#56 Manifestation - Kraft der guten Gedanken: hilfreich oder sogar gefährlich?
Shownotes
Immer wieder stolpert man über das Thema Manifestation. Und vielleicht hast du ja sogar schon einmal ausprobiert, deine Wünsche an das Universum zu schicken, damit es dir hilft? Wir haben uns gefragt: Was ist dran an Manifestation? Was sagt die Wissenschaft dazu und wie können Effekte psychologisch erklärt werden? Dabei sind wir zwangsläufig auch auf die Frage gestoßen, ob Manifestation hilfreich ist, oder ob sie vielleicht sogar negative Konsequenzen für uns haben kann.
Die erwähnten Folgen →#52 Wie gehst du mit Veränderungen um? →#50 Stress im Stall: Kann Hypnose helfen? →#45 Prof. Dr. Kathrin Schütz, warum lieben wir Pferde?
→Die SMART-Methode →Die WOOP-Methode
→Das erwähnte Buch: Sei deiner Zeit voraus von Timon Krause*
Die erwähnten Studien Dixon, L. J.; Hornsey, M. J.; Hartley, N. (2023). “The Secret” to Success? The Psychology of Belief in Manifestation. Personality and Social Psychology Bulletin. 51(1). 49 - 65. doi: 10.1177/01461672231181162 Hofmann, M., Seppelfricke, T. & Schütz, K. (2025). Effekte einer positiven Affirmation auf die psychische Befindlichkeit. Journal of Business & Media Psychology, 1, 12-21. DOI: 10.53189/2191-5814_JBMP Krause, T. (2020). Sei deiner Zeit voraus: 13 Denkprinzipien für die Welt von Morgen. Rowohlt Verlag. Lee, J. (1986). Self-fulfilling prophecies: A theoretical and integrative review. Psychological Review. 93(4). 429-445. Matute, H.; Blanco, F.; Yarritu, I.; Díaz-Lago, M.; Vadillo, M. A.; Barberia, I. (2015). Illusions of causality: How they bias our everyday thinking and how they could be reduced. Frontiers in Psychology. 6(888). https://doi.org/10.3389/fpsyg.2015.00888 Wood, J. V.; Perunovic, W. Q. E.; Lee, J. W. (2009). Positive self-statements: power for some, peril for others. Psychological Science. 20(7). 860-866. doi: 10.1111/j.1467-9280.2009.02370.x
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Transkript anzeigen
00:00:04: Psycholohü, der Podcast über Pferde und Psychologie.
00:00:08: Wir sind Carina Warnstädt, Psychologin und Begleitung für Menschen mit
00:00:11: chronisch kranken Pferden und
00:00:12: Lea Schneider, virtuelle Assistenz für Selbstständige in der Pferdebranche
00:00:16: und Pferdeverhaltenstrainerin.
00:00:18: Wir nehmen dich mit in unsere Gedanken zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Pferd
00:00:22: Mensch Beziehung und in spannende Interviews.
00:00:24: Zu den Themen Pferde und Psychologie.
00:00:29: Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge von Psychologie.
00:00:34: Heute sind wir mal wieder alleine hier und haben uns noch mal ein etwas spezielleres
00:00:39: Thema ausgesucht, dass wir hier schon das ein oder andere
00:00:42: Mal ein bisschen gestriffen haben in einem Nebensatz würde ich sagen.
00:00:46: Aber das, was uns eben wichtig ist, dass wir hier auch wissenschaftlich fundiert
00:00:51: Themen besprechen und auf Faktengrundlage diskutieren können oder eben klare unsere
00:00:56: Meinung als Meinung vertreten können, hat Carina sich hier
00:01:01: wieder eine oder mehrere Studien, ich weiß es gar nicht, rausgesucht zu diesem Thema.
00:01:05: Und ich würde sagen, um welches Thema geht es überhaupt?
00:01:10: Ja, es geht ums Thema Manifestation.
00:01:13: Du hast schon gesagt, wir haben es zuletzt, glaube ich, in der Folge zum
00:01:17: Thema Veränderung schon mal etwas länger gestriffen, das Thema.
00:01:22: Da haben wir auch schon mal ein bisschen was zumindest an Meinung dazu kundgetan.
00:01:27: Aber genau wie du gesagt hast, Meinung ist ja immer schön, aber wir haben ja doch
00:01:32: ganz gerne auch den Blick auf die Wissenschaft.
00:01:34: Und das heißt, ich habe mich entsprechend auf die Suche begeben und habe mehrere
00:01:40: Studien gefunden, wobei fairerweise, ich habe es ein bisschen breiter aufgestellt
00:01:44: und ich habe eine Hauptstudie zum Thema Manifestation und dann noch ein paar zu
00:01:50: anderen Themen, die in Grenzbereiche der Manifestation sozusagen auch eintauchen.
00:01:56: Aber das klärt sich hoffentlich gleich alles noch.
00:01:59: Ich glaube, die Grundsatzfrage ist erst, was ist Manifestation genau?
00:02:04: Was verbindest du mit Manifestation?
00:02:06: Vielleicht fangen wir mal so an.
00:02:10: Ich finde ein bisschen zweischneidiges Schwert.
00:02:13: Also ich glaube, das, was man so allgemein unter Manifestationen
00:02:18: versteht, ich weiß gar nicht, ob es da überhaupt eine wissenschaftliche
00:02:21: Definition zu gibt, aber sich anhand seiner Vorstellungen, seiner Wünsche die
00:02:27: Realität zu formen, mal ganz einfach gesagt, heißt also in erster Linie im
00:02:33: positiven Gedanken, dass man es aktiv nutzen kann.
00:02:35: Aber je nach Bubble kommt mir auch immer mal den Vorwurf
00:02:40: Deine Situation in deinem Leben ist so schlecht, weil du sie dir in
00:02:43: deinen Gedanken so schlecht machst.
00:02:45: Ganz vereinfacht und das ist genau das.
00:02:48: Wir haben ja immer mal wieder drüber auch gesprochen, warum das immer so ein
00:02:51: bisschen ein schwieriges Thema ist, weil ja einerseits macht die innere
00:02:56: Einstellung wahnsinnig viel aus in meiner Meinung, aber eben nicht alles.
00:03:01: Man kann sich nicht alles einfach durch Willenskraft und Hoffnung
00:03:06: zu einer schöneren Zukunft formen.
00:03:09: Da sind wir jetzt schon mal vorab bei meiner Meinung zu dem Thema.
00:03:11: Aber ich bin gespannt, was wir am Ende sagen, nachdem wir deine Fakten kennen.
00:03:15: Ich weiß nicht, habe ich irgendwas Wichtiges vergessen in dieser Definition?
00:03:19: Ne, das trifft es eigentlich schon ganz gut.
00:03:21: Also im Prinzip ist die Kerndefinition ja schon, dass Gedanken die
00:03:25: Realität beeinflussen.
00:03:27: Das ist das, was du auch gesagt hast, wie das passiert.
00:03:30: Da gibt es irgendwie unterschiedliche Theorien zu.
00:03:33: Da stolpert man zum Beispiel ganz gerne mal über das Gesetz der Anziehung,
00:03:37: also quasi das, was du ausstrahlst.
00:03:39: Das ziehst du auch wieder an.
00:03:43: Gehen wir vielleicht auch gleich noch mal drauf ein.
00:03:46: Aber es gibt halt auch noch viele, ich würde mal sagen, Grenzbereiche, da zählt
00:03:50: dann halt eben Visualisierung zu rein, was ja ein klassischer Bereich eigentlich
00:03:54: der Manifestation schon auch ist.
00:03:55: Also man muss sich Dinge intensiv vorstellen, damit sie dann real werden.
00:04:01: Aber auch im Prinzip Vision Boards könnte man schon sagen, ist
00:04:07: ein, je nachdem, wie man sie verwendet, könnten Teil von Manifestationen sein.
00:04:12: Ja, so Wünsche ans Universum oder auch Affirmationen könnte man ein Stück
00:04:16: weit als Manifestation ansehen.
00:04:19: Also Affirmation, vielleicht auch noch mal kurz zur Einordnung, heißt im Prinzip,
00:04:23: dass man einen positiven Satz für sich sucht und den immer wieder
00:04:29: mantraartig quasi wiederholt, beziehungsweise, ja, mantraartig ist jetzt
00:04:33: vielleicht ein bisschen zu viel, aber zumindest regelmäßig für sich wiederholt,
00:04:37: um den sozusagen für sich als Realität wahr werden zu lassen.
00:04:43: Ich würde sagen, es geht da mehr um das eigene Selbstbild in der Regel.
00:04:47: Aber Affirmationen können eben auch diverse Richtungen einschlagen.
00:04:53: Und tatsächlich, wenn wir mal es genau nehmen, zählt auch das
00:04:56: irgendwo zum Manifestieren.
00:04:58: Das war mir zum Beispiel im Vorfeld nicht so klar, dass das
00:05:02: auch mit darunter gefasst werden kann.
00:05:04: Ja, und da sind wir ja ganz schnell im Bereich der Psychologie, warum wir da
00:05:07: jetzt auch noch mal so drauf gucken wollen, weil
00:05:10: wo verschwimmt die Grenze zwischen einer Affirmation und einem eigenen
00:05:13: Glaubenssatz, einem positiven Glaubenssatz?
00:05:16: Kann man die überhaupt klar ziehen?
00:05:19: Absolut.
00:05:19: Und wo ist vielleicht auch die Grenze zwischen Psychologie und Spiritualität
00:05:25: auch da kann man die Grenze überhaupt klarziehen oder ist es
00:05:29: auch eher verschwommen?
00:05:29: Also ich kann es auch direkt mal vorwegnehmen, man hat es ja in der Folge
00:05:34: zum Thema Veränderung sicherlich schon gehört.
00:05:36: Ich persönlich stehe Manifestation auch kritisch gegenüber, aber ich nutze gerne
00:05:41: selber sowohl für mich als auch in Coachings oder in der
00:05:45: Beratung Affirmationen.
00:05:47: Und dann stand ich plötzlich in der Vorbereitung da und dachte huch,
00:05:52: wie geht das denn jetzt zusammen?
00:05:55: Genau, das heißt, wir müssen hier tatsächlich differenzieren und auch das
00:05:58: gehört ja zu dem, was wir hier immer wieder machen, zu okay, wir dröseln Themen
00:06:03: auf und schauen sie uns genauer an und nicht einfach nur platt Vielleicht
00:06:08: Manifestationen finden wir doof.
00:06:09: So, das wäre jetzt sehr vereinfacht und das wollen wir natürlich nicht.
00:06:13: Welche Studienlage hast du uns denn mitgebracht?
00:06:16: Ich meine, diesmal wird es wohl nicht ums Pferd gehen, weil Manifestation und Pferd,
00:06:19: da wird glaube ich keine Studie zu finden.
00:06:23: Vielleicht können wir am Ende aber mal drauf eingehen, wie man das auch so auf
00:06:25: das Zusammensein mit dem Pferd übertragen und beziehen kann.
00:06:29: Ich weiß gar nicht, wie viele Studien waren es jetzt?
00:06:33: Boah, gute Frage.
00:06:34: Ich schaue mal kurz nach, weil das weiß ich nicht auswendig.
00:06:39: Also es waren tatsächlich fünf Studien insgesamt, die ich mit einbezogen habe.
00:06:44: Aber eine Hauptstudie, die sich wirklich mit dem Thema
00:06:47: Manifestation sehr gut und sehr ausführlich beschäftigt hat, finde ich.
00:06:52: Vielleicht kann ich das auch einmal kurz nennen.
00:06:54: Das ist von Dixon, Hornsey und Hartley, the Secret to Success, the Psychology of
00:07:01: Belief in Manifestation und ist auch aus dem Jahr 2023 also
00:07:05: tatsächlich eine recht neue Studie.
00:07:09: Vielleicht einfach mal als kurzer Einwurf, es war gar nicht so einfach, was
00:07:12: Vernünftiges zu finden, weil wenn man den Begriff Manifestation eingibt in
00:07:17: wissenschaftliche Suchmaschinen, dann findet man halt sehr viel, Wenn man dann
00:07:20: auch Psychology dazu eingibt, dann findet man eben die Manifestation von
00:07:25: verschiedenen psychologischen Erkrankungen oder sowas.
00:07:28: Das wollte ich eigentlich nicht, Also war ein bisschen schwieriger mehr zu finden,
00:07:33: aber das nur als Randinformation.
00:07:35: Die Studie war jedenfalls richtig gut.
00:07:37: Die hatte nämlich, oder zumindest so, wie ich das beurteilen konnte, war die sehr
00:07:40: gut, auch qualitativ, ist peer reviewed und hatte eben 1923
00:07:46: Teilnehmende, was für psychologische Studien extrem viel ist.
00:07:52: Genau.
00:07:53: Und in der Studie kamen verschiedene Dinge raus, Es waren mehrere
00:07:56: Teilstudien im Prinzip.
00:07:57: Ich will gar nicht zu sehr auf das Wie und das Was auch eingehen, sondern wirklich
00:08:03: hier sehr klar auf die Ergebnisse kommen, weil die total spannend sind.
00:08:07: Also erstmal haben die Forschenden hier rausgefunden, dass in ihrer Stichprobe
00:08:12: circa ein Drittel der Menschen an Manifestation glaubten.
00:08:16: Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass es eine halbwegs repräsentative
00:08:21: Stichprobe war, finde ich das erstaunlich.
00:08:25: Vielleicht liegt es auch wieder an meiner Bubble, aber ich hätte nicht gedacht,
00:08:29: dass circa ein Drittel der Menschen an Manifestation glauben.
00:08:31: Hättest du das gedacht oder wie hättest du es vorher eingeschätzt?
00:08:35: Die Zahl an sich überrascht mich jetzt nicht so.
00:08:37: Mich würde jetzt eher interessieren, was ist mit den anderen zwei Drittel,
00:08:39: sagen die alle, sie glauben nicht dran.
00:08:40: Gibt es da noch irgendwelche anderen Gruppierungen?
00:08:43: Gab es nur Ja, nein oder?
00:08:46: Das ist eine sehr gute Frage, das kann ich dir tatsächlich gar nicht so
00:08:49: aus dem Stehgreif beantworten.
00:08:52: Ich kann mich nur daran erinnern, dass sie eben geschrieben haben, dass diese circa
00:08:55: ein Drittel, es waren um die 30 Prozent, eben von sich gesagt haben,
00:09:00: dass sie daran glauben.
00:09:01: Also ich vermute, dass es Ja, Nein war, aber müsste ich nachschauen, weiß
00:09:06: ich tatsächlich nicht auswendig.
00:09:07: Dann finde ich aus meinem Bauchgefühl ein Drittel sogar fast
00:09:09: schon wenig tatsächlich.
00:09:11: Also ich hätte mit mehr gerechnet, weil ich mir vorstellen kann,
00:09:14: dass es eine ganze Reihe an Menschen gibt, die da ähnlich sind wie wir, die irgendwie
00:09:19: ja bis zu einem gewissen Grad oder also in irgendwo so einem Zwischenraum schwimmen.
00:09:25: Aber gut, vielleicht wenn es nur Ja, Nein gibt, entscheiden die sich
00:09:28: im Zweifel eher für Nein.
00:09:30: Ja genau.
00:09:31: Das kommt sicherlich auch darauf an, wie es definiert worden ist.
00:09:34: Ich weiß gar nicht, bewusst habe ich es nicht gesehen, dass die Fragen in dem
00:09:38: Detail dargestellt wurden, aber ich möchte jetzt auch nichts Falsches sagen.
00:09:42: Also da müsste ich wirklich noch mal in die Studie reinschauen.
00:09:46: Aber was eben spannend ist, sie haben sich angeschaut mit dieser Studie,
00:09:50: was erkennen wir denn bei den Personen, die an Manifestation glauben im Vergleich
00:09:56: zu den Personen, die nicht daran glauben?
00:09:58: Jetzt erstmal rein beobachtend im Prinzip.
00:10:00: Es ist kein Experiment, wo man jetzt ausprobiert hat.
00:10:05: Also könnte man ja quasi machen.
00:10:07: Man könnte ja Personen sagen, hier manifestiere mal für eine Zeit lang, was
00:10:10: auch immer, und dann gucken wir, was passiert.
00:10:12: Sondern sie haben sich jetzt wirklich die Personen angeschaut die eben daran
00:10:15: glauben oder nicht daran glauben.
00:10:18: Was man sehen konnte, war, dass Personen, die an Manifestation glauben,
00:10:24: insgesamt mehr Optimismus zeigen in Bezug auf ihre eigenen Erfolge.
00:10:32: Also das heißt im Prinzip ein höheres Erfolgsempfinden.
00:10:36: Sie schätzen sich als bereits erfolgreicher ein, aber auch in
00:10:40: Bezug auf zukünftige Erfolge.
00:10:42: Also sie erwarten mehr Erfolge bei sich.
00:10:45: Das ist soweit erstmal logisch, nicht so...
00:10:48: Ja genau.
00:10:49: Nicht ungewöhnlich, aber, und das ist der zweite Punkt,
00:10:52: der eben dann interessanter wird.
00:10:55: Objektiv betrachtet haben sie keine besseren Ergebnisse als
00:11:00: die Personen, die nicht an Manifestation glauben.
00:11:03: Es ist sogar eher im Gegenteil.
00:11:05: Diese Personen, die an Manifestation glauben, haben in dieser Studie eher mehr
00:11:09: Selbstüberschätzung gezeigt, haben häufiger riskantere Entscheidungen
00:11:14: getroffen und waren auch in ihrem Umgang mit Geld weniger verantwortungsvoll, waren
00:11:18: also häufiger pleite, bankrott, wie auch immer man es jetzt nennen möchte.
00:11:23: Das heißt zumindest in dieser Studie, dass dieses Empfinden einfach
00:11:29: der Realität nicht entspricht.
00:11:32: Erklärt wurde das quasi darüber, dass wir durch diesen Glauben an
00:11:37: Manifestation zwar ein Gefühl von Kontrolle über die
00:11:42: Situation bekommen und das uns natürlich auch Selbstvertrauen gibt,
00:11:46: aber das ist auch ein Stück weit, ja ich sag mal, den Realismus
00:11:53: weniger werden lässt.
00:11:54: Ich weiß nicht, wie ich es besser formulieren soll, aber
00:11:58: das ist ja eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis in dem Fall, dass es zwar sich
00:12:02: tatsächlich auf unser Empfinden auswirkt und vielleicht auch unsere Entscheidung
00:12:06: und unser Verhalten beeinflussen könnte.
00:12:10: Wie gesagt, das ist kein Experiment, wir wissen es nicht genau.
00:12:13: Wir können hier nicht zwangsläufig, und das ist auch wichtig, das zu sagen, nicht
00:12:16: zwangsläufig von Kausalität sprechen.
00:12:19: Es ist erstmal eine Korrelation, aber eine Korrelation, die zumindest mal
00:12:24: plausibel ist, wo wir sagen können, ja, das macht schon irgendwie Sinn.
00:12:27: Dass es dann aber objektiv sich nicht in dem widerspiegelt, was wir dann
00:12:32: erfassen können. Ja, ist tatsächlich spannend.
00:12:35: Mein allererster Impuls war auch, oh, das ist überraschend, es hätte mich nicht
00:12:40: gewundert, wenn die Leute dann auch tatsächlich ja
00:12:44: in irgendeiner Form eine positivere Lebenssituation haben,
00:12:48: sagen wir es mal so.
00:12:49: Und dann habe ich im zweiten Schritt gedacht, nee, eigentlich macht es total
00:12:52: Sinn, weil die für die immer, also um das jetzt ganz überspitzt zu sagen, für die,
00:12:57: für die immer alles gut ist und für die immer alles gut werden wird, die haben nie
00:13:02: diese Notwendigkeit zu handeln und Dinge zu verändern, um Lebenssituationen aktiv
00:13:07: zu verbessern, wie wir das ja in unserer Veränderungsfolge auch schon
00:13:10: ganz viel besprochen haben.
00:13:12: Wenn du daran glaubst, dass von alleine alles gut wird,
00:13:16: ganz simpel gesagt, dann tust du ja auch nichts, um was zu verändern,
00:13:19: sondern bleibst in dem, wo du bist.
00:13:21: Und natürlich verändert sich auch da irgendwie schleichend was.
00:13:25: Aber du würdest ja niemals aktiv einen großen Schritt der Veränderung, eine
00:13:28: radikale Maßnahme für was auch immer, wenn du jetzt wirklich gerade akute finanzielle
00:13:32: Probleme hast oder so, dann würdest du damit ja ganz anders
00:13:36: umgehen, wenn du daran glaubst, dass die Manifestation dir hilft oder wenn du
00:13:40: daran glaubst, dass du selbst dir hilfst.
00:13:43: Ja, absolut.
00:13:44: Das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht.
00:13:46: Die Wer übernimmt sozusagen die Verantwortung?
00:13:51: Übernehme ich die Verantwortung selbst oder liegt die Verantwortung in
00:13:54: irgendeiner übernatürlichen Macht, wie auch immer die aussehen mag.
00:13:59: Und es ist ganz gut, dass du das auch noch mal angesprochen hast.
00:14:01: Ich kann da vielleicht schon mal darauf verweisen, da werden wir auch bestimmt in
00:14:04: der nächsten Folge noch mal drüber sprechen.
00:14:05: Da wird es nämlich um den Zusammenhang von Angst und Hoffnung gehen.
00:14:09: Und das war ein bisschen das, was du gerade schon angeschnitten hast.
00:14:11: Da wollen wir also nicht zu viel vorwegnehmen.
00:14:13: Aber genau, es ist natürlich total spannend, sich anzugucken, wie reagieren
00:14:17: denn Menschen in gewissen Situationen vielleicht auch?
00:14:20: Und das hat natürlich dann auch wieder irgendwo damit zu Wie attribuiere ich?
00:14:26: Also das heiß gehe ich davon aus, dass ich selbst
00:14:31: schuld bin an meiner Situation auf der einen Seite im Negativen, aber
00:14:35: auch, dass ich selbst in der Lage bin, meine Situation zu verändern?
00:14:38: Oder glaube ich eben mehr daran, dass die Situation von außen beeinflusst
00:14:43: wird und ich da mehr oder weniger mich dem Schicksal ergeben muss?
00:14:48: Und das ist, glaube ich, wirklich der Kernaspekt, der dahinter steckt und
00:14:51: der durchaus nicht unwichtig ist.
00:14:55: Ja, auf jeden Fall. Was hast du denn noch so gefunden?
00:14:57: Jetzt bin ich gespannt, was noch so an Ergebnissen kam.
00:15:01: Ja, tatsächlich.
00:15:02: Der Rest ist gar nicht, also weiß ich nicht, vielleicht nicht ganz so spannend.
00:15:05: Ich habe einfach darüber, dass ich gesehen habe, es gibt so
00:15:09: viele Grenzbereiche, habe ich noch mal mich in diese Grenzbereiche sozusagen
00:15:13: vorgewagt mit anderen Studien.
00:15:16: Das heißt, ich habe mich beschäftigt auf der einen Seite mit selbsterfüllenden
00:15:20: Prophezeiungen und dem Tacebo Effekt, dann mit Visualisierung und mit Affirmation.
00:15:29: Da kann man natürlich jetzt irgendwo in alles nochmal detailliert reingehen.
00:15:32: Ich glaube, das ist jetzt gar nicht so wichtig, aber ich würde mal vielleicht
00:15:35: als erstes in den Bereich Visualisierung und Affirmation reingehen, später nochmal
00:15:39: in selbsterfüllende Prophezeiung und Placebo Effekt, um es ein
00:15:42: bisschen aufzusplitten.
00:15:45: Und zwar bei den Visualisierungen gab es eine Studie, die fand ich auch sehr
00:15:49: spannend, die hat zeigen können, allerdings auch nur eine Einzelstudie,
00:15:53: dass Visualisierungen tatsächlich sogar die Motivation senken können.
00:15:58: Das ist ein bisschen das, was du gerade schon angesprochen hast.
00:16:01: Also wenn ich jetzt davon ausgehe, ich habe akute Geldprobleme, sage ich mal,
00:16:07: und ich muss nur visualisieren, dass dieses Geld zu mir kommt, das gibt es ja
00:16:11: auch gerne mal als dieses Geldmagnet oder sowas, habe ich vielleicht
00:16:15: schon mal gesehen.
00:16:17: Genau, wenn ich das visualisiere, dann ist es ja irgendwie klar, dass meine
00:16:22: Motivation, jetzt selbstständig noch etwas zu machen, gar nicht mehr so hoch ist.
00:16:26: Und die Vermutung bei dieser Studie ist, dass es daran liegt, dass unser Gehirn
00:16:31: sich quasi dem Ziel schon näher fühlt.
00:16:34: Unser Gehirn ist ja nicht sehr gut darin zu unterscheiden, was
00:16:37: real ist und was Fiktion.
00:16:40: Das sehen wir beispielsweise auch in Hypnose.
00:16:42: Das hatten wir in der Hypnosefolge auch schon mal besprochen.
00:16:45: Und es gilt ganz allgemein, dass unser Gehirn das nicht gut unterscheiden kann.
00:16:48: Und von daher ist diese Annahme, die wir natürlich nicht bestätigen können mit
00:16:52: dieser Studie, aber diese Annahme erstmal plausibel.
00:16:55: Zu gut, unser Gehirn hat das Gefühl, wir haben das vielleicht schon erreicht oder
00:17:00: wir sind dem Ziel sehr nah und deswegen brauchen wir auch weniger
00:17:03: Motivation oder haben wir weniger Antrieb plus diese Annahme, das passiert ja
00:17:09: sowieso durch eine höhere Macht, die ja wie auch immer definiert sein kann.
00:17:15: Auch das ist ja bei Manifestationen sehr unterschiedlich, an was da geglaubt wird.
00:17:18: Ich hatte schon gesagt, Gesetz der Anziehung, es kann aber theoretisch auch
00:17:22: in Gott sein, irgendeine Form der Religion.
00:17:26: Das ist ja dabei erstmal zweitrangig.
00:17:29: Hast du da irgendwas oder wenn du nichts gefunden hast, kannst
00:17:33: du gerne auch einfach deine persönliche Meinung oder Erfahrung dazu sagen.
00:17:38: Wir hatten eben schon mal das Thema Vision Boards und Zielsetzung.
00:17:42: Weiß ich nicht, es gibt ja die berühmten Smart Ziele Und was weiß ich?
00:17:47: Ist es das Gleiche oder ist das was, was hilft?
00:17:50: Weil es irgendwie, also zumindest die Ziele sind ja auch auf konkretere
00:17:55: Maßnahmen, sag ich mal, gesetzt.
00:17:57: Vision Board erst mal ja nicht.
00:17:58: Das ist ja erst mal noch mal was anderes.
00:18:00: Hast du da Unterschiede irgendwo, die du, weiß ich nicht, anhand von der Studie
00:18:04: sagen kannst oder auch einfach aus deiner eigenen Erfahrung?
00:18:07: Ja, also genau, Vision Board würde ja eher in den Bereich Visualisierung
00:18:11: tatsächlich fallen.
00:18:12: Das ist auch noch mal abzugrenzen von der Affirmation, weil da geht es ja auch
00:18:15: darum, sich tatsächlich mit Bildern zu visualisieren, wo man irgendwie
00:18:19: hinkommen möchte, was die Ziele sind.
00:18:21: Da gibt es aber keinen handlungsweisenden Effekt,
00:18:27: weil ich nur diese Bilder habe und aber nicht irgendwie mir überlege,
00:18:32: wie komme ich denn dahin zu diesen Zielen, sondern die werden wieder irgendwo in die
00:18:38: Macht von etwas Übernatürlichem gelegt.
00:18:42: Und bei den smarten Zielen, die du angesprochen hast, es gibt ja noch andere
00:18:46: Techniken, Diese Woop Methode gibt es ja auch, vielleicht sagt das auch was.
00:18:50: Genau, die sind relativ gut meines Wissens nach erforscht.
00:18:53: Ich habe jetzt nicht mehr im Vorfeld danach geschaut, aber ich habe mich da
00:18:57: vorher schon ein paar Mal mit auseinandergesetzt.
00:18:59: Und wir haben aber den Unterschied, dass man hier ja ganz klar
00:19:03: sich zum einen kleine Ziele setzt, die auch erreichbar sind.
00:19:06: Dadurch steigt schon alleine die Motivation.
00:19:08: Und gerade wenn wir die Ziele erreichen und wir quasi uns dadurch ja auch irgendwo
00:19:13: selbst belohnen, dann wird die Motivation ja noch mal gesteigert.
00:19:17: Und zum anderen geht es aber vor allen Dingen auch darum, hier den
00:19:20: Antrieb zu schaffen und nicht sich vorzustellen, es zu machen,
00:19:24: sondern ganz konkret zu Wie gehe ich denn vor?
00:19:27: Und das würde ich sagen, ist der Unterschied, warum das eine gut ist für
00:19:31: die Motivation, das andere eher nicht.
00:19:32: Ich würde es mal darauf einfach runterbrechen.
00:19:35: Ich versuche mal dran zu denken, dass ich jeweils eine Anleitung für die Smart Ziele
00:19:39: und für die Woop Methode auch finde, die wir verlinken können, dass alle, die das
00:19:43: nicht kennen, sich das da nochmal in Ruhe anschauen können, bevor wir jetzt da einen
00:19:48: Riesenfass aufmachen und das zu erklären, dass man vielleicht
00:19:51: den Unterschied erkennt, indem man sich mit der Art und Weise der
00:19:55: Zielsetzung selber auseinandersetzt.
00:19:57: Ich glaube, das ist gut, weil sonst wird die Folge hier noch sehr, sehr lang.
00:20:02: Genau.
00:20:03: Ich hatte ja schon gesagt, ich habe mich auch noch mit Affirmationen beschäftigt.
00:20:06: Vielleicht machen wir da noch mal gerade weiter, denn das ist auch ganz spannend.
00:20:09: Da hat unter anderem auch Kathrin Schütz mal zu geforscht, die ja auch
00:20:13: schon bei uns im Podcast war.
00:20:16: Genau, aber ich habe auch nicht nur ihre Studie, sondern auch eine andere
00:20:18: Studie mir noch angeschaut.
00:20:20: Und bei ihrer Studie war es so, dass die Affirmation hier eben wirklich in
00:20:26: einem experimentellen Design genutzt wurden.
00:20:28: Also die einen Personen haben positive Affirmationen genutzt, die anderen nicht.
00:20:32: Hier konnte man also sehr klar schauen, wie vielleicht die
00:20:36: Auswirkung der Affirmation ist.
00:20:38: Und da war es eben tatsächlich so, dass die Experimentalgruppe, die die
00:20:41: Affirmation genutzt hat, ein besseres Selbstwertgefühl hat, die
00:20:46: Selbstwirksamkeitserwartung ist gestiegen und das subjektive
00:20:49: Wohlbefinden ist gestiegen.
00:20:51: Nach der Verwendung der Affirmationen.
00:20:53: Bei der Kontrollgruppe war das alles nicht.
00:20:54: Der ist jetzt eine Einzelstudie, ist aber natürlich erstmal schön zu sehen.
00:20:58: Okay, das heißt Affirmation müssen wir vielleicht irgendwo anders einordnen.
00:21:03: Ich sage aber bewusst vielleicht, weil ich habe auch noch eine andere Studie gefunden
00:21:08: und die hat es noch ein bisschen weiter aufgedröselt.
00:21:11: Die hat auch gesagt, ja, es gibt da positive Effekte,
00:21:14: aber, und das fand ich jetzt spannend nochmal, auch das eine Einzelstudie.
00:21:18: Wir können daraus jetzt nicht zwangsläufig ableiten, dass es für alle
00:21:22: Menschen gilt, aber in dieser Studie haben positive Affirmationen Menschen
00:21:26: geholfen, die sowieso schon einen hohen Selbstwert hatten.
00:21:29: Und Menschen, die eher einen niedrigen Selbstwert hatten,
00:21:33: denen hat es nicht geholfen.
00:21:35: Denen hat es im Zweifelsfall sogar eher geschadet.
00:21:39: Warum oder was ist jetzt hier die Annahme, warum das so sein könnte?
00:21:44: Die Forschenden sagen hier, es könnte daran liegen, dass
00:21:48: es einen Widerspruch gibt zwischen der Aussage der positiven Affirmation
00:21:52: und der erlebten Realität.
00:21:54: Also wenn ich mir jetzt im Prinzip sage, es ist ein simples Beispiel bei mir,
00:21:59: ich bin ein selbstbewusster Mensch und ich empfinde das aber nicht so,
00:22:03: dann erleben wir kognitive Dissonanz.
00:22:06: Das passt nicht zusammen.
00:22:08: Und kognitive Dissonanz ist nichts anderes als Stress.
00:22:13: Kognitive Dissonanz wollen wir eigentlich immer loswerden, weil das
00:22:16: ist ein unangenehmes Gefühl.
00:22:17: Da passt irgendwie was nicht zwischen unserem
00:22:21: Empfinden und dem, was wir vielleicht gerne sein wollen oder darstellen wollen.
00:22:26: Und deswegen sagen die Forschenden in dieser Studie eben, dass diese
00:22:30: unrealistischen Affirmationen oder dass Affirmationen nach hinten losgehen können,
00:22:34: wenn sie unrealistisch sind, so rum.
00:22:36: Also das heißt, dass wahrscheinlich, wenn man jetzt das darauf basiert,
00:22:41: Affirmationen zwar helfen, aber nur, wenn sie irgendwo für uns einen Wahrheitsgehalt
00:22:46: haben und nicht zu weit von unserem erlebten Selbstbild entfernt sind.
00:22:50: Das macht ja für mich durchaus auch erstmal Sinn.
00:22:53: Ja, da habe ich auf jeden Fall jetzt auch schon was gelernt.
00:22:57: Schau mal, das ist doch schön.
00:22:58: Ich finde gerade der Bereich mit den Affirmationen ist auch der, der
00:23:01: wahrscheinlich oder mit der, der am schwierigsten abzugrenzen
00:23:06: ist in diesem ganzen Bereich, weil wo sind wir da bei Manifestation?
00:23:09: Wo ist es Mindset Arbeit?
00:23:12: Wo ist es wirklich schon psychologische Arbeit?
00:23:17: Das greift ja überall irgendwie rein.
00:23:20: Voll.
00:23:20: Ja, das macht es tatsächlich auch so schwierig.
00:23:23: Was ich halt wirklich sagen würde, ist, dass Affirmationen weniger Visualisierung
00:23:28: enthalten im Normalfall, zumindest so wie ich mit ihnen arbeite.
00:23:31: Da geht es eher darum, oder so erkläre ich es zumindest
00:23:35: denjenigen, denen ich das anbiete, geht es mir eher darum, dass
00:23:40: wir die Neuroplastizität nutzen.
00:23:42: Also unser Gehirn kann ja sich quasi permanent verändern und ich nutze immer
00:23:46: ganz gern dieses Bild von der Autobahn, sprich Informationen, die wir häufiger
00:23:51: abrufen, werden leichter abrufbar im Gehirn.
00:23:54: Am Anfang ist es so ein Feldweg, der zwischen den Informationen herführt und
00:23:57: der wird immer breiter ausgebaut, bis er irgendwann eine Autobahn ist und
00:24:00: dann eben ganz leicht abrufbar wird.
00:24:03: Und das ist im Prinzip der Effekt, den ich gerne nutzen möchte
00:24:08: mit Affirmationen, dass ich also quasi für so eine Art auch fast schon kognitive
00:24:15: Umstrukturierung nutze, also quasi eher Grundannahmen, die ich habe oder
00:24:21: Glaubenssätze, die ich habe, in eine positivere Richtung zu drehen und die
00:24:27: zugänglich zu machen, dass sie für mich leichter erreichbar sind.
00:24:30: Und da geht es aber weniger darum zu Ich stelle mir jetzt vor, um
00:24:33: bei dem Beispiel zu bleiben.
00:24:35: Ich stelle mir also nicht vor, ich bin eine Person, die
00:24:40: selbstsicher ist und deswegen mache ich was auch immer,
00:24:43: sondern ich nutze wirklich im Prinzip diesen Satz, um ihn in meinem Gehirn
00:24:48: leichter zugänglich zu machen.
00:24:49: Das ist die Art, wie ich damit arbeite.
00:24:51: Das muss jetzt nicht korrekt sein, aber so würde ich es halt verstehen und nutzen.
00:24:55: Ja, oder es würde ja auch schon helfen, einfach das umzuformulieren.
00:25:00: Ich werde eine selbstbewusste Person sein.
00:25:02: Das würde vielleicht diesen Switch schon helfen, dass man weiß, okay, ich bin
00:25:07: es noch nicht, aber das ist mein Ziel.
00:25:09: Da haben wir wieder die Zielsetzung, da möchte ich hin.
00:25:14: Wäre ja auch eine Methode, das zu umgehen.
00:25:17: Auf jeden Fall. Genau.
00:25:18: Da würden wir dann diese Diskrepanz quasi etwas schließen, von der
00:25:21: wir gesprochen haben. Ja, richtig.
00:25:24: Okay, du hattest noch zwei andere Themen oder wolltest du noch was dazu sagen?
00:25:28: Ne, genau. Super.
00:25:29: Gut, dass du das sagst.
00:25:31: Genau, die anderen Themen waren selbsterfüllende Prophezeiung
00:25:35: und Placebo Effekt.
00:25:36: Und das ist im Prinzip die Erklärung, warum es sich so anfühlt,
00:25:43: als würde Manifestation funktionieren.
00:25:46: Die Grundannahme, haben wir eben gesagt, ist, dass Gedanken Realität beeinflussen,
00:25:51: dass Gedanken irgendwo auch im Endeffekt eine messbare Energie haben müssen.
00:25:56: Und um Realität beeinflussen zu können, das ist aktuell nicht nachweisbar,
00:26:03: dafür gibt es einfach keine Belege.
00:26:06: Trotzdem ist es ja nun mal so, es gibt sehr viele Menschen, die
00:26:10: stehen da total hinter und die nutzen das sehr aktiv für sich und die machen das ja
00:26:14: auch nicht nur aus einem reinen Glauben heraus, sondern die sagen einem ja
00:26:18: auch regelmäßig, es funktioniert.
00:26:19: Es hat hier funktioniert.
00:26:21: Und da ist eben die Frage, warum?
00:26:23: Also warum glauben sie das?
00:26:25: Da gibt es viele Faktoren.
00:26:27: Zwei davon sind eben selbsterfüllende Prophezeiung und oder der Placebo Effekt,
00:26:33: was irgendwo auch wieder Überschneidungen gibt.
00:26:37: Also im Prinzip, glaube ich, ist es selbsterklärend, aber ich sage es
00:26:41: vielleicht trotzdem einfach noch mal dazu.
00:26:44: Selbsterfüllende Prophezeiung heißt ja im Prinzip, ich habe eine Erwartung oder ein
00:26:49: Glauben, wie auch immer, und diese Erwartung beeinflusst mein
00:26:53: Verhalten und dieses Verhalten wiederum beeinflusst das Ergebnis, was ich bekomme.
00:26:59: Und der Placebo Effekt bedeutet...
00:27:02: Bevor du zum Placebo gehst, hast du vielleicht im Kontext Manifestation da ein
00:27:05: konkretes Beispiel, dass es ein bisschen greifbarer ist?
00:27:11: im Prinzip.
00:27:12: Von mir aus können wir einfach mal bei dem Thema Geld bleiben, weil wir
00:27:15: es jetzt mehrfach hatten.
00:27:17: Ich kann natürlich sagen, als selbsterfüllende Prophezeiung, ich
00:27:21: habe die Erwartung, weil ich manifestiere das ja, dass ich Geld bekomme
00:27:26: und ich beeinflusse das in meinem Verhalten, indem ich beispielsweise, das
00:27:29: ist jetzt sehr plakativ, aber beispielsweise auch in ein Gespräch mit
00:27:33: meinem Arbeitgeber gehe, was ich vielleicht sonst nicht
00:27:37: gemacht hätte als Beispiel.
00:27:39: Das kann auch natürlich diverse andere Sachen sein.
00:27:42: Es könnte auch sein, wenn wir auf was ganz Kleines runterbrechen.
00:27:45: Mein Kopf achtet sozusagen mehr auf das Geldthema und nimmt
00:27:51: dadurch mehr Chancen wahr.
00:27:53: Das kann auch ganz, ganz, ganz klein sein.
00:27:56: Ich sehe dann das Stück, was auf dem Boden liegt, würde ja aber für viele schon als
00:28:02: Beleg funktionieren, dass da irgendwie dieser Geldmagnet was
00:28:06: gebracht hat, weil ich habe ja das Stück auf dem Boden gefunden.
00:28:09: Das wird mir bei Geldsorgen nicht helfen.
00:28:11: Aber ich werde mehr aktiver darauf hinarbeiten, dass ich dieses Geld bekomme.
00:28:17: Vielleicht in dem Fall einfach nur, indem ich aufmerksamer bin, indem ich mehr auf
00:28:20: meine Umgebung achte, indem einfach dieses Thema Geld präsenter in meinem Kopf ist.
00:28:24: Macht das Sinn?
00:28:25: Das war ein gutes Beispiel, gerade mit dem Geld jetzt.
00:28:27: Also man findet irgendwo oder man fällt einem fällt auf, wo Geld plötzlich
00:28:31: herkommt, was man sonst im Alltag gar nicht wahrnehmen würde vielleicht.
00:28:36: Genau.
00:28:38: Das andere ist eben der Placebo Effekt, den ich schon angesprochen hatte.
00:28:41: Den kennt man natürlich aus der Medizin.
00:28:44: Und das ist ja im Prinzip bedeutet es einfach, ich glaube daran, dass etwas
00:28:48: wirkt, so ein bisschen vielschichtiger dann doch noch.
00:28:51: Da gibt es viele Dinge, die noch reinspielen.
00:28:53: Aber wenn wir es runterbrechen wollen, ich glaube daran, dass etwas wirkt.
00:28:56: Also empfinde ich, spüre ich eine entsprechende Wirkung.
00:28:59: Das gibt es auch umgekehrt als Nocebo.
00:29:02: Also das heißt, ich spüre quasi die Nebenwirkungen.
00:29:09: Und das ist ja ein durchaus gut erforschter Effekt.
00:29:14: Und das ist im Prinzip ja auch was Ähnliches.
00:29:16: Das ist auch wieder unser Glaube, der unsere Wahrnehmung verändert.
00:29:20: Da fehlt jetzt quasi zur selbsterfüllenden Prophezeiung nur der
00:29:23: Zwischenschritt des Verhaltens.
00:29:25: Den haben wir beim Placebo Effekt nicht.
00:29:28: Aber das erklärt erstmal, woher diese Gedanken kommen, dass es
00:29:33: funktioniert oder dass vielleicht auch tatsächlich sich was verändert.
00:29:36: Es kann ja durchaus sein, dass sich tatsächlich etwas verändert.
00:29:40: Und dazu kommen aber eben auch noch verschiedene Faktoren bei uns im Denken,
00:29:45: die das Ganze auch noch verstärken können.
00:29:47: Wir haben schon gerade gesagt, diese selektive Wahrnehmung
00:29:55: ist ein Teil von dem, was wir auch als magisches Denken bezeichnen würden.
00:29:58: Also das ist die Annahme, dass unsere Gedanken die Welt beeinflussen.
00:30:01: Letztendlich nur ein anderer Begriff dafür ist magisches Denken.
00:30:05: Und diese selektive Wahrnehmung würde eben das besonders hervorheben, wo
00:30:11: diese Annahme bestätigt werden könnte.
00:30:15: Da werden dann eher die anderen rationalen Erklärungen ausgeblendet, würde ich sagen.
00:30:22: Und dadurch unterliegen wir quasi diesem Bestätigungsfehler.
00:30:26: Wir fokussieren auf die Momente, in denen es funktioniert hat, also es geklappt hat.
00:30:31: Alles andere, wie gesagt, blenden wir aus und wir bestätigen uns
00:30:33: damit, es hat funktioniert.
00:30:36: Plus, und das hatten wir eben auch schon kurz angesprochen, wir verwechseln dabei
00:30:40: auch gerne Korrelation und Kausalität.
00:30:42: Ich habe es ja eben auch noch selber noch mal betont.
00:30:44: Ich hoffe, so genug angekommen.
00:30:46: In der ersten Studie, was ich dargestellt habe, war eine Korrelation.
00:30:50: Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass es da eine Kausalität gibt, dass es
00:30:55: aufgrund von diesem Glauben oder Nicht Glauben an Manifestation eben zu den
00:31:00: Ergebnissen kam, weil wir haben kein Experiment.
00:31:03: Und das ist eben das Gleiche, was uns im Alltag ständig passiert.
00:31:07: Wir sehen Verbindungen, die erstmal da sind.
00:31:11: Also es gibt da einen Zusammenhang, aber das liegt vielleicht nicht daran,
00:31:16: dass das eine das andere begründet hat.
00:31:19: Was sage ich damit?
00:31:20: Auch wieder das Ich habe Geld manifestiert,
00:31:24: ich finde Geld auf dem Boden.
00:31:27: Also würde ich jetzt die Kausalität sehen, Ich habe Geld manifestiert, deswegen
00:31:33: habe ich Geld auf dem Boden gefunden.
00:31:35: Vielleicht ist es aber einfach nur die Korrelation.
00:31:37: Ich habe Geld manifestiert und zufällig habe ich Geld auf dem Boden gefunden.
00:31:41: Und es hängt gar nicht zusammen oder zumindest nicht überzufällig zusammen.
00:31:47: Jetzt hast du ja schon einiges berichtet, wo Manifestation vielleicht tatsächlich
00:31:51: wirken kann, wo sie uns nur eine Wirkung einbildet, möchte ich nicht sagen
00:31:57: vormacht, jetzt kann man ja gut, macht ja aber auch nichts.
00:32:03: Also auch wenn also in deiner Studie vom
00:32:07: Anfang, auch wenn es den Leuten zwar objektiv schlechter ging, was auch immer
00:32:12: das heißen mag, ging es ihnen ja trotzdem gut damit oder sogar besser.
00:32:17: Was mir noch wichtig wäre, warum wir ja auch dem Thema so kritisch
00:32:21: gegenüberstehen, welchen potenziellen Schaden kann denn
00:32:24: Manifestation auch anrichten?
00:32:26: Wir hatten es ja immer mal wieder, gerade in Bezug auf Krankheiten,
00:32:30: wo auch immer wieder dieses Thema aufkommt und ich nehme an, Schuld ist ein großes
00:32:34: Thema, aber das wirst du besser erklären können, mehr zu sagen können.
00:32:38: Vielleicht kannst du uns ein bisschen da noch mal mitnehmen, welche Risiken
00:32:43: Manifestation eben auch haben kann.
00:32:46: Ja, total. Also das ist mir auch sehr wichtig.
00:32:48: Also ich glaube, selbst diese erste Studie zeigt ja auch, dass es eben nicht nur
00:32:53: diese Seite gibt von naja, macht ja nichts, weil wenn ich
00:32:57: vorausgesetzt, es wäre eine Kausalität, wenn ich wirklich dadurch Risikoverhalten
00:33:01: zeige, kann das halt schon auch negative Konsequenzen haben.
00:33:06: Aber genau wenn wir es auch wirklich mal auf die Pferde vielleicht anwenden und
00:33:11: Ja, mein Pferd ist krank und ich glaube daran, dass letztendlich
00:33:18: das, was ich mir vorstelle, eine Veränderung bei meinem Pferd
00:33:21: hervorrufen kann und es funktioniert nicht,
00:33:24: Dann ist der Umkehrschluss daraus, der zwangsläufig
00:33:28: Ich hab was falsch gemacht, ich habe nicht genug daran geglaubt, ich
00:33:33: habe keine Ahnung, nicht genug manifestiert.
00:33:36: Ich weiß nicht genau.
00:33:37: Da können ja diverse Ideen wieder eine Rolle spielen.
00:33:41: Im Endeffekt ist es auch egal, wie da der genaue Wortlaut ist.
00:33:45: Aber der Punkt ist, und das hast du gerade schon gut gesagt, es geht darum, dass wir
00:33:50: uns als schuldig empfinden und diese Schuld
00:33:56: eben für etwas erleben, für das es im Zweifelsfall keine Schuldigen gibt oder
00:34:01: wo die Schuldigen in ganz anderen Dingen zu suchen sind.
00:34:05: Also machen wir es auch noch mal konkret.
00:34:07: Nehmen wir das Beispiel Mein Pferd hat Equines Asthma und es wird
00:34:13: nicht besser, obwohl ich ja schon alles tue dafür und ich auch ein positives
00:34:18: Mindset habe und ja eigentlich auch tatsächlich natürlich
00:34:22: nützliche Dinge mache, also inhaliere und mein Pferd bewege
00:34:28: und es wird trotzdem nicht besser.
00:34:30: Und dann würde ich jetzt vielleicht daraus sagen, dass das an mir liegt, dass ich es
00:34:35: einfach nicht gut genug mache, was auch immer ich nicht gut genug
00:34:39: mache, das ist dabei egal.
00:34:41: Vielleicht gibt es aber durchaus objektive Gründe, warum es nicht besser wird.
00:34:45: Das kann ja diverses sein.
00:34:47: Vielleicht wird in dem Stall viel gefegt, klingt jetzt blöd, aber das alleine
00:34:53: wirbelt sehr, sehr viel Staub auf, Da kann ich noch so viel Einstreu verändern und
00:34:59: Heu verändern und dann ist trotzdem ganz, ganz viel Staub in der Luft
00:35:03: und den atmet mein Pferd vielleicht trotzdem wieder ein oder anderes.
00:35:10: Das Pferd hat halt lange in einem Stall gestanden, wo
00:35:14: viel Heu gefüttert wurde, bei dem große Schimmelanteile zu finden
00:35:20: waren und das Pferd hat das seitdem.
00:35:22: Dann ist es nicht meine Schuld.
00:35:23: Wenn ich das Pferd damals auch noch gar nicht hatte, dass das Pferd erkrankt ist,
00:35:26: da kann ich dann gar nichts dran ändern.
00:35:29: Also ändern kann ich natürlich an den Symptomen dann schon was, aber zumindest
00:35:32: nicht an der Erkrankung selbst.
00:35:35: Und das ist eben die Gefahr, dass man die Schuld bei sich sucht und womöglich sogar
00:35:39: die Schuld für etwas, für das es einfach keine Schuldigen gibt, wenn wir
00:35:44: es ganz objektiv betrachten.
00:35:46: Ja, das auf der einen Seite zum Thema Schuld, das andere,
00:35:51: was mir jetzt gerade einfällt als Beispiel, hat gar nicht, also ja, da will
00:35:56: ich gar nicht so das Schuldfass aufmachen.
00:35:58: Genau, das andere Beispiel ist, wo, weiß ich nicht, nehmen wir das völlig
00:36:02: überfettete Pferd und die Besitzerin, der Besitzer erkennt
00:36:09: den Ernst der Lage nicht und das Pferd steht trotzdem 24 Stunden auf der Wiese,
00:36:12: weil das ist ja natürlich, dem Pferd geht es doch gut, wenn es draußen ist mit den
00:36:16: anderen und dann kommt das Pferd eine Rehe oder was auch immer.
00:36:20: Das wäre ja genau das andere Beispiel, dass man sich dieses schöne Bild
00:36:26: von Freiheit fürs Pferd und nur das beste Wollen fürs Pferd ist natürlich jetzt,
00:36:31: also ja, wo ist das Manifestation?
00:36:33: Es ist auch schwierig, aber dieses, ja, der ist halt ein bisschen
00:36:37: zu dick und nicht den Ernst der Lage erkennen, weil man nur das Positive sieht
00:36:43: im übertragenen Sinne ja schon auch irgendwie eine Art der Manifestation,
00:36:46: dass man das Risiko eben nicht erkennt.
00:36:49: Ja, genau.
00:36:50: Das wäre wahrscheinlich tatsächlich eher so ein Bereich Mindset.
00:36:53: Also da fehlt, würde ich sagen, jetzt im Moment das Manifestationsthema so direkt.
00:36:58: Aber genau ist letztendlich auch ein Punkt von diesem,
00:37:04: von diesen Visualisierungsgeschichten, sage ich mal.
00:37:06: Also ich visualisiere in dem Fall jetzt vielleicht einfach ein total glückliches
00:37:11: Pferd, was eben 24 7 auf der Wiese steht.
00:37:14: Das war das, was ich sagen wollte und ich nicht in Worte gefasst habe.
00:37:19: Nee, aber macht ja Sinn.
00:37:20: Ich wollte nur noch mal ein bisschen konkreter fassen, dass das klarer wird.
00:37:23: Ja, genau.
00:37:25: Das halte ich auch für schwierig, sowohl auf Pferdeebene als auch dann auf
00:37:30: menschlicher Ebene, dass da natürlich das Risiko besteht,
00:37:36: einfach sich selbst auch was vorzumachen vielleicht.
00:37:41: Und auf der anderen Seite, wenn wir jetzt beim Pferd auch bleiben, gerade in der
00:37:44: Beziehungsebene zwischen Mensch und Pferd, kann es vielleicht tatsächlich sogar
00:37:49: helfen, mit einem positiven, ich meine, wie oft haben wir schon über innere Bilder
00:37:52: auch beim Reiten und so weiter gesprochen im Podcast,
00:37:55: das kann ja durchaus auch helfen, wenn man mit einer positiven Grundstimmung zum
00:37:59: Pferd kommt, dass sich dadurch der Umgang schon ganz
00:38:03: sehr verändert, weil das Pferd diese andere Stimmung eben auch spürt und die
00:38:08: andere Begegnung wortwörtlich in dem Fall einfach wahrnimmt, anstatt die Angst
00:38:15: zum Beispiel des Menschen zu spüren.
00:38:17: Wenn wir mal wieder bei dem ganz plakativen Beispiel bleiben.
00:38:21: Ja, und da würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, im
00:38:24: Mentaltraining wird ja auch Visualisierung benutzt und
00:38:28: das wird auch beispielsweise genutzt, um Angst und Stresszustände zu reduzieren.
00:38:32: Das funktioniert meines Wissens nach auch, habe ich jetzt auch keine
00:38:35: Studien zu, gebe ich auch zu.
00:38:37: Aber da sind wir eben bei dem gleichen Thema wie bei Hypnose letzten Endes.
00:38:42: Das Gehirn kann das nicht gut unterscheiden, ob das tatsächlich wahr ist
00:38:46: oder wir uns das vorstellen.
00:38:48: Das wäre dann ein Bereich von Visualisierung, wo ich sagen würde, da
00:38:51: kann es durchaus Sinn machen, dass ich mich da sehr aktiv in die Situation
00:38:55: reindenke und reinfühle und mir vorstelle, wie es ist, wenn ich keine Angst habe,
00:39:00: wenn ich keinen Stress im Stall habe oder beim Reiten oder beim Ausreiten.
00:39:04: Also dementsprechend auch da wieder die Differenzierung durchaus wichtig.
00:39:09: Ja, ich finde, das fasst eigentlich ganz gut zusammen, warum
00:39:13: unsere Meinung bei dem Thema nicht so ganz klar ist,
00:39:17: dass Manifestation in gewissem Rahmen schon auch helfen kann,
00:39:22: aber dass es eben auch Risiken birgt.
00:39:24: Oder haben wir noch irgendwas vergessen, irgendein Bereich, zu dem
00:39:27: du noch was sagen möchtest?
00:39:29: Ja, tatsächlich schon.
00:39:31: Also ich finde, dass Manifestation da schwierig wird, wo es in
00:39:38: enorm spirituelle Bereiche reingeht.
00:39:42: Warum?
00:39:44: Weil wir da irgendwo das Risiko haben, dass wissenschaftliche Ansätze
00:39:51: schnell auch runtergeredet werden, nicht mehr ernst
00:39:55: genommen werden und man eben schnell auch in den Bereich
00:39:59: kommt, wo dann einfach sehr und wissenschaftliches Zeug
00:40:09: unhinterfragt angenommen wird.
00:40:12: Warum sage ich das?
00:40:13: Weil ich glaube, dass, also ich halte Spiritualität
00:40:16: per se nicht für ein Problem.
00:40:18: Das möchte ich auch wichtig noch mal dazu sagen.
00:40:20: Ich glaube aber schon, dass es je nach Person und auch das noch mal meine
00:40:24: persönliche Meinung, dass es je nach Person auch ein
00:40:27: Eintrittstor sein kann für Esoterik und für in dem Fall auch
00:40:34: Verschwörungstheorien.
00:40:36: Und das heißt, ich finde, man muss das, man muss natürlich nicht, Ich würde es
00:40:42: sinnvoll finden, Manifestation als das zu sehen, was es ist.
00:40:46: Also sich da auch wirklich mit dem zu befassen, wo kann es helfen, wo kann es
00:40:51: aber vielleicht auch schaden und da eben nicht unhinterfragt Dinge anzunehmen, die
00:40:55: vielleicht auch eher in sogar esoterischen Bereich fallen.
00:40:59: Ich glaube, das wäre mir wichtig und ich würde auch gerne tatsächlich zum
00:41:03: Ende hin, weil ich jetzt doch sehr negativ auch immer wieder mich über Manifestation
00:41:08: geäußert habe, gerne auch noch mal einen positiven Teil mitgeben.
00:41:11: Aber ich würde das erst tun, wenn du nichts mehr zu sagen hast, sozusagen.
00:41:15: Also ich weiß nicht, ob du noch was ergänzen möchtest.
00:41:17: Ne, ich finde, du hast es gerade eigentlich perfekt zusammengefasst.
00:41:20: Also dem kann ich mich nur anschließen.
00:41:24: Sehr gut, das freut mich.
00:41:25: Genau.
00:41:26: Ich würde tatsächlich gerne zum Abschluss noch was Positives dazu sagen, weil
00:41:32: ich finde bei all dem, also wir müssen uns klar nach aktuellem Stand der Wissenschaft
00:41:37: funktioniert manifestieren nicht, manifestieren als
00:41:41: klassische Manifestation.
00:41:43: Es ist also eher eine Illusion von Kontrolle, die wir bekommen, aber das
00:41:48: stärkt unser Selbstwirksamkeitserleben.
00:41:52: Das ist erstmal nichts Schlechtes.
00:41:55: Und das Spannende ist, das ist jetzt auch keine Studie, sondern
00:41:59: das habe ich mir aus einem Buch geklaut und das würde ich in dem Fall auch
00:42:02: gerne einfach mal empfehlen wollen.
00:42:03: Das ist das Buch Sei deiner Zeit voraus von Timon Krause, was ich sehr gut finde.
00:42:09: Genau, das heißt, man kann im Prinzip das aber nutzen.
00:42:11: Also ich kann selbst wenn ich nicht an Manifestationen glaube,
00:42:15: es für mich nutzen, um auch das Kontrollgefühl zu steigern, um
00:42:20: mein Selbstvertrauen zu steigern, um mein Selbstwirksamkeitsgefühl zu steigern.
00:42:26: Das heißt einfach, wenn wir uns bewusst dafür entscheiden, daran zu glauben oder
00:42:32: einfach nur uns bewusst dafür entscheiden, so zu tun, als würden wir daran glauben,
00:42:36: können wir trotzdem irgendwo dieses magische Denken für uns nutzen und
00:42:40: von den positiven Seiten profitieren.
00:42:43: Das ist zumindest die Annahme.
00:42:45: Ich möchte jetzt daran glauben.
00:42:47: Ich erlaube mir jetzt zu glauben, dass das stimmt, weil ich das eigentlich
00:42:51: sehr schlüssig finde.
00:42:53: Auch da wieder, unser Gehirn unterscheidet nicht so gut.
00:42:57: Dabei kann man ja durchaus weiterhin dem Ganzen wissenschaftlich kritisch
00:43:02: gegenüberstehen und trotzdem Hey, ich nutze das jetzt trotzdem für
00:43:07: mich, auch wenn ich nicht wirklich überzeugt davon bin, aber es schadet mir
00:43:11: auch nicht und vielleicht tut es mir gut.
00:43:13: Und das finde ich irgendwie einen schönen Gedanken auch für die
00:43:16: Menschen, die wie ich da vielleicht eher, wie gesagt, wissenschaftlich rangehen und
00:43:21: sagen, da ist ja erstmal aktuell nicht viel dran vom aktuellen
00:43:26: Stand der Wissenschaft.
00:43:27: Aber man kann es halt vielleicht trotzdem für sich nutzen und auch ein bisschen
00:43:30: diese Magie, die dabei ja auch eine Rolle spielt, dieses Gefühl,
00:43:35: da gibt es vielleicht doch irgendwas, was unser Leben beeinflusst, auch in sein
00:43:38: Leben lassen und das tut hier durchaus auch mal gut, das Gefühl zu haben, es gibt
00:43:43: vielleicht doch noch mehr, als dass ich alles irgendwie selber verantworten muss.
00:43:49: Und genau das wollte ich eigentlich gerne noch mal zum Ende hin mitgeben.
00:43:53: Und wer noch mehr Interesse am Thema magisches Denken oder weitere Techniken
00:43:58: aus dem Bereich, wie man auch zwischen den Denkarten sozusagen wechseln kann,
00:44:03: haben möchte, dem würde ich eben das Buch Sei deiner Zeit voraus von
00:44:06: Timon Krause empfehlen.
00:44:08: Unbezahlte Werbung, ich kriege nichts dafür, aber ich finde das Buch einfach
00:44:11: gut und es passte gut zum Thema.
00:44:12: Deswegen wollte ich das noch einmal loswerden.
00:44:15: Dann weiß ich, was auf meiner Leseliste landet.
00:44:17: Ich werde es auf jeden Fall auch wieder verlinken.
00:44:21: Perfekt, wunderbar.
00:44:23: Dann würde ich sagen, war das jetzt aber tatsächlich das perfekte Schlusswort.
00:44:27: Ich bin sehr gespannt.
00:44:28: Also es würde mich bei dem Thema besonders interessieren,
00:44:31: was unsere Zuhörer innen zu sagen haben, wie sie dem Thema gegenüberstehen.
00:44:36: Also kommentiert gerne auf Instagram unter dem entsprechenden Beitrag,
00:44:40: schreibt bei Spotify Kommentare, vielleicht sehe ich sie dann
00:44:43: zur Abwechslung auch mal.
00:44:45: Schreibt uns eine Mail.
00:44:46: Ihr findet wie immer allen Kontakt zu uns in den Shownotes.
00:44:50: Ich bin wirklich gespannt, was hier an Feedback kommt.
00:44:53: Danke fürs Zuhören bei dieser Folge von Psycholohü.
00:44:56: Wenn sie dir gefallen hat, hinterlass uns doch eine positive Bewertung und
00:45:00: teile Video dieses die Folge.
00:45:01: Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche und deine
00:45:03: Gedanken zum Thema.
00:45:05: Du findest Carina auf Instagram unter @mindequus_CarinaWarnstaedt
00:45:09: Lea findest du unter @virtuelleAssistenz_Lea und den
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00:45:15: Alle Links findest du auch in den Shownotes.
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