beispiel in meinem Reitunterricht, bin ich sehr darauf aus,

00:41:06: zu gucken, dass ich Dinge so beschreibe, dass der Reiter die Möglichkeit hat,

00:41:11: selber drüber nachzudenken, ohne direkt vorzugeben.

00:41:16: Und damit entstehen viel mehr Möglichkeiten, als wenn man jetzt

00:41:21: sagt: „Das ist aber so und so.

00:41:24: Und das stelle ich auch im Alltag fest.

00:41:27: Das ist eine sehr schöne Antwort für mich.

00:41:30: Und da kann man auch noch mal viel draus mitnehmen.

00:41:32: Ja, dann kommen wir auch schon tatsächlich zur letzten Frage und das ist immer die

00:41:36: größte Frage im Grunde genommen: Was wäre denn dein Wunsch für die Pferdewelt oder

00:41:41: was würdest du gerne allen Pferdemenschen da draußen mitgeben?

00:41:45: Mein Wunsch für die Pferdewelt ist, offen zu sein für das Thema Sitzschulung, weil

00:41:50: man verschenkt wirklich auch viel Potenzial, auch die Turnierreiter.

00:41:55: Das heißt, ich habe auch Leute da, die Piaffe Passage reiten, vielleicht hättest

00:42:01: du ein oder andere letztes Jahr auf der Messe gesehen, wo man sagt: „Ja, warum

00:42:05: macht die denn Sitzschulung bei dir?

00:42:07: Ja, weil es auch viele Nuancen sind, die auch da durch eine kleine Veränderung viel

00:42:12: bewegen können in den Lektionen, aber auch die Reitanfänge

00:42:18: dadurch ganz andere Möglichkeiten haben.

00:42:20: Man fällt weniger runter, vielleicht sogar gar nicht.

00:42:25: Man hat weniger Stress, man hat mehr Freude beim Reiten.

00:42:30: Ja, und da einfach zu sagen: „Ja, auch wenn ich das jetzt schon viele Jahre so

00:42:33: oder so gelernt habe, ich lasse mich einfach mal drauf ein und teste das

00:42:37: und ich zwing niemandem was auf.

00:42:39: Ihr könnt immer entscheiden: „Macht das, was ich jetzt gerade hier getan habe, Sinn

00:42:43: für mich oder nicht, aber es ist immer wichtig zu sagen: „Okay,

00:42:47: ich probiere es mal, überleg so ein bisschen, arbeite an mir

00:42:51: selber und schau mal, ist die Wahrheit, die ich vorher hatte, noch passend oder

00:42:57: ist es neue, vielleicht sogar einfacher besser und leichter, dass man da einfach

00:43:01: mal so ein bisschen so diese „nein, ich mache das schon immer

00:43:06: so-Problematik auflöst und sagt: „Ach, warum nicht?

00:43:10: Ich probiere das jetzt mal.

00:43:12: Ja, das ist wahr.

00:43:13: Genau, ich kann Das ist auch noch mal ein sehr schöner Impuls.

00:43:17: Gibt es noch irgendwas, was du gerne noch loswerden möchtest, worüber wir

00:43:20: jetzt noch nicht gesprochen haben?

00:43:25: Boah.

00:43:26: Nein, ich glaube, im Grunde haben wir schon über Wir haben ja sehr,

00:43:30: sehr viele Dinge gesprochen, die ja oft das Ziel abzielen, dass ich habe, dass

00:43:37: Menschen und Pferde in den Einklang kommen, zu sich finden,

00:43:41: diese Verbindung da ist und man mit dem Pferd zusammen was macht und

00:43:47: davon abkommt …

00:43:48: Das machen in der Regel jeder, der Freizeitreitet, will immer pro Pferd sein,

00:43:53: davon gehe ich aus, aber davon abkommt, die Gedanken, sich von irgendwem

00:43:57: einpflanzen zu lassen, dass das Pferd gegen wäre und man das dominieren muss.

00:44:03: Das finde ich so ein bisschen veraltet.

00:44:06: Klar gibt es gerade so im Umgang Sachen, wo man sagt: „Okay, das geht und das geht

00:44:09: nicht, und dann muss ich mal eine Grenze setzen, auch wenn es so zum Thema Führen

00:44:13: geht oder so was, aber das Pferd ist in der Regel nie gegen einen und unser

00:44:17: Reitsport ist halt ein Teamsport.

00:44:20: Und ich verlange von einem Tier was, dass es Naturgegeben nicht machen müsste.

00:44:24: Man darf nicht vergessen, reiten zu dürfen ist ein Geschenk und so

00:44:29: sollte man es auch jedes Mal sehen.

00:44:31: Also ich bedanke mich bei jedem Mal, wo ich mein Pferd geritten habe,

00:44:34: dafür, dass ich sie reiten durfte.

00:44:36: Das sollte nie selbstverständlich sein.

00:44:39: Und deshalb ist mir das auch so wichtig, dass die Leute eben verstehen, dass

00:44:44: dieses Arbeiten am Sitz nichts ist, was jemand tut, weil er

00:44:48: schlecht ist oder nicht gut genug, sondern es etwas ist, was beide Besten mehr

00:44:53: verbindet und das Reiten noch leichter und schneller zu diesem Wohlgefühl

00:45:01: der Verbindung kommen lässt.

00:45:04: Ja, das hast du perfekt formuliert.

00:45:06: Ich glaube, das hat auch sehr vieles von dem getroffen, was wir auch immer wieder

00:45:09: vermitteln wollen, auch gerade was natürlich Dominanz und Verbindung angeht.

00:45:14: Das war ein sehr schöner Abschluss.

00:45:16: Ich glaube, da war super viel Input jetzt für alle dabei.

00:45:20: Ich denke, da hat auch der eine oder andere vielleicht noch mal einen

00:45:22: Gedankenanschluss bekommen, wo man vielleicht auch für sich

00:45:24: noch mal hinschauen kann.

00:45:26: Ich bedanke mich sehr bei dir, Svenja.

00:45:28: Das war super interessant.

00:45:30: Vielen Dank, dass du da warst. Vielen Dank.

00:45:34: Es war total toll, mit euch darüber zu sprechen und auch zu sehen, dass es wieder

00:45:38: Leute gibt, die sich sehr pro Pferd einsetzen, weil nur so können wir auch

00:45:42: zeigen, dass der Reitsport für nicht weiter nicht immer bedeutet, die Pferde

00:45:47: werden jetzt unterworfen und gezwungen, sondern dass das auch sehr viel

00:45:52: Entwicklungspotenzial auch mental hat und auch, was die Verbindung betrifft.

00:45:57: Und auch Pferde gibt, die sich freuen wenn sie ihren Besitzer sehen

00:46:01: und geritten werden.

00:46:03: Danke fürs Zuhören bei dieser Folge von Psycholohü.

00:46:06: Wenn sie dir gefallen hat, hinterlass uns doch eine positive Bewertung

00:46:09: und teile die Folge.

00:46:10: Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche und deine

00:46:13: Gedanken zum Thema.

00:46:14: Du findest Carina auf Instagram unter @mindequus_carinawarnstaedt.

00:46:18: Lea findest du unter @VirtuelleAssistenz_Lea und den

00:46:22: Podcast unter @PsycholoHü_Podcast.

00:46:25: Alle Links findest du auch in den Show Notes.

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