#61 Schicksal oder Zufall: was steckt hinter besonderen Pferd-Mensch-Begegnungen? (Teil 1)

Shownotes

„Dieses Pferd musste zu mir kommen.“ - viele Pferdemenschen sprechen von ihrem Seelenpferd oder haben das Gefühl, dass eine Begegnung mit einem bestimmten Tier vorherbestimmt war. Doch was bedeutet Schicksal eigentlich? Und kann es überhaupt Zufall geben, wenn alles einem größeren Plan folgt?

In dieser Folge nehmen wir die Idee vom Schicksal aus psychologischer und vor allem philosophischer Perspektive unter die Lupe und sprechen auch über unsere persönliche Einstellung zum Thema Schicksal.

Die erwähnten Folgen →Inspiration durch Seelenverwandschaft bei „So bin ich eben“ bei SpotifyDer passende Blog-Artikel be Stefanie StahlUnsere Folge #41 zu Bauchgefühl und IntuitionUnsere Folge #56 zu Manifestation

Die erwähnten Studien Gander, F.; Uhlich, M.; Traut, A. C.; Saameli, M. A.; Bühler, J. L.; Weidmann, R.; Grob, A. (2024). The role of relationship beliefs in predicting levels and changes of relationship satisfaction. European Journal of Personality. 39(1).

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Transkript anzeigen

00:00:05: Psycholohü, der Podcast über Pferde und Psychologie.

00:00:08: Wir sind Carina Warnstädt, Psychologin und Begleitung für Menschen mit

00:00:11: chronisch kranken Pferden,

00:00:13: und Lea Schneider, virtuelle Assistenz für Selbstständige in der Pferdebranche

00:00:16: und Pferdeverhaltenstrainerin.

00:00:18: Wir nehmen dich mit in unsere Gedanken zu verschiedenen Themen aus dem Bereich

00:00:21: Pferd-Mensch-Beziehung und in spannende Interviews zu den Themen

00:00:25: Pferde und Psychologie.

00:00:30: Hallo und herzlich willkommen zu dieser Folge von Psycholohü.

00:00:35: Ja, wie so oft irgendwie wissen wir selber noch nicht so ganz genau, wohin

00:00:39: uns diese Folge heute führt.

00:00:41: Ich habe vor kurzem eine Podcastfolge gehört und gedacht, das ist irgendwie was,

00:00:47: was man sicher auch aufs Pferd übertragen kann, worüber wir sicher auch

00:00:50: mal eine Folge machen können.

00:00:52: Denn das war die Folge von So bin ich eben, der Podcast von Stefanie Stahl und

00:00:58: Lukas Klaschinski zum Thema Seelenverwandtschaft und,

00:01:01: ja, ich sag mal, Schicksalsbegegnung.

00:01:05: Und nachdem wir ja schon vor ein paar Folgen über das Thema Manifestation

00:01:08: gesprochen haben, habe ich gedacht, oh, das könnte in eine

00:01:11: ähnliche Richtung gehen.

00:01:13: Lass uns doch mal darüber sprechen, weil einem oder zumindest mir doch ab und an

00:01:18: mal Aussagen in die Richtung begegnet von Menschen zu ihren Pferden, über ihre

00:01:23: Pferde oder generell Menschen mit Pferden.

00:01:26: Deswegen, Carina hat sich auch wieder ein bisschen die Mühe gemacht und geschaut, ob

00:01:30: es hier auch wissenschaftliche Untersuchungen gibt.

00:01:35: Schieß doch gerne mal los.

00:01:36: Hast du überhaupt was gefunden?

00:01:37: Wie war die Ausbeute deiner Suche?

00:01:40: Ja, ich habe was gefunden, aber ich glaube, man muss hier einmal

00:01:44: direkt die Einschränkung machen.

00:01:45: Ich habe nichts gefunden zum Thema Pferde oder Pferdebesitz oder so was.

00:01:51: Wie so oft.

00:01:52: Müssen wir uns hier eher wieder generellen wissenschaftlichen Arbeiten bedienen.

00:01:59: Allerdings auch da fand ich die Ausbeute jetzt eher nicht so richtig gut.

00:02:04: Ich weiß nicht genau, ob es an mir lag und ich da einfach irgendwie falsch gesucht

00:02:07: habe oder ob es tatsächlich einfach nicht so gut erforscht ist.

00:02:11: Ich habe mich natürlich auch wieder auf psychologische Studien konzentriert.

00:02:15: Die Ausbeute ist sehr gering, um das direkt mal vorwegzunehmen.

00:02:19: Ich habe mir trotzdem meine Gedanken dazu gemacht, wie ich mir das Ganze

00:02:22: psychologisch erklären würde.

00:02:24: Und ein, zwei Studien habe ich auch gefunden.

00:02:27: Aber das heißt, wir haben hier eher eine dünne Basis, würde ich mal sagen.

00:02:33: Bevor wir da reingehen, würde mich mal interessieren, wie—

00:02:36: ich nehme an, dir ist das auch schon mal begegnet, das Thema rund ums Pferd.

00:02:40: Also ich habe zumindest des Öfteren in meinem Leben gehört, man bekommt nicht das

00:02:45: Pferd, das man sich wünscht, sondern das, was man braucht oder das,

00:02:48: was einen fordert auf irgendeinem welcher Art auch immer.

00:02:52: Und ich meine, der Begriff Seelenpferd ist, glaube ich, auch in aller Munde.

00:02:56: Also ich weiß nicht, was fallen dir noch andere Beispiele ein?

00:03:00: Nee, das waren tatsächlich auch die zwei Dinge, an die ich gedacht habe,

00:03:03: beziehungsweise ja, vielleicht auch so diesen Satz:

00:03:06: Ja, dieses Pferd musste zu mir kommen.

00:03:09: Oder manchmal ist jetzt kein konkreter Begriff oder kein konkreter

00:03:13: Satz, aber manchmal habe ich das, das ich das mitbekomme, wenn

00:03:17: Leute sich Pferde kaufen.

00:03:19: Also quasi, ja, dieses Pferd ist mir einfach über den Weg gelaufen, das musste

00:03:24: zu mir, das musste gerade in diesem Moment so sein, das war Schicksal,

00:03:27: dass wir uns begegnet sind.

00:03:29: Vielleicht in dem Kontext auch noch, also bevor man quasi diese tiefe

00:03:33: Verbindung hat, wo man vielleicht wirklich vom Seelenpferd spricht, ja, manchmal

00:03:37: auch in solchen Entscheidungsmomenten.

00:03:40: Ja, das ist ganz lustig, dass du das sagst, weil mir kommt gerade

00:03:44: Ich erinnere mich an eine Situation, als ich die Begleitung war für ein

00:03:49: Probereiten oder sich ein Pferd anzuschauen, das eventuell

00:03:54: gekauft werden sollte, wo dieses Pferd so ganz klar gesagt hat,

00:03:59: mit dir möchte ich nicht.

00:04:00: Also das war eigentlich, wir haben auch Videos gesehen, wie dieses

00:04:03: Pferd mal ganz anders drauf war mit der Besitzerin, wie toll die harmoniert haben.

00:04:07: Und die war so abweisend zu uns.

00:04:10: Also die hat die hat gar keine Fremden an sich herangelassen.

00:04:13: Und jetzt gar nicht, also zumindest so, was die Besitzerin erzählte, gar nicht,

00:04:16: weil die grundsätzlich Fremde nicht an sich ranlässt, sondern weil irgendwie man

00:04:20: richtig das Gefühl hatte, okay, die will nicht gehen.

00:04:23: Das ist natürlich sehr vermenschlicht, aber das fällt mir gerade ein.

00:04:26: Das ist, glaube ich, so eine klassische Situation, weil das dieses Seelenpferd

00:04:30: dieser damaligen Besitzerin war, die auch noch sehr gestruggelt hat, ob sie

00:04:34: sie wirklich abgeben soll oder muss.

00:04:37: Wo sich das alles so schön in so ein Bild gefügt hat, da musste ich jetzt

00:04:40: gerade direkt dran denken. Das ist witzig.

00:04:43: Ich wollte gerade fragen, ob das denn für die damalige Besitzerin wirklich fest

00:04:47: entschieden war, dass sie das Pferd verkaufen will oder nicht.

00:04:50: Weil ich habe oft das Gefühl, dass wenn jemand da selber noch nicht so ganz

00:04:54: entschieden ist, er das schon auch auf das Pferd irgendwo überträgt.

00:04:58: Also ich meine, dass Pferde uns sehr gut lesen können, ist ja klar.

00:05:01: Das wissen wir ja glücklicherweise.

00:05:03: Und ich kann mir schon vorstellen, dass da so eine eigene Abwehrhaltung ist,

00:05:07: vielleicht zu viel gesagt, aber so so eine gewisse Zurückhaltung dem Menschen

00:05:12: gegenüber da ist, der sich dann das Pferd anschaut, und dass dann das Pferd das

00:05:15: entsprechend auch mitbekommt und das dann vielleicht auch übernimmt.

00:05:19: Ja, also ich erinnere mich nicht mehr an die genauen Gründe, aber ich bin mir recht

00:05:22: sicher, dass es eine Vernunftentscheidung war, dieses Pferd abzugeben.

00:05:25: Dass sie auch, ich glaube auch aus dem Grund, dass sie das Gefühl hatte, ihr

00:05:28: nicht gerecht zu werden, weil sie die Zeit nicht hatte.

00:05:30: Oder ich erinnere mich leider nicht mehr dran, aber ich weiß, dass sie

00:05:34: selber ganz also eigentlich sie gar nicht abgeben wollte, so vom Emotionalen.

00:05:39: Ja, das war also ja, das ist viele, viele, viele Jahre her, aber das hat sich immer

00:05:44: noch in mein Gedächtnis gebrannt, diese Situation.

00:05:48: Tatsächlich, wo du das gerade erzählt hast, fällt mir auch was ein umgekehrt,

00:05:52: was ich da vielleicht auch erzählen kann.

00:05:54: Als ich nämlich auf der Suche nach einem Pferd war, also vielleicht der Einschub

00:05:58: kurz vorweg, ich glaube nicht an Schicksal, also wirklich so gar nicht.

00:06:04: Aber als ich auf der Suche nach einem Pferd war, habe ich mir einen

00:06:09: Dülmener angeschaut.

00:06:09: Du erinnerst dich vielleicht, Lea hat mich mal dorthin begleitet.

00:06:13: Aber der war nicht bei dem ersten Termin dabei, als ich mir das Pferd

00:06:17: angeschaut habe.

00:06:18: Und der lebte eben quasi mehr oder weniger wild, also nicht in

00:06:23: Dülmen, aber in einer anderen Herde.

00:06:27: Und wir sind damals mit dem Besitzer, oder der sich halt darum gekümmert hat,

00:06:32: Wird vermutlich der Besitzer gewesen sein, fällt mir gerade ein.

00:06:35: Egal.

00:06:35: Auf jeden Fall sind wir da auf die Wiese gegangen.

00:06:37: Da war meine Mutter noch dabei und da ist also diese Herde aus

00:06:42: Pferden auf uns zugekommen.

00:06:43: Also das klingt jetzt irgendwie dramatischer als es war.

00:06:45: Sie sind einfach im Schritt auf uns zugegangen.

00:06:48: Auf jeden Fall ist ein Pferd an meiner Mutter und an dem Besitzer

00:06:52: vorbeimarschiert und direkt auf mich zugelaufen und hat mich quasi begrüßt.

00:06:58: Und das war genau das Pferd, was ich mir hätte kaufen können.

00:07:01: Und das war tatsächlich der Moment, wo ich ich auch das Gefühl hatte, oh krass, wir

00:07:05: haben hier irgendwie eine super dolle Verbindung.

00:07:08: Irgendwie schon.

00:07:11: Ja, Spoiler: Ich habe das Pferd nicht gekauft und das lag nicht daran,

00:07:14: dass ich es nicht hätte haben wollen.

00:07:15: Da waren andere Dinge, die dann nicht gut gelaufen sind.

00:07:18: Aber tatsächlich hat sich das bei mir auch eingebrannt.

00:07:22: Wie gesagt, ich glaube überhaupt nicht an Schicksal und ich glaube auch nach wie vor

00:07:25: nicht, dass das irgendwie jetzt dieses Seelenpferd war.

00:07:29: Aber Das macht trotzdem was mit einem, einfach emotional, wenn da so ein Pferd,

00:07:33: was man nicht kennt und was einen ja auch entsprechend umgekehrt nicht kennt als

00:07:37: Menschen und ja gar nichts mit Menschen viel zu tun hat, dann so zu einem kommt.

00:07:42: Also das ist schon was Besonderes.

00:07:45: Ja, da fällt mir aber direkt noch eine andere Aussage ein.

00:07:48: Wir hatten ja schon mal, kommt das Pferd, das man braucht und so.

00:07:51: Und es gibt ja auch immer wieder diesen Satz, es ist nicht der Mensch, der sich

00:07:54: das Pferd aussucht, sondern das Pferd, das sich den Menschen sucht.

00:07:57: Das ist ein bisschen wie bei Harry Potter, der Zauberstab, der sich den Zauberer

00:08:02: aussucht.

00:08:03: Das ist ja auch noch so ein Spruch aus der Kategorie.

00:08:06: Ja, ja, das wäre dann wahrscheinlich das, was ich da erlebt habe, oder könnte

00:08:11: man dann halt so entsprechend betiteln. Ja, genau.

00:08:15: Bevor wir hier zu tief in unseren Erfahrungen und in Nostalgie versinken,

00:08:21: nimm uns doch gerne mal mit, was du denn gefunden hast.

00:08:24: Du hast schon gesagt, viel war es nicht, aber vielleicht hilft es uns ja trotzdem

00:08:27: ein bisschen, das Ganze einzuordnen.

00:08:29: Ja, also natürlich ist die Psychologie erst mal grundsätzlich nicht der richtige

00:08:33: Fachbereich, um zu entscheiden: Gibt es Schicksal oder gibt es kein Schicksal?

00:08:39: Das heißt, wir sind hier wahrscheinlich eher im Bereich Physik oder Philosophie.

00:08:45: Ich habe ja schon vorweggenommen, was ich glaube,

00:08:48: aber ich glaube, da müssen wir gleich noch mal ein bisschen tiefer einsteigen.

00:08:51: Ansonsten habe ich mir halt angeschaut, was es für psychologische Faktoren geben

00:08:55: kann, die Schicksal erklären können und wie sich dieser Schicksalsglaube

00:09:01: auf menschliche Beziehungen auswirkt.

00:09:04: Weil ich glaube, dass das, wenn es übertragbar ist, sehr relevant auch

00:09:07: für unsere Pferd-Mensch-Beziehung ist.

00:09:10: Aber vielleicht bevor ich jetzt erkläre, was ich glaube, wie dieser

00:09:14: Schicksalsglaube zustande kommt.

00:09:16: Ich habe schon gesagt, was ich davon halte.

00:09:18: Wir wissen aber noch nicht, was du dazu denkst, Lea.

00:09:20: Vielleicht sagst du uns erst mal, was deine Einschätzung ist.

00:09:24: Das ist eine gute Frage, weil ehrlich gesagt habe ich mir da nie so

00:09:27: groß Gedanken drüber gemacht.

00:09:28: Also ich glaube, ich bin irgendwo irgendwie so im Mittelfeld, weder im

00:09:33: absoluten, ja, das war Schicksal, noch so im, das gibt's auch gar kein— okay, doch,

00:09:38: wenn ich jetzt überlege, bin ich eher auf der Seite, das gibt's nicht.

00:09:41: Aber es ist jetzt auch nicht so, dass ich das komplett ablehne.

00:09:45: Aber ich wäre schon eher auf der Seite Zufall, nicht bei Schicksal.

00:09:49: Auch wenn sich manchmal Dinge vielleicht auch einfach irgendwie

00:09:52: fügen, wie sie sein sollen.

00:09:55: Aber das schließt sich ja nicht gegen— also Das muss ja nicht

00:09:58: am Schicksal liegen.

00:09:59: Das heißt ja nicht, nur weil man nicht glaubt, dass es das

00:10:02: Schicksal gibt, dass sich nicht trotzdem Dinge irgendwie

00:10:05: passend zusammensetzen können.

00:10:07: Ja, absolut.

00:10:08: Da sagst du was ganz Wichtiges und vor allen Dingen hast du gerade

00:10:11: auch noch einen sehr wichtigen Begriff genannt und das ist der

00:10:14: Begriff des Zufalls.

00:10:16: Denn der Zufall ist ja im Prinzip das Gegenstück zum Schicksal.

00:10:20: Also wenn wir uns mal überlegen, wir reden jetzt die ganze Zeit von Schicksal, was

00:10:23: bedeutet denn eigentlich Schicksal überhaupt?

00:10:25: Im Prinzip heißt Schicksal ja nichts anderes, als dass es eine Art

00:10:29: Vorherbestimmung gibt, also so was wie einen Plan, der für die

00:10:35: ganze Welt, die ganze Menschheit gilt.

00:10:38: Und das im Umkehrschluss heißt, dass es in irgendeiner Form eine übernatürliche Kraft

00:10:43: geben muss, die die Ereignisse, alle Ereignisse lenkt.

00:10:48: Das muss jetzt keine Gottheit sein.

00:10:51: Das kann alles Mögliche im Prinzip sein.

00:10:53: Da gibt es ja auch wieder 1000 Arten von Glauben.

00:10:57: Aber grundsätzlich bedeutet Schicksal erstmal, dass etwas vorherbestimmt ist.

00:11:01: Und wenn es vorherbestimmt ist, wenn alles vorherbestimmt ist, kann es

00:11:04: keinen Zufall geben, im Prinzip.

00:11:10: Das ist, glaube ich, erstmal wichtig zu verstehen.

00:11:12: Das heißt, wenn wir an Zufall glauben, dann halte ich es— vielleicht denke ich da

00:11:18: auch zu schwarz-weiß— aber halte ich es für schwierig, an Schicksal zu glauben.

00:11:25: Gleichzeitig.

00:11:25: Ich sage mal: Zufall nachzuweisen ist, glaube ich, einfacher als

00:11:28: Schicksal nachzuweisen.

00:11:31: Da haben wir zumindest— also wie gesagt, keine Physikerin— aber in der Physik ja

00:11:35: doch einige Beispiele, wo man schauen kann: Es gibt sehr viele

00:11:40: Dinge, die einfach nicht vorhersagbar sind.

00:11:43: Gut, da kann man jetzt sagen: Vielleicht ist auch das das Schicksal,

00:11:45: das nicht vorhersagbar ist.

00:11:46: Aber was ich sagen will, ist: Das sind die zwei Gegenpole, die man irgendwie kennen

00:11:51: sollte, und die glaube ich auch relevant sind für das Thema: Ist

00:11:55: es mein Seelenpferd?

00:11:56: Brauchte ich dieses Pferd oder nicht?

00:11:59: Sich auch mal zu fragen, wie oft spielt eigentlich der Zufall eine

00:12:02: Rolle in unserem Leben?

00:12:04: Ja, und ich glaube, ein anderer Begriff ist auch noch gar nicht unwichtig,

00:12:07: wenn es um Schicksal geht.

00:12:08: Weniger jetzt bei wirklich so Begegnungen, Seelenpferd, wie auch immer.

00:12:12: Aber ganz grundsätzlich aufs Leben betrachtet wäre wahrscheinlich ein anderer

00:12:15: Gegenspieler zum Schicksal auch die Selbstwirksamkeit,

00:12:19: was auch sehr stark erklärt, warum du so weit weg vom Schicksal bist.

00:12:23: Ja, das stimmt.

00:12:24: Absolut.

00:12:25: Und tatsächlich habe ich auch genau in dem Moment, als mir das einfiel, gedacht, ja,

00:12:29: vielleicht bin ich auch weiter weg vom Schicksalsgedanken, als ich dachte.

00:12:32: Also ich bin gespannt, was ich am Ende sage.

00:12:35: Ich auch.

00:12:36: Weil ja auch das ganze Konzept der Selbstwirksamkeit

00:12:40: wäre ja überflüssig, wenn man an Schicksal glaubt, im gewissen Rahmen tatsächlich.

00:12:46: Gerade wenn wir jetzt noch mal an die Manifestation zurückdenken.

00:12:49: Kann man natürlich auch mit Selbstwirksamkeit, mit Manifestation sein

00:12:53: eigenes Schicksal vielleicht beeinflussen?

00:12:56: Also das ist ja auch eine Frage.

00:12:57: Ist Schicksal ausschließlich vorherbestimmt?

00:13:02: Das ist jetzt tatsächlich eine Definitionsfrage, die ich nicht weiß.

00:13:07: Ich auch nicht.

00:13:08: Also ich habe nur die Definition gefunden, dass Schicksal eben ja

00:13:12: Vorherbestimmung ist.

00:13:15: Und in meiner Welt widerspricht es sich, dass ich mein Schicksal beeinflussen kann.

00:13:21: Also entweder gibt es ein Schicksal, das in irgendeiner Form vorherbestimmt

00:13:24: ist, oder ich kann es beeinflussen.

00:13:27: Dann kannst du, wenn du jetzt noch dramatischer werden möchtest, noch

00:13:32: religiöser werden möchtest, kannst du auch als Gegenpol zum Schicksal

00:13:35: den freien Willen nehmen.

00:13:37: Es wird gerne mal auch in TV-Serien oder so was aufgeführt.

00:13:42: Ich glaube, Supernatural fällt mir dazu gerade ein.

00:13:45: Das nur am Rande.

00:13:46: Auf jeden Fall kannst du auch den freien Willen als Gegenpol zum Schicksal nehmen.

00:13:50: Du kannst also im Prinzip auch sagen, wenn wir alle an Schicksal glauben,

00:13:55: haben wir keinen freien Willen mehr.

00:13:56: Das ist jetzt sehr, sehr extrem vielleicht, aber das geht in

00:13:59: die Richtung, in die du halt auch gehst.

00:14:01: Können wir denn überhaupt unser Leben selbst beeinflussen?

00:14:06: Können wir etwas an uns auch verändern, wenn wir an Schicksal glauben?

00:14:13: Ja, wir sind gerade wieder so ein bisschen weg von den Fakten, aber das finde ich

00:14:16: gerade spannend, hier noch ein bisschen weiterzudenken, weil ich gerade

00:14:18: tatsächlich eben auch denke, dass die Menschen, die sehr stark an Schicksal

00:14:23: glauben, auch gerne tatsächlich eben an Manifestation glauben.

00:14:27: Ich glaube, glauben kann man hier in dem Zusammenhang durchaus auch nutzen.

00:14:32: Wo ich mich gerade frage, zumindest nach deiner Interpretation,

00:14:36: würde sich das ja eigentlich gegenseitig ausschließen.

00:14:39: wenn man jetzt so ganz in die Extreme geht natürlich.

00:14:42: Ja, im Prinzip ja.

00:14:45: Jetzt fehlt uns natürlich irgendwo die Person, die das vielleicht mal aus

00:14:49: einer spirituellen Sicht einordnet.

00:14:51: Das kann ich leider nicht tun.

00:14:54: Dafür hätte ich, glaube ich, auch viel, viel mehr Recherche noch gebraucht

00:14:57: beziehungsweise das sind Dinge, die man wahrscheinlich dann nicht unbedingt

00:14:59: in wissenschaftlichen Papern findet.

00:15:03: Aber ja, es ist halt einfach erstmal die Frage: Wie passt das überhaupt zusammen?

00:15:06: Ich glaube, das ist auch der Punkt, warum ich diesem Schicksalsgedanken so abgeneigt

00:15:11: bin grundsätzlich, weil ich ein großer Fan von Veränderung

00:15:15: bin, von Selbstwirksamkeit, wie du schon gesagt hast, Dinge selbst in die Hand

00:15:19: nehmen und das Gefühl, ausgeliefert zu sein.

00:15:23: Und das empfinde ich so, wenn es einen Plan gibt, der für mich bestimmt ist.

00:15:29: Das kann ich überhaupt nicht leiden, ehrlich gesagt.

00:15:32: Deswegen ist für mich dieses Gefühl von Schicksal irgendwie nichts, was ich—

00:15:39: also weder was ich mir rational erklären kann, noch was ich haben möchte,

00:15:43: wenn das für dich Sinn ergibt.

00:15:46: Ja, und auch da finde ich, dass sich der Teil mit der Veränderung gar nicht mal

00:15:49: ausschließt, weil was, wenn das Schicksal vorhergesehen hat oder vorherbestimmt hat

00:15:54: für dich, dass es irgendeinen Wendepunkt gibt, in dem sich Dinge verändern

00:15:59: und sich das für dich eben dann in dem Moment so anfühlt, als

00:16:01: kommt es von dir heraus.

00:16:03: Aber vielleicht ist es das gar nicht.

00:16:04: Also das schließt sich in dem Punkt, finde ich, nicht aus.

00:16:08: Dieses Gefühl, dass du dich damit ausgeliefert fühlst.

00:16:12: Ich glaube, das kann man nicht verargumentieren.

00:16:14: Entweder du fühlst das oder du fühlst das nicht.

00:16:18: Aber ich finde, man kann es auch aus der anderen Brille,

00:16:21: unabhängig davon, ob ich jetzt an das Schicksal glaube oder nicht.

00:16:24: Ja. Ist das kein K.O.-Kriterium.

00:16:27: Das stimmt.

00:16:29: Absolut, ja. Das stimmt.

00:16:31: Ich glaube, so kann man natürlich im Prinzip alles verargumentieren, zu sagen:

00:16:34: Na ja, dann war es halt vorherbestimmt, dass ich das jetzt so entscheide.

00:16:37: Aber noch mal, dann haben wir keinen freien Willen mehr.

00:16:40: Also das würde ja bedeuten, wenn das alles vorherbestimmt ist, dass ich diese

00:16:43: Entscheidung treffe, um diese Veränderung zu machen, dann habe ich das

00:16:46: nicht selbst entschieden.

00:16:47: Dann hat es das Schicksal für mich entschieden, oder dann hat was auch immer

00:16:52: für eine übernatürliche Kraft für mich entschieden, dass ich diese

00:16:55: Entscheidung in dem Moment treffen muss.

00:16:58: Da sträubt sich in mir alles.

00:17:00: Aber das ist ein subjektives Ding.

00:17:02: Also das soll nicht heißen, dass das für jeden so gilt oder dass das

00:17:07: grundsätzlich auch vielleicht unmöglich ist.

00:17:09: Das will ich gar nicht sagen.

00:17:11: Das ist alles nur mein Empfinden dazu.

00:17:15: Das wäre jetzt auch nicht meine Wahrheit.

00:17:17: Aber auch da, wenn ich das wieder weiterspinne, gibt es ja genug Leute auch,

00:17:23: die Ja, das genauso fühlen, dass man vielleicht auch,

00:17:27: also dass es Schicksal war, dass man vielleicht auch falsche

00:17:29: Entscheidungen getroffen hat.

00:17:31: Inwiefern man die dann eben selber getroffen hat, ist dann natürlich

00:17:36: in diesem weitergesponnenen Gedanken natürlich auch fraglich.

00:17:40: Und auch dann natürlich eine Frage, wie interpretiert man dein Bauchgefühl?

00:17:44: Ist Bauchgefühl dein eigenes Wissen, das sich irgendwie

00:17:49: bemerkbar macht unterbewusst?

00:17:50: Da haben wir ja auch schon mal, glaube ich, drüber gesprochen

00:17:52: in irgendeiner Folge.

00:17:53: Oder ist das Bauchgefühl vielleicht das, was von außen kommt,

00:17:58: wo du dein eigenes Schicksal quasi fühlst und so deine vermeintliche Entscheidung

00:18:05: triffst, um das jetzt mal in dem Gedanken weiterzuspinnen?

00:18:09: Ja, ja, gute Frage.

00:18:11: Das ist es ja.

00:18:12: Das würde sich auf— oder das wirkt sich ja auf so viele Dinge aus, was

00:18:17: ich da glaube und was nicht.

00:18:19: Ich schätze, dass man es nicht so extrem sehen muss,

00:18:23: wie ich es jetzt dargestellt habe.

00:18:26: Ich glaube, dass es auch viele Menschen gibt, die eben glauben,

00:18:30: dass es gewisse Punkte im Leben gibt, die als Schicksal vorherbestimmt sind und der

00:18:33: Rest quasi läuft halt auf irgendeine Art und Weise darauf hin.

00:18:38: Also egal welche Entscheidung ich irgendwann treffe, ich

00:18:40: komme immer zu diesem Punkt.

00:18:43: Das ist vielleicht ein Schicksalsglauben, mit dem ich mehr anfangen kann.

00:18:48: Soll nicht heißen, dass ich das glaube persönlich, aber da kann ich tatsächlich

00:18:52: irgendwo mehr mitgehen als wenn ich das Gefühl

00:18:56: habe, ich bin wie gesagt ausgeliefert.

00:18:58: Ich glaube, das ist der Punkt, wo wir auch zu dem Thema Seelenpferd kommen.

00:19:02: Wenn wir mal von diesem ganz extremen Glauben weggehen zu sagen:

00:19:07: Egal was ich entscheide, ich komme immer irgendwann zu dem Punkt,

00:19:12: wo ich dieses eine Pferd treffe, weil ich das jetzt in dem Moment vielleicht

00:19:15: auch wieder gebraucht habe.

00:19:16: Ich glaube, das ist das, was viele eher damit meinen, wobei ich auch

00:19:21: sagen muss, ich glaube, dass sich ganz viele gar nicht so sehr damit

00:19:23: auseinandersetzen, sondern das halt irgendwo eher eine

00:19:27: Gefühlssache ist zu sagen: Ich habe das Gefühl, dass da diese besondere Verbindung

00:19:31: ist und deswegen ist das mein Seelenpferd, ohne jetzt da

00:19:34: wirklich tiefer sich Gedanken zuzumachen, was würde das denn bedeuten.

00:19:39: An dieser Stelle eine Kurze Unterbrechung aus dem Schnitt.

00:19:43: Nachdem wir diese Folge aufgenommen haben, haben wir beschlossen, dass wir aus diesem

00:19:48: Thema gerne zwei Folgen machen wollen.

00:19:51: Dass wir in dieser Folge uns auf das Schicksal mehr fokussieren

00:19:55: und in der nächsten Folge noch mal ausführlich über das Seelenpferd sprechen.

00:20:00: Denn zu dem Thema hatten wir doch einiges zu sagen, sodass die Folge

00:20:03: sehr, sehr lang geworden wäre.

00:20:05: Deshalb haben wir uns entschlossen, diese beiden Themen ein bisschen zu trennen, und

00:20:08: das Thema Seelenpferd und den Rest der Folge könnt ihr euch gerne in der nächsten

00:20:12: Folge in 2 Wochen anhören und euch heute mal eine kürzere Folge

00:20:16: von Psycholohü anhören.

00:20:18: Wenn euch das nicht reicht, hört gerne in die alten Folgen rein, es sind genug

00:20:22: Themen da, mit denen ihr euch beschäftigen könnt.

00:20:25: Bis dahin!

00:20:26: Danke fürs Zuhören bei dieser Folge von Psycholohü!

00:20:29: Wenn sie dir gefallen hat, Hinterlass uns doch eine positive Bewertung

00:20:32: und teile die Folge.

00:20:33: Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche und deine

00:20:36: Gedanken zum Thema.

00:20:37: Du findest Carina auf Instagram unter @mindequus_carinawarnstädt.

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