#58 Annica Hansen über Ego, Authentizität und warum ihre Pferde ihr das Leben erklären mussten
Shownotes
Was hat unser Ego mit unserem Umgang mit Pferden zu tun? In dieser Folge von Psycholohü sprechen wir mit Annica Hansen. Sie ist vielen bekannt als „Pferdemädchen durch und durch“, wie sie sich selbst nennt, Content Creatorin und Gründerin von Ponyliebe. Annica hat mit uns über ihren persönlichen Weg zu einem bewussten, pferdefreundlichen Umgang gesprochen. Dabei teilt sie offen, wie Leistungsdruck, Sicherheitsbedürfnis und persönliche Prägungen ihren Weg mit den Pferden beeinflusst haben. Wir sprechen über Social Media, über Erwartungen von außen und darüber, warum es langfristig leichter ist, echt zu sein, als eine Rolle zu spielen. Dieses Gespräch hat uns berührt und inspiriert. Hoffentlich geht es euch genauso!
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Transkript anzeigen
00:00:05: Psycholo-Hü, der Podcast über Pferde und Psychologie.
00:00:08: Wir sind Carina Warnstedt, Psychologin und Begleitung für Menschen mit
00:00:11: chronisch kranken Pferden,
00:00:13: und Lea Schneider, virtuelle Assistenz für Selbstständige in
00:00:15: der Pferdebranche und Pferdeverhaltenstrainerin.
00:00:18: Wir nehmen dich mit in unsere Gedanken zu verschiedenen Themen aus dem Bereich
00:00:21: Pferd-Mensch-Beziehung und in spannende Interviews zu den Themen
00:00:25: Pferde und Psychologie.
00:00:30: Hallo und herzlich willkommen zu dieser Folge von PsycholoHü.
00:00:34: Heute haben wir einen Gast bei uns, der schon ein bisschen länger
00:00:36: auf unserer Liste steht.
00:00:38: Und wie immer würde ich sagen, stell dich gerne einmal selber vor.
00:00:42: Hi, ich bin Annica.
00:00:43: Ich freue mich, dass ich bei euch im Podcast sein darf.
00:00:46: Ich bin Pferdemädchen durch und durch.
00:00:48: Ich glaube, das beschreibt mich mit am allerbesten.
00:00:52: Ich habe eine lange Reise als Moderatorin hinter mir, jobtechnisch, und habe dann so
00:00:57: ein bisschen in die Pferdebranche gewechselt, aber nicht als Trainerin
00:01:00: oder so, sondern eher auf Social Media.
00:01:02: Das heißt, ich habe das Leben von meinem allerersten Pferd
00:01:05: Wölbchen und mir auf YouTube geteilt, bin irgendwann bei Instagram gelandet,
00:01:10: habe eine eigene Marke gegründet mit Ponyliebe und war doch relativ klassisch
00:01:15: in der Sportpferde-Bubble unterwegs, habe da auch zum Beispiel den CHIO moderiert.
00:01:19: Und irgendwann hat mein Pferd mir erklärt, also ich hatte dann auch mehr Pferde, habe
00:01:23: meinen eigenen Hof gekauft und so weiter, und irgendwann haben meine Pferde mir dann
00:01:26: erklärt, dass das so vielleicht nicht weitergeht, wie ich das mache.
00:01:29: Und auch wenn ich glaubte, dass ich Dinge immer schon
00:01:32: für meine Pferde gemacht habe und die auch immer schon geliebt habe, ich glaube, das
00:01:35: würde fast jeder Pferdebesitzer von seinen Tieren sagen, gab es da ganz schön
00:01:39: viel umzudenken, neu zu lernen.
00:01:41: Und diese Reise teile ich jetzt seit 2, 3 Jahren und Ja, das war
00:01:45: eine stürmische Zeit.
00:01:48: Und genau, jetzt sind wir da, wo wir jetzt sind.
00:01:51: Wir sind auf dem eigenen Hof nach wie vor und versuchen, die Dinge einfach noch
00:01:54: besser zu machen als früher oder anders zu machen als früher.
00:01:57: Und vor allem versuche ich halt, Menschen daran teilhaben zu lassen und ihnen den
00:02:00: Mut zu geben, dass sie auch diesen Weg gehen.
00:02:02: Also nicht genau meinen Weg, aber einen Weg, der den Pferden eben ein
00:02:05: bisschen mehr dient als das, was ich so früher veranstaltet habe.
00:02:09: Ja, das ist mega toll, dass du das machst.
00:02:11: Und vor allen Dingen ja auch, also ich finde es immer sehr authentisch, wie
00:02:13: du dich da auch vor die Kamera stellst.
00:02:14: Ich glaube, da können sehr viele Leute von profitieren.
00:02:18: Was uns aber auch interessieren würde, ist, wie bist du denn überhaupt
00:02:21: zu den Pferden gekommen?
00:02:22: Also klar, die Reise mit Wölbchen, die hat man vielleicht irgendwo verfolgt, aber
00:02:26: sicherlich war davor ja auch schon mal irgendwo Reiten, Pferde
00:02:29: ein großes Thema bei dir.
00:02:31: Magst du uns da mal ein bisschen mitnehmen?
00:02:34: Kann ich sehr, sehr gerne machen.
00:02:35: Ich komme nicht aus einer Reiterfamilie.
00:02:36: Viele denken das witzigerweise immer, dass ich irgendwie aus so Reiterkreisen komme.
00:02:40: Gar nicht.
00:02:42: Ich habe ganz klassisch tatsächlich mich als kleines Mädchen in Pferde verliebt.
00:02:45: Also ich bin, bitte nicht nachmachen, immer zu so einer Koppel gefahren
00:02:48: und habe ein schwarzes Pferd da gefüttert.
00:02:51: Das sollte man nicht tun.
00:02:52: Ich habe für dieses Pferd tatsächlich auch Gras geschnitten, das in der Sonne
00:02:56: getrocknet, und ihm dieses Heu gebracht, weil mir das ganz wichtig war,
00:02:59: dieses Pferd zu versorgen.
00:03:00: Auch das bitte nicht nachmachen.
00:03:02: Mich hat damals keiner daran gehindert, und ich war wahnsinnig fasziniert von den
00:03:06: Tieren einfach und durfte dann irgendwann so meine erste Schulpferdestunde nehmen
00:03:09: und bin dann wirklich ganz klassisch so über diesen Schulbetrieb halt
00:03:13: aufs Pferd gekommen.
00:03:14: Und für mich waren die Pferde immer so mein sicherer Ort.
00:03:17: Der Stall war mein sicherer Ort und demnach habe ich versucht, da
00:03:19: möglichst viel Zeit zu verbringen.
00:03:21: Habe dann gefegt, mitgeholfen, gefüttert, halt all diese Arbeiten mitgemacht,
00:03:26: gemistet, die im Stall so anfallen und habe mir darüber halt auch mehr
00:03:28: Reitstunden verdient und bin dann irgendwann zum ersten Pflegepferd, zur
00:03:31: ersten Reitbeteiligung gekommen und ja, irgendwann habe ich mit Mitte 20 bzw.
00:03:37: eher so mit 23, glaube ich, eine neue Reitbeteiligung gesucht und bin
00:03:41: dann auf Wölbchen gestoßen, die dann ein Jahr später meine wurde.
00:03:46: Ach krass, ja schön.
00:03:48: Das erinnert mich tatsächlich sehr auch an die Geschichte von Lea und mir.
00:03:51: Ich glaube, da haben viele Pferdemädchen irgendwie was Ähnliches erlebt.
00:03:54: Aber richtig schön, dass du dann auch so zu Wölbchen gekommen bist.
00:03:57: Ja, also Wölbchen war halt ein riesengroßer Glücksgriff, ohne dass ich
00:04:01: das damals wusste, weil die halt im Endeffekt ja
00:04:04: mein ganzes Leben verändert hat.
00:04:05: Also all das, was heute ist, was heute auch mein Job ist, wo ich heute lebe,
00:04:09: Das wäre halt ohne dieses Pferd nicht entstanden.
00:04:11: Und die hatte sicherlich auch nicht nur die leichtesten Zeiten mit mir, weil ich
00:04:15: halt auch einfach damals von vielen Dingen überhaupt keine Ahnung hatte.
00:04:19: Ich hatte plötzlich dieses eigene Pferd und dann habe ich mal losgelegt und
00:04:22: Wölbchen hat halt sozusagen als Lernobjekt gedient.
00:04:26: Und ja, das war der Grund, warum ich gesagt habe, okay, die hat sich die beste
00:04:29: Rente oder das beste alte Pferdleben der Welt verdient.
00:04:33: Und das war ja tatsächlich auch der Grund, dass ich dann nach einem
00:04:35: eigenen Hof gesucht habe.
00:04:37: Kommt mir irgendwo bekannt vor.
00:04:39: Ich glaube, das geht vielen so.
00:04:41: Also dieser Antrieb einfach, dass man die Pferde anders halten möchte.
00:04:46: Ja, das fände ich aber ganz spannend.
00:04:47: Du hast gerade schon gesagt, es hat sich ja viel verändert.
00:04:51: Hat sich denn die Rolle von den Pferden in deinem Leben verändert oder ist die
00:04:54: irgendwie doch immer der Kern der gleiche geblieben?
00:04:57: Die Rolle, die Pferde damals gespielt haben und die sie heute spielen?
00:05:00: Es ist total spannend, weil ich glaube, dass sich das zweimal geändert hat.
00:05:04: Und ich glaube, heute ist die Rolle der Pferde abgesehen davon, dass sie für mich
00:05:08: natürlich auch einfach ein wichtiger Jobaspekt geworden sind, ich glaube, das
00:05:12: darf man so ehrlich sagen, hat sich aber die Rolle der Pferde für die
00:05:16: private Annica wieder so entwickelt, wie es früher war.
00:05:20: Und ich habe leider mal, oder vielleicht auch zum Glück, ich glaube, solche
00:05:23: Geschichten gehören zum Leben dazu, mal so einen riesengroßen Schlenker und so
00:05:26: eine riesengroße Kurve gemacht in so eine Richtung, wo die Pferde eben
00:05:31: nicht mehr das für mich waren, was sie mal waren, weil sie waren für mich
00:05:33: eben immer der sichere Ort.
00:05:35: Ich habe bei den Pferden so viel Freude gehabt, ich habe
00:05:39: überhaupt keinen Leistungsdruck gespürt. Das war halt alles egal.
00:05:41: Ich wollte einfach früher in der Nähe dieser Tiere sein,
00:05:44: und ich hatte da keinen Leistungsgedanken oder keinen
00:05:48: Erfolgsdruck oder irgendwie ein großes Ego, was irgendwas erreichen wollte.
00:05:52: So, ich wollte einfach Zeit mit diesen Pferden verbringen.
00:05:54: Und gerade in meinen ersten Jahren, wo ich dann auch irgendwie so ein Pflegepferd
00:06:00: hatte, das war so ein ausgedientes Schulpferd, was keiner so wirklich haben
00:06:03: wollte, weil der war ein bisschen seltsam.
00:06:05: Andere fanden ihn seltsam, ich fand ihn toll, weil er war riesengroß und sehr,
00:06:08: sehr weiß, also er war ein kompletter Schimmel-Schimmel
00:06:12: und er hatte ungefähr Angst vor allem. Demokrat.
00:06:15: Und ich habe dieses Pferd so abgöttisch geliebt und Demokrat hat halt für alles
00:06:18: unfassbar lange gebraucht, weil er halt auch vor allem unfassbar viel Angst hatte.
00:06:21: Und ich hatte keinen Zeitdruck mit dem, ich saß mit dem irgendwo an einem Teich,
00:06:24: ich saß mit dem, also ich habe dem halt alles so gezeigt
00:06:27: und einfach die Zeit, die ich mit ihm hatte, war Gold wert und
00:06:30: irgendwann kam dann halt Wölbchen, und man hat Leute dabei beobachtet, wie sie
00:06:34: Turniere reiten, wie sie ehrgeizig sind, und das macht ja alles was mit einem.
00:06:37: Und ich glaube, dass mich das— also vergiftet ist ein großes Wort, aber das
00:06:41: hat mir eigentlich das, was Pferde für mich waren, so ein bisschen versaut.
00:06:45: Und ich brauchte halt eine ganze Weile und gefühlte Jahrzehnte, um da einmal
00:06:49: wieder auszusteigen aus dem Zug.
00:06:51: Aber ich glaube, ich bin da jetzt draußen.
00:06:53: Also ich würde mich da nicht komplett von freisprechen, ich glaube, keiner
00:06:56: kann sich komplett freisprechen.
00:06:58: Dass man Ego-Themen hat oder dass man natürlich irgendwie auch
00:07:02: gerne erfolgreich ist.
00:07:03: Aber ich habe es, glaube ich, geschafft, die Pferde zu einem ganz, ganz großen Teil
00:07:06: wieder zu dem zu machen, was sie ganz, ganz früher für mich waren.
00:07:11: Ja, das ist ja total wertvoll.
00:07:12: Aber ich finde es ganz spannend, dass du sagst, ja, jeder hat
00:07:15: irgendwo ein Ego-Thema. Das glaube ich auch.
00:07:18: Das heißt, du würdest sagen, das war die Reise, den Schlenker, den du da
00:07:21: gemacht hast, das war für dein Ego?
00:07:23: Oder habe ich das falsch verstanden?
00:07:25: Ja, ich meine, wir Menschen machen ja irgendwie final eine ganze
00:07:28: Menge für unser Ego, ne?
00:07:29: Also wenn man anfängt, mit sich selber zu arbeiten oder sich der
00:07:32: Persönlichkeitsentwicklung mal so ein bisschen hinzugeben, entdeckt man ja
00:07:35: unfassbar viele Dinge über sich selber.
00:07:38: Und Ego ist halt einfach das, was wir Menschen mit uns rumtragen.
00:07:42: Also warum wollen wir gefallen?
00:07:44: Warum wollen wir erfolgreich sein?
00:07:46: Da können sicherlich grundlegende Überlebensmechanismen hinterstecken, dass
00:07:49: wir sagen, okay, wir wollen natürlich erfolgreich sein, um zum Beispiel
00:07:51: Geld zu verdienen und sicher zu sein. Ja.
00:07:54: Aber wir wollen gerne gemocht werden, wir wollen gerne beliebt sein.
00:07:57: Das sind ja sehr, sehr offensichtliche Dinge.
00:08:01: Da muss man ja nicht mal tief irgendwo reintauchen oder viel graben.
00:08:06: Und dieser Ehrgeiz und so weiter.
00:08:08: Ich glaube halt, dass das oft und so wichtig ist, dass das Dinge
00:08:13: verdeckt, die eigentlich wichtiger wären.
00:08:16: Und das zu erkennen und das bei sich selber zu beobachten, da rauszuzoomen,
00:08:20: sich dabei vielleicht auch mal lächelnd milde zu beobachten,
00:08:23: Und dann andere Entscheidungen zu treffen.
00:08:24: Ich glaube, das ist halt irgendwie so ein bisschen unsere Aufgabe.
00:08:26: Gar nicht nur in Bezug auf die Pferde, sondern vielleicht sogar in
00:08:29: Bezug auf unser gesamtes Leben.
00:08:32: Und das klappt auch nicht immer.
00:08:34: Also ich will denjenigen sehen, der sagt, das klappt immer.
00:08:37: Also mein Ego kommt auch noch mal um die Ecke und sagt: Ey, hast mich ja schön
00:08:39: vergraben, aber hi, hier bin ich.
00:08:41: Na, wie sieht's denn aus?
00:08:42: Und die Kunst ist ja eigentlich, dass man gelernt hat, sich das anzuschauen, das zu
00:08:47: identifizieren, sagen so: Ah, da bist du wieder.
00:08:50: Okay, was möchtest du denn gerne?
00:08:51: Ja, nee, machen wir anders.
00:08:54: Ja, voll. Auch gerade das: Was möchtest du denn?
00:08:56: Das ist ganz, ganz wichtig.
00:08:59: Ich weiß nicht, ob du das teilen möchtest oder ob dir das zu persönlich ist.
00:09:03: Hast du ein Beispiel, was so ein Grund dahinter sein kann, dass man
00:09:08: so sein eigenes Ego vielleicht pushen muss?
00:09:11: Kann ja auch, muss ja nicht mal ein persönliches Beispiel von dir sein, aber
00:09:13: ich finde, das macht es immer greifbarer.
00:09:16: Ich glaube tatsächlich bei mir, also wie gesagt, jeder hat ein Ding mit
00:09:22: seinem Ego, glaube ich, aber ich glaube, dass bei mir viel größer
00:09:25: solche Überlebensmechanismen sind.
00:09:27: Also ich komme eben nicht aus so einer ganz heilen Familie,
00:09:31: und für mich ist Existenz, Sicherheit, Geld verdienen, finanzielle Sicherheit
00:09:35: ist halt ein sehr, sehr großer Faktor.
00:09:38: Und ich habe halt schon, weil ich mich sehr, sehr früh selbstständig gemacht
00:09:40: habe, weil ich bin mit 17 ausgezogen, war quasi ab da mehr oder weniger
00:09:43: selbstständig, habe das während meinem Abi gemacht, Habe meine Uni hingeschmissen und
00:09:47: habe gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet.
00:09:49: Eben lange als Model, dann beim Fernsehen.
00:09:52: Also ich habe mir ein Konstrukt aufgebaut, in dem ich mir ein besseres Leben schaffe.
00:09:57: Und ich glaube, dass mein größter Antrieb tatsächlich nicht mal dieses unbedingt
00:10:01: gefallen wollen war, aber ich habe einfach gelernt, dass ich
00:10:06: über Leistung, über in Anführungsstrichen perfekt sein, über mich überall reinfinden
00:10:12: dass ich darüber halt meinen Job gut machen kann.
00:10:16: Und das gibt mir Sicherheit, das gibt mir Sicherheit in meiner Existenz,
00:10:20: das sorgt dafür, dass ich finanziell gut dastehe oder einfach genug habe.
00:10:25: Und diese Dinge habe ich, glaube ich, einfach unbewusst,
00:10:30: ohne das je manipulativ oder böse nutzen zu wollen, ich habe das einfach
00:10:33: für mich perfektioniert.
00:10:35: Und das sind Dinge, die mir einfach sehr, sehr lange nicht aufgefallen sind, wie
00:10:39: sehr ich da in so einem fast Robotermodus unterwegs war, wo das
00:10:43: einfach für mich total normal war und das hat halt dazugehört.
00:10:46: Und klar, wenn man dann gefällt, das schmeichelt einem ja auch, und wenn Dinge
00:10:49: gut ankommen, wenn man beliebt ist, da kommt dann sicherlich
00:10:53: auch noch mal das Ego zu.
00:10:57: Aber ich glaube, dass bei mir noch viel größer als Ego-Themen tatsächlich diese
00:11:01: Überlebensmechanismen sind, die bei mir einfach wirklich dann sehr stark greifen
00:11:04: und die man halt dann auseinanderklamüsern darf.
00:11:08: Ja, das klingt so, als hättest du dich auch schon sehr viel damit befasst.
00:11:11: Ich glaube, dass— ja, ich meine, du berichtest ja auch immer
00:11:15: wieder über Persönlichkeitsentwicklung.
00:11:17: Ich glaube, das ist was, was sehr wichtig ist, auch gerade im Zusammensein mit
00:11:20: den Pferden, sich dessen klar zu werden.
00:11:23: Was steckt da eigentlich bei mir dahinter?
00:11:25: Und es ist ja durchaus individuell.
00:11:27: Und ich meine, die Pferde spiegeln das ja auch sehr häufig wider, wo man
00:11:30: da vielleicht selber Themen hat.
00:11:32: Wann war denn der Moment, wo du das gemerkt hast, dass du da vielleicht
00:11:35: bei dir mal hinschauen solltest?
00:11:39: Man redet ja immer so von diesem einen Erleuchtungsmoment.
00:11:41: Ich glaube halt nicht, dass es den gibt.
00:11:43: Das sind ja viele, viele Dinge wie so ein Puzzle, die ineinandergreifen, wo man
00:11:46: plötzlich irgendwie einfach so viel ins Stolpern kommt, dass man denkt, okay,
00:11:49: ich kann halt nicht mehr nicht hingucken.
00:11:51: Also es ist gefühlt nicht der eine Moment.
00:11:53: Sicherlich, dass Cobie mit ihren körperlichen Themen und so weiter das halt
00:11:57: alles gar nicht mehr so mitgespielt hat.
00:11:58: Also sie hat halt in meinem Supersystem nicht mehr funktioniert.
00:12:02: Gut, da muss man hingucken.
00:12:03: Dazu habe ich halt sehr viel Coaching gemacht
00:12:07: zu dieser Zeit, eigentlich für mein Business, und das ging dann aber auch sehr
00:12:10: in den persönlichen, privaten Bereich.
00:12:12: Also es kam eigentlich, hat das Leben mir auf vielen, vielen Ebenen
00:12:16: so die richtigen Dinge hingeschubst.
00:12:18: Das ist so, wie wenn man einmal das rote Auto sieht und plötzlich
00:12:20: sieht man so 50 rote Autos.
00:12:22: Und bei mir waren plötzlich so halt diese 50 roten Autos da, die so sagten,
00:12:24: so hey, guck dir das doch mal an.
00:12:27: Und ich glaube auch, dass der Hof mir halt eine riesengroße Möglichkeit
00:12:30: gegeben hat in Kombi.
00:12:32: Weil wenn man sieht, wie die Pferde hier leben, oder wenn man den Tag so intensiv
00:12:36: mit den Pferden verbringt, dann kann man ja ganz schlecht, also die Dinge, die man
00:12:41: vorher gemacht hat, die man so erstmal mit auf den Hof nimmt, die kann
00:12:44: man ja schlecht weitermachen.
00:12:45: Also ich zumindest nicht, weil man stellt sich ja
00:12:48: automatisch einfach so Fragen, so ja, warum sollte ich jetzt die Pferde
00:12:51: nach 4 Stunden wieder reinholen?
00:12:52: Die finden es draußen ja ganz prima.
00:12:54: Also klar, jetzt nicht unbedingt auf der Koppel, weil die dick werden
00:12:56: und so weiter und so fort.
00:12:58: Aber warum sollte ich Dinge denn weiter so machen?
00:13:00: Und dann hinterfragt man das eine, dann das nächste, dann das übernächste.
00:13:04: Und ich glaube, da kommt einfach so ein Ding zum anderen.
00:13:08: Dann ist nur die Frage, ob man das alles wegdrängt oder irgendwann
00:13:10: sagt: Okay, ich guck mal hin.
00:13:13: Ja, total.
00:13:14: Und vor allen Dingen, das kann ja auch wehtun, dahin zu gucken.
00:13:19: Also du hast jetzt so ein bisschen schon angesprochen, da sind dann vielleicht auch
00:13:22: Dinge, die man irgendwie immer mit Überzeugung gemacht hat, egal Egal, ob man
00:13:26: jetzt wirklich dahinter stand oder halt einfach nur aus dem Grund heraus, dass man
00:13:29: sagt, na ja, das wurde schon immer so gemacht, das habe ich eben übernommen.
00:13:32: Aber man hat ja eine gewisse Überzeugung, mit der man das macht.
00:13:35: Und da sich dann irgendwo vielleicht auch Fehler selber einzugestehen,
00:13:38: kann ja auch wehtun.
00:13:41: Wie war das bei dir?
00:13:42: Was hat diese Veränderung da irgendwo mit dir gemacht?
00:13:44: Gab es da vielleicht auch Schuldgefühle oder so was?
00:13:47: Also Schuldgefühle grundsätzlich ja.
00:13:52: Wobei ich sagen muss, dass das manchmal von anderen auch so aufgefasst wird, als
00:13:56: wäre ich so wahnsinnig selbstgeißelnd.
00:13:59: Ich bin eigentlich relativ milde mit mir selber, weil wichtig ist ja das, was ich
00:14:03: ab dem Tag mache, wo ich das erkannt habe.
00:14:05: Also Fehler machen ist ja das eine, aber Fehler immer und immer und immer
00:14:08: wieder wiederholen, obwohl man es besser weiß, das ist ein viel größeres
00:14:11: Problem in meinen Augen.
00:14:12: Und ich kann einfach aus vollstem Herzen sagen, dass ich zu jeder Zeit immer das
00:14:17: gemacht habe, was ich wirklich für das Beste für die Pferde gehalten habe.
00:14:20: Ich habe das nie gemacht mit böser Absicht.
00:14:23: Ich habe nie Dinge irgendwie— ich habe die ja nicht mit Absicht im Winter so viel in
00:14:26: Boxen gehalten, weil ich gedacht habe, oh, das ist witzig, euch zu quälen.
00:14:31: Also ja, es sind irgendwo Schuldgefühle da, oder eher die Frage,
00:14:35: was hätte denn dafür sorgen können, dass ich früher aufwache,
00:14:37: dass ich früher was sehe.
00:14:38: Das interessiert mich tatsächlich viel mehr, weil das halt auch
00:14:41: meine Arbeit beeinflusst.
00:14:42: Weil die Frage, also wenn ich die Lösung für mich hätte, was hätte mich früher
00:14:46: reagieren lassen, Dann habe ich die Antwort, was ich Menschen mitgeben kann.
00:14:50: Und ich möchte halt Menschen erreichen und ich erreiche, also es wundert mich
00:14:53: manchmal selber, aber ich erreiche tatsächlich Menschen damit.
00:14:56: Und Leute aus meiner Community schreiben mir, dass sie am Anfang dachten, so,
00:15:01: boah, jetzt dreht die voll durch.
00:15:03: Und dann habe ich das weitergemacht und weitergemacht und die haben die Erfolge
00:15:06: gesehen und irgendwann so, ja, okay, ich gucke mir das doch mal an.
00:15:09: Und das schreiben die mir in ganz, ganz schönen Nachrichten.
00:15:11: So, die dachten am Anfang schwierig, dann gehen sie so den Weg mit, Dann
00:15:15: haben sie selber angefangen hinzugucken. Wie schön ist das?
00:15:18: Und um das vielleicht noch ein bisschen mehr zu forcieren, bräuchte ich ja
00:15:22: eigentlich eine Antwort auf die Frage: Was lässt Leute denn genauer hinschauen,
00:15:25: ohne dass sie sich angegriffen fühlen?
00:15:27: Und ich habe die Antwort nicht. Spoiler!
00:15:30: Ich hätte sie wahnsinnig gerne, aber ich habe für mich halt einfach
00:15:39: nicht abgeschlossen mit dem, was ich gemacht habe.
00:15:41: Aber ich bin milde damit, weil ich das nie aus bösem Willen getan habe.
00:15:44: Und ich glaube, so geht es ganz, ganz vielen auch.
00:15:47: Auch den Leuten, die aktuell vielleicht noch Dinge machen, wo viele Kopfschütteln
00:15:50: vorstehen aus unserer, ich sag mal, unsere Bubble, und sagen, wie kannst du nur.
00:15:55: Ich versuche mich ganz doll daran festzuhalten, dass das keiner
00:15:57: aus bösem Willen macht.
00:15:59: Also sicherlich gibt es ein paar, ich meine, Idioten gibt es halt immer,
00:16:02: aber die allermeisten, die stehen ja nicht morgens auf und denken sich,
00:16:05: heute quäle ich mal mein Pferd.
00:16:07: Genauso wie Pferde morgens nicht aufstehen und sich denken, boah, heute ärgere
00:16:09: ich den beim Reiten mal total.
00:16:11: Also ich glaube, da haben Menschen und Pferde sehr viel gemeinsam, dass sie das
00:16:14: eben eigentlich nicht tun, sondern irgendwie das Beste versuchen zu machen.
00:16:17: Und Vielleicht ist das dann irgendwie eine Aufgabe, das noch herauszufinden, wo man
00:16:23: solche Menschen auch besser abholen kann.
00:16:24: Und ich glaube tatsächlich nicht, dass das mit dem erhobenen Zeigefinger geht.
00:16:28: Ich glaube nicht, dass das damit geht, dass man in Anführungsstrichen draufhaut
00:16:32: und alles schlecht redet, weil ich glaube, dass so ein Impuls, wohin
00:16:39: möchten denn die Menschen, viel wertvoller ist.
00:16:41: Und deshalb versuche ich, den Spaß zu zeigen, den ich jetzt mit meinen Pferden
00:16:44: habe, die Liebe zu zeigen, die Freude zu zeigen, die Geschenke, die ich gefühlt
00:16:46: gerade— also ich habe echt das Gefühl, sie Ich habe echt 2 Jahre hart
00:16:51: gesät und nichts ist gewachsen.
00:16:53: Und jetzt steht da plötzlich dieses abgefahrene Blumenfeld und ich kann ernten
00:16:56: wie so eine Bekloppte, weil ich mir denke, was ist hier los?
00:16:59: Und das möchte ich zeigen und hoffe, dass das irgendwen vielleicht abholen kann.
00:17:05: Also deshalb nein, sorry, lange Antwort auf eine kurze Frage.
00:17:07: Schuldgefühle nicht da, also wenig da, beziehungsweise einfach Teil der Reise.
00:17:13: Ja, aber das ist ja total toll, dass du das sagen kannst.
00:17:15: Und ich glaube, das Was du gerade gesagt hast, das kann man nur
00:17:18: hundertfach unterstreichen.
00:17:20: Also kein Mensch oder die allerwenigsten Menschen wollen ja irgendwie
00:17:24: was Schlechtes für ihre Pferde.
00:17:26: Und ich glaube, dieser Perspektivwechsel ist extrem wichtig, damit wir nicht immer
00:17:30: in so ein Gegeneinander kommen und auch sich immer selber wieder klarzumachen.
00:17:34: Man entscheidet ja immer auf Basis von dem, was man in dem Moment weiß und für
00:17:39: richtig hält und für das Beste hält.
00:17:41: Genau das, was du ja gerade beschrieben hast.
00:17:43: Ich glaube, dass das total wertvoll ist, was du machst, dass das eben nicht mit dem
00:17:47: erhobenen Zeigefinger ist, sondern die Identifikation damit und zu sehen:
00:17:51: Hey, du hast diesen Weg durchgemacht und klar, da gibt es vielleicht auch die
00:17:55: Momente, die nicht schön sind, aber jeder macht irgendwann den ersten Schritt
00:17:58: und wer kann sich davon freisprechen, Fehler zu machen?
00:18:01: Niemand.
00:18:02: Sonst wären wir keine Menschen und von daher finde ich das enorm wertvoll.
00:18:05: Dankeschön.
00:18:08: Ich glaube auch, warum das so viel Resonanz gibt, ist, weil du so ehrlich
00:18:11: dabei bist, eben weil du sagst, du hast nicht immer alles richtig gemacht oder
00:18:15: oder auch wenn heute, also dass du eben nicht das klassische Influencer-Leben
00:18:18: zeigst, wo immer alles wunderbar funktioniert, sondern auch zwischendrin
00:18:22: die Tiefschläge oder so mal zeigst, was natürlich dann viel mehr die Leute
00:18:25: auch abholt, wenn die mal sehen, okay, ist am anderen Ende auch nur ein Mensch,
00:18:29: auch wenn die ihr Leben zeigt und vielleicht, weiß ich nicht, was für eine
00:18:32: Followerschaft hinter sich hat, dass das noch mal ganz anders ankommt.
00:18:37: Ja, wenn das eben so ehrlich, authentisch ist und man die ganze Reise begleiten darf
00:18:41: und nicht nur plötzlich das fertige Endergebnis dahingestellt bekommen hat und
00:18:44: alle sich denken, okay, aber wie ist das jetzt passiert?
00:18:47: Ja, ich weiß gar nicht, ob das immer so gut ankommt, ehrlich gesagt.
00:18:50: Also ich glaube, bei den richtigen Menschen schon,
00:18:53: ist glaube ich die richtige Antwort.
00:18:56: Instagram, der Algorithmus, viele Leute, die das gucken, die wollen ja
00:19:00: gerne eine viel kurzweiligere Unterhaltung.
00:19:04: Also für die ist, ich entwickle mich zweieinhalb Jahre mit meinem Pferd
00:19:07: weiter, bis ich Blumen ernten kann, halt schon, it's a long way, ne?
00:19:12: Also das ist für den Algorithmus alles ein bisschen zäh, aber Ich
00:19:16: glaube tatsächlich, dass mir heute— also es sind noch viele von früher da,
00:19:21: aber es sind nicht mehr alle da.
00:19:22: Und ich glaube, dass die Leute, die dafür gekommen sind,
00:19:26: wie die, die eben geblieben sind, dass das eine
00:19:29: schönere Community ist, eine ehrlichere, und die eben auch genau da sind
00:19:33: für die Dinge, die ich mache.
00:19:35: Und ja, dass das dann nicht mehr alles so krass durch die Decke geht,
00:19:39: wie das vielleicht zu anderen Zeiten war, wo man genau geliefert hat, was—
00:19:45: also ich weiß halt theoretisch auch, was ich machen müsste und könnte,
00:19:50: aber ich will das nicht mehr.
00:19:51: Und manchmal, das ist witzig, da kommt nämlich das Ego dann ganz kurz immer mal
00:19:54: wieder hervor und sagt: Aber du müsstest erfolgreicher sein, du könntest
00:19:58: erfolgreicher sein, aber du— ja, und ich, das ist manchmal etwas, wo mein Ego und
00:20:03: ich zusammen an einem Tisch sitzen und wir diese Diskussion kurz führen müssen.
00:20:07: Ich möchte das Leben so führen, wie ich es jetzt führe.
00:20:10: Und wenn der Preis ist, dass ich nicht mehr die fancieste, beliebteste,
00:20:14: klickreichste, größte, tollste Influencerin bin, ja,
00:20:17: dann ist das halt so, ne?
00:20:18: Dann backe ich halt mein Brot und mein Leben ist trotzdem schön.
00:20:21: Ja, das wollte ich gerade sagen, da ist ja eben die Frage, zu welchem Preis, ne?
00:20:24: Wenn es dir deinem Inneren so widerstrebt und nicht zu dem passt, was du eigentlich
00:20:29: bist, nur damit es vor der Kamera vielleicht anders aussieht,
00:20:32: was hast du dann gewonnen?
00:20:34: Ja, aber es ist halt ein Auseinandersetzen mit sich selber, ne?
00:20:37: Also weil natürlich, was habe ich dann gewonnen?
00:20:39: Aber ich habe halt vielleicht auf anderer Ebene hätte ich Dinge gewonnen,
00:20:42: die mich kurzfristig befriedigen würden oder die kurzfristig ja dem
00:20:46: Menschen durchaus etwas geben oder auch meiner grundsätzlichen Existenzsorge, die
00:20:50: ich einfach wahrscheinlich auch bis ich umfalle irgendwann mit 108
00:20:52: nicht mehr verlieren werde.
00:20:54: Solche Dinge sind natürlich in, also die geben einem ja schon was, aber
00:20:58: sie sind nicht nachhaltig.
00:20:59: Und ich versuche da zart mit meinem Ego zu sein und dem über
00:21:02: den Kopf zu streicheln und zu sagen, ja, ja, Ich verstehe dich.
00:21:05: Ja, ich glaube, das ist auch sehr wichtig.
00:21:09: Was mich aber wirklich auch noch interessieren würde bei dem Ganzen: Ich
00:21:11: meine, du stehst ja auch in einer großen Öffentlichkeit und wenn man sich da
00:21:16: so verletzlich macht, wie war das?
00:21:19: Also sicherlich wird es immer noch schwierig auch hin und wieder sein, aber
00:21:21: wie war das gerade am Anfang, diesen Schritt zu gehen und sich dazu
00:21:24: entscheiden: Ja, ich teile das auch mit den Leuten da draußen.
00:21:28: Ganz ehrlich, aber ich muss jetzt gucken, dass ich nicht zu lange rede.
00:21:31: Es ist eine absolute Befreiung.
00:21:34: Es ist ein absolutes Plädoyer für Verletzlichkeit.
00:21:37: Leute, zieht euch aus, macht euch nackt, stellt euch hin.
00:21:41: Also, ich möchte jetzt keine epischen Bilder malen, aber es ist so
00:21:46: krass, wenn man seine Wahrheit spricht.
00:21:49: Ja, man ist verletzlicher, viel verletzlicher,
00:21:52: aber gleichzeitig hat man wie so einen magischen Schutzschild,
00:21:57: Weil man muss Dinge ja nicht mehr managen, schönreden, erklären, verteidigen,
00:22:02: und das musste ich vorher.
00:22:04: Also ich bin ja durchaus vorher auch kritisiert worden, und ich sage halt
00:22:07: heute, die Leute hatten ja recht.
00:22:09: Und was ich mich verteidigt habe, ich habe mich von Dingen angegriffen gefühlt,
00:22:12: die waren nicht mal als Angriff gemeint.
00:22:14: Wir nehmen jetzt mal echten Hate aus, ja, also es gibt echten Hate, und das sind
00:22:18: traurige, böse, gemeine Menschen, okay, aber diese ganze Kritik, die vorher kam,
00:22:23: oder Leute, die einen blöd fanden, oder, oder, oder.
00:22:27: Da hatten halt eine ganze Menge Leute recht, und ich war halt absolut
00:22:30: beschäftigt damit, mich zu beschützen, weil mein Bauchgefühl ja total
00:22:34: unfein war mit der Situation.
00:22:36: Wenn man innen drin irgendwie merkt, ja, irgendwas stimmt hier gar nicht so.
00:22:39: Ich versuche das gut zu machen, aber also, ich glaube, dass man selber diese
00:22:43: Diskrepanz spürt, wenn man nicht komplett nach seinen Werten lebt.
00:22:48: Da bin ich inzwischen felsenfest von überzeugt.
00:22:49: Und seitdem ich das Also man macht zu jedem Zeitpunkt immer das,
00:22:54: was man gerade kann und von dem man glaubt, dass es richtig ist.
00:22:57: Aber ich glaube, dass mir unterbewusst sehr, sehr lange klar war, dass ich nicht
00:23:00: meine Werte mir oben auf die Fahne tackern kann,
00:23:03: sondern halt irgendwie so einen Weg drumherum, damit das auch erfolgreich
00:23:08: und dies und das und jenes ist.
00:23:09: Und seitdem ich diese Werte so konsequent lebe, bin ich für manche halt auch echt
00:23:14: unsympathisch oder zu gerade oder komisch geworden.
00:23:17: Aber ich habe halt gar keinen Stress mehr damit, wenn Menschen mich blöd finden.
00:23:21: Weil das bin ich ja jetzt nun mal.
00:23:23: Also das ist ja die echteste, klarste, nackteste Variante
00:23:27: von mir, die es geben kann.
00:23:29: Und ich zeige im Internet sicherlich nicht alles von mir, aber das, was ich zeige,
00:23:33: ist so echt, wie es, glaube ich, nie vorher war.
00:23:35: Und wenn das jetzt jemand doof findet, ja, was soll ich denn machen?
00:23:38: Das bin ich halt nun mal.
00:23:39: Und deshalb glaube ich, dass diese Verletzlichkeiten totaler— also
00:23:43: dass das total falsch verstanden wird mit dieser Verletzlichkeit.
00:23:47: Weil wenn wir total pur sind, ja gut, dann findet mich jetzt Helga halt doof,
00:23:51: aber was soll ich jetzt machen?
00:23:54: Versteht ihr, wie ich das meine? Also für mich war das eine Befreiung.
00:23:57: Nichts mehr spielen, nichts mehr in Anführungsstrichen vertuschen,
00:24:00: nichts mehr schönreden.
00:24:01: Nee, das ist meine Wahrheit, mag sie oder mag sie nicht.
00:24:04: End of story.
00:24:05: Das finde ich tatsächlich eine mega schöne Perspektive und ich glaube, da können sich
00:24:10: viele noch eine Scheibe von abschneiden.
00:24:12: Mich inklusive. Ja, genau.
00:24:13: Wollte ich auch gerade sagen, mich inklusive.
00:24:14: Weil das trotzdem natürlich, selbst wenn man das theoretisch
00:24:18: ich weiß, es ist ja kein einfacher Schritt, aber genau das, was du sagst, was
00:24:22: ändert es denn, wenn man dann irgendjemandem nicht gefällt?
00:24:25: Zumal selbst wenn man sich verbiegt, gefällt man ja nie allen.
00:24:28: Das geht ja gar nicht.
00:24:29: Du kriegst ja eh, also es finden dich ja eh immer Leute scheiße,
00:24:32: aber dann sollen die mich doch bitte für das scheiße finden, was ich wirklich bin.
00:24:35: Also wenn die mich scheiße finden für was, was ich mache, weil ich glaube, dass man
00:24:38: das gut findet, da kriegst du ja ein Hirnproblem bei.
00:24:42: Ja, es ist vor allem wahnsinnig anstrengend.
00:24:44: Ja.
00:24:45: Und deshalb, ich bin für totale Türen auf und für mich war es eine Riesenbefreiung.
00:24:51: Toll.
00:24:52: Finde ich wirklich cool.
00:24:54: Und du hast jetzt ein paar Mal auch von deinem—
00:24:56: Probier das mal.
00:24:58: Es lohnt sich. Ich gebe mir Mühe.
00:25:01: Das können wir auch wirklich an alle mal mit rausgeben.
00:25:03: Vielleicht ja auch in kleinen Schritten.
00:25:05: Vielleicht auch mal irgendwo sagen: Da habe ich mich jetzt genug versteckt.
00:25:08: Jetzt in dem Bereich möchte ich jetzt gerne mal wirklich komplett
00:25:11: offen und ehrlich sein.
00:25:11: Man muss ja vielleicht gar nicht direkt alles sein, aber wenn man irgendwo einen
00:25:14: Bereich hat, wo man das machen kann, man muss ja auch nicht alles
00:25:17: unbedingt immer sofort teilen.
00:25:18: Oder wenn wir jetzt auch mal weggehen von Social Media.
00:25:21: Also für mich ist Integrität einfach einer meiner absoluten Kernwerte.
00:25:24: Ich möchte das, was ich sage, tun, und was ich tue, möchte ich sagen.
00:25:27: Und das muss einfach alles übereinstimmen.
00:25:30: Gelingt mir zu 100%? Nee, wahrscheinlich nicht.
00:25:31: Aber wenn ich irgendwo bei 98 rumdümpel, dann bin ich ja schon mal gut unterwegs.
00:25:35: Ja, aber wir können im Kleinen, ja, in unserem Alltag Wie oft wir Dinge
00:25:40: aus Angst, aus Furcht vor Ablehnung, aus irgendwas nicht sagen,
00:25:44: nicht machen, nicht tun.
00:25:46: Das ist so krass einfach, wenn wir das mal anfangen zu beobachten und wenn wir
00:25:50: uns fragen, was soll denn passieren?
00:25:53: Wie oft wir uns zurückhalten, jemandem auch was Nettes zu sagen oder unsere
00:25:56: ehrlichen Gedanken mitzuteilen.
00:25:57: Ja, mach das doch mal.
00:25:59: Fällt man damit auch dreimal vielleicht auf die Nase?
00:26:01: Ja, aber dann bist du mit was auf die Nase gefallen, was ehrlich ist.
00:26:05: diese ganzen Spielchen, dieses „Das sage ich nicht, das mache ich nicht",
00:26:08: das ist alles so ein Quatsch.
00:26:11: Ich hatte das vor ein paar Wochen, dass eine Freundin was zu mir gesagt hat,
00:26:14: was ich in dem Moment gar nicht so erwartet habe, und mich hat das
00:26:17: im ersten Moment stolpern lassen.
00:26:22: Hört sich so negativ an, aber ich war kurz so wahnsinnig erstaunt,
00:26:26: dass sie das einfach so offen und so ehrlich ausspricht.
00:26:29: Und das ist ein so schöner Moment gewesen, wo wir beide die Türen
00:26:33: so weit aufgemacht haben.
00:26:35: Was gibt es denn Schöneres?
00:26:36: Wofür sind wir denn auf der Welt, wenn nicht um uns gegenseitig zu berühren?
00:26:41: Ja, das war ein sehr, sehr schöner Satz.
00:26:44: Das darf man sich, glaube ich, noch mal auf der Zunge zergehen lassen.
00:26:47: Auch mit den Pferden übrigens.
00:26:49: Ja, absolut.
00:26:50: Ja, gerade mit den Pferden vielleicht sogar.
00:26:53: Meine Pferde berühren mich halt auch endlich wieder.
00:26:55: Und ich, ganz ehrlich, ich habe die immer geliebt, aber
00:26:58: meine Pferde berühren mich im Moment, oder wieder, seitdem ich das alles so ein
00:27:02: bisschen umgestellt habe auf so einer Ebene, die ist so krass.
00:27:07: Also meine ganzen Tiere eigentlich.
00:27:08: Ich bin so durchlässig wieder dafür geworden, seitdem ich meinem Ego eine
00:27:13: schöne Kiste gebaut habe mit dem Schloss dran.
00:27:16: Ah, wie schön.
00:27:17: Das ist ja eigentlich das, was man sich ja auch wünscht, wenn man mit
00:27:19: den Tieren sich umgibt.
00:27:22: Ja, du hast jetzt ein paar Mal schon irgendwie das Wort Werte
00:27:25: in den Mund genommen und ich glaube, wir wissen alle so grob klar,
00:27:29: was du damit meinst.
00:27:30: Aber hast du die mal für dich definiert?
00:27:32: Hast du da Worte für?
00:27:34: Sozusagen, du hast jetzt schon gesagt Integrität, Aufrichtigkeit, Authentizität.
00:27:38: Ja, es gibt einen ganz tollen Wertetest.
00:27:40: Ich finde, den müsste ich langsam auf meiner Homepage integrieren
00:27:42: oder Geld von denen kriegen.
00:27:44: Ich glaube, dass diesen Wertetest inzwischen, weiß ich nicht, wie viele
00:27:47: Menschen gemacht haben, aber gut, ich gönne ihnen das von Herzen.
00:27:50: Ein guter Plan hat einen Wertetest, den ich nicht nur für mein Leben mache.
00:27:55: Also ich mache sowieso einmal im Jahr.
00:27:57: Ich mache den aber auch, wenn ich zum Beispiel Gedanken zu einem Projekt habe
00:28:00: oder wenn ich mit irgendeiner Situation am Struggeln bin, versuche ich meine Werte
00:28:03: für diese Situation rauszufinden, die ja durchaus für den Moment,
00:28:06: wenn die spezifisch sind, auch mal anders sein können.
00:28:10: Also wenn ich einen Job habe, dann möchte ich zum Beispiel vielleicht auch einfach
00:28:12: Erfolg haben oder ich möchte damit große Summen Geld verdienen oder
00:28:17: also vielleicht habe ich einfach ein anderes Interesse daran.
00:28:19: Und diesen Wertetest kann man halt allgemein machen oder themenspezifisch,
00:28:22: und ich finde das so cool.
00:28:24: Und bei mir wechselt es auch immer mal, aber was so
00:28:27: Dinge sind, die einfach immer wiederkehrend sind bei mir, ist halt
00:28:30: Integrität, Ehrlichkeit ist für mich wahnsinnig
00:28:34: wichtig, Leidenschaft ist ein Wert von mir, Authentizität,
00:28:40: das sind so die, um die sich einfach sehr, sehr viel dreht, Selbstbestimmung,
00:28:45: Also Freiheit, Selbstbestimmung, je nachdem, wie man es definieren möchte.
00:28:49: Aber wenn ich dann themenspezifisch schaue, kann da auch einfach
00:28:52: mal was anderes bei sein.
00:28:55: Würdest du sagen, themenspezifisch bei den Pferden gibt es noch mal was
00:28:58: anderes, was dir wichtig ist?
00:29:00: Witzig, auf die Pferde bezogen habe ich es noch nicht gemacht.
00:29:06: Müsste ich mal machen. Finde ich spannend.
00:29:08: Könnte vielleicht noch was, könnte eventuell was Ruhigeres bei rauskommen.
00:29:12: Aber ich weiß, dass es definitiv jetzt nicht mehr Erfolg oder so was ist.
00:29:16: Also ich glaube Integrität und Ehrlichkeit, Sanftmut eventuell.
00:29:24: Also müsste ich mal machen. Schöner Input.
00:29:27: Schön. Ja, würde ich spannend finden.
00:29:28: Kann jeder machen. Kann jetzt jeder sich an den Test setzen.
00:29:30: Ich wollte gerade sagen.
00:29:32: Ich habe den auch schon ein paar Mal gemacht.
00:29:33: Liebe Grüße an Gina an dieser Stelle.
00:29:36: Wir werden den auf jeden Fall auch verlinken.
00:29:37: Und ich habe auch gerade überlegt, in Bezug auf die Pferde habe
00:29:39: ich den so noch nie gemacht.
00:29:41: Also es war bei mir natürlich irgendwie immer mit integriert.
00:29:43: Also ich habe bis letztes Jahr selber als Trainerin gearbeitet, damit waren
00:29:46: natürlich irgendwie die Pferde auch drin, aber wirklich bewusst nur für die Pferde,
00:29:51: nur für mich persönlich habe ich den auch noch nicht gemacht.
00:29:54: Wäre jetzt eine Hausaufgabe auch für mich.
00:29:56: Ja, das ist doch gut.
00:29:59: Dann können wir die Hausaufgabe jetzt mal quasi allen mitgeben, die Lust haben, sich
00:30:02: da auch mal ein bisschen selber zu entdecken.
00:30:06: An dieser Stelle ein kleiner Einschub aus dem Schnitt.
00:30:09: Wie bereits angekündigt, findet ihr den besagten Test in den
00:30:12: Shownotes unter dieser Folge.
00:30:15: Nachdem die kleine Hausaufgabe gerade schon kam, würde uns auch wahnsinnig
00:30:19: natürlich euer Ergebnis interessieren.
00:30:21: Also teilt das gerne in den Kommentaren unter dieser Folge
00:30:24: oder auf Instagram unter dem Post zu dieser Folge, welche Werte ihr denn in
00:30:29: Bezug auf eure Pferde bei diesem Test herausgefunden habt.
00:30:32: Ja, schön.
00:30:34: Du hast jetzt auch schon ein paar Mal gesagt, dass du jetzt ja ganz viel auch
00:30:38: ernten kannst von dem, was du gesät hast.
00:30:41: Was würdest du denn sagen?
00:30:42: Worin erkennst du die Veränderung, die du mitgemacht hast, am
00:30:45: meisten bei den Pferden?
00:30:47: Ich habe wieder Leichtigkeit und Freude.
00:30:49: Okay.
00:30:50: Und das habe ich einfach verloren.
00:30:51: Ich hatte unfassbare Angst bei den Pferden.
00:30:54: Okay. In Bezug auf was?
00:30:56: Ich hatte beim Reiten unfassbare Angst. Ah ja, okay.
00:30:58: Also ich hatte im Sattel unfassbare Angst, so dass ich Coachings gemacht habe, dass
00:31:02: ich Angstseminare gemacht habe, dass ich mentales Training gemacht habe, dass ich
00:31:05: Hypnose gemacht habe und nichts hat was wirklich gebracht.
00:31:09: Also es war immer so ein bisschen wie so ein Pflaster.
00:31:11: Und es hat nichts verändert.
00:31:13: Und ich hatte, ich bin heute der Meinung, also das ist eine steile These,
00:31:17: ich würde jetzt, also es ist eine Meinung, ja, es ist kein Fakt.
00:31:22: Bei mir stimmt es, glaube ich.
00:31:24: Nein, bei mir bin ich überzeugt, dass es stimmt.
00:31:27: Bei mir ist meine Angst dadurch ausgelöst worden, dass mein Bauchgefühl wusste,
00:31:31: dass mein Pferd nicht taco ist.
00:31:34: Ich glaube, dass wir Menschen sehr, sehr, sehr feine Angstantennen haben.
00:31:40: Und natürlich gibt es psychologisch andere Themen, also wenn du hart
00:31:44: traumatisiert bist, wenn du— das will ich jetzt mal alles außen vor lassen, also da
00:31:47: will ich auch die Finger nicht dran wagen.
00:31:49: Aber so dieses Klassische: Jemand hat Angst im Sattel,
00:31:53: ohne dass da Dramatisches passiert ist, wenn das plötzlich auftaucht,
00:31:56: woran liegt es denn?
00:31:57: Also ich habe mich für mich einfach gefragt, woran lag es denn, dass du
00:32:00: plötzlich angefangen hast, so viel Angst zu kriegen?
00:32:06: Ich bin halt ständig über meine Grenzen hinweggegangen.
00:32:09: Also permanent habe ich meine Grenzen gepusht, um erfolgreicher zu sein, um
00:32:13: beliebter zu sein, um mehr zu leisten, um in einer höheren Klasse zu reiten.
00:32:17: Ich war da überhaupt nicht.
00:32:19: Also wann haben wir denn verlernt, dass es auch cool ist, wenn du
00:32:21: über so einen Stock trabst?
00:32:22: Da kannst du ja stolz sein, kannst dir einfach selber eine goldene Schleife
00:32:25: basteln und kannst einfach einen richtig guten Tag haben.
00:32:28: Wann haben wir verlernt, dass es okay ist, seine eigenen Grenzen zu wahren?
00:32:31: Und dieses Pushen in dieses Leistungssystem, und das
00:32:36: ist kein Turnier-Bashing, weil das kann auch beim Training sein oder sonst wo,
00:32:39: oder vielleicht fühlt sich jemand davon überfordert, irgendwo an diesem
00:32:42: Parkplatz vorbei zu galoppieren.
00:32:44: Ja mein Gott, dann reite halt keinen Galopp, also dann steig halt ab und führ
00:32:48: dein Pferd, dann reite einen anderen Weg.
00:32:51: Und ich bin immer ein Freund davon, Komfortzonen auszudehnen,
00:32:56: aber Es gibt halt einen großen Unterschied zwischen: Ich dehne meine Komfortzone aus
00:33:02: und ich übergehe meine Grenzen ständig so permanent, dass mein System in
00:33:06: einem Horror-Alarm-Zustand ist.
00:33:08: Ich das Pferd damit anstecke, das Pferd dann vielleicht eh noch riesengroße Themen
00:33:13: hat mit XYZ, Nervensystem, Baustellen am Körper, Verletzungen, Befunde und und und.
00:33:18: Die spüre ich unterbewusst auch noch.
00:33:20: Also ich fühle mich auch bei dem Pferd nicht sicher.
00:33:22: Ey, und dann sind wir alle einfach eine riesengroße Alarmsirene, die
00:33:25: die ganze Zeit am Schreien ist.
00:33:27: So, und Entschuldigung, das finden wir normal?
00:33:31: What the fuck?
00:33:31: Also wenn man da mal aussteigt und das von außen betrachtet, okay, du hast Schiss
00:33:36: zu traben, mein Gott, geh halt Schritt.
00:33:39: Nimm dir jemanden mit, der dich führt.
00:33:40: Finde jemanden, der dein Pferd begleitet.
00:33:42: Es gibt so viele Lösungen und das ist in dieser Reiterei, und da bin ich wirklich,
00:33:46: das ist ein Punkt, wo ich richtig sauer bin.
00:33:49: Weil ich glaube, dass ich das früher hätte erkennen können, wenn ich nicht so gepusht
00:33:53: worden wäre von verschiedensten Seiten.
00:33:58: Einfach, wann ist es— also es muss doch cool sein, dass wir
00:34:00: uns gegenseitig helfen.
00:34:02: So, ich habe jetzt zum Beispiel eine Freundin, ich habe gelernt, dass ich
00:34:06: alleine Ausreiten mit Kobi cooler finde.
00:34:08: Weil da bin ich sicher, da komme ich nicht in irgendeine
00:34:11: Situation— also sicher insofern, dass ich nicht in komische Situationen komme, ich
00:34:14: werde nicht überredet, ich muss nichts beweisen, düdüdüdüdü.
00:34:17: Jetzt habe ich eine Freundin, mit der ich immer mal wieder ausreiten gehe, und
00:34:20: plötzlich bin ich in einem ganz sicheren Rahmen.
00:34:21: Die kennt meine Geschichte, die erzählt mir keine Horrorgeschichten,
00:34:25: während die mit mir ausreitet, wo sie schon mal überall sich fast
00:34:27: das Genick gebrochen hat.
00:34:29: Wenn ich sage, ich steige ab, dann ist die okay damit.
00:34:31: Die fragt gar nicht, dann steige ich halt ab.
00:34:34: Also ich bin da in einem so sicheren Rahmen, dass ich plötzlich auch
00:34:36: Freude habe, zu zweit auszureiten.
00:34:38: Und all diese Dinge könnten wir miteinander etablieren, wenn wir aufhören
00:34:42: würden, uns alle gegenseitig beeindrucken zu wollen.
00:34:45: So, mein Gott, reit halt Schritt für dein Pferd.
00:34:49: Reite dein Pferd am übernächsten Tag.
00:34:52: Ich stelle mich meinen Themen auch, und ich weiß zum Beispiel, dass für mich
00:34:55: sonntags mittags Ausreiten, wenn die Families mit ihrem
00:34:58: Kinderwagen und ihrem scheppernden Fahrradanhänger und ihrer bimmelnden Fahne
00:35:01: da dran, boah, weiß ich auch nicht, also brauche ich eigentlich nicht.
00:35:05: Aber ich taste mich nach und nach an 1 Uhr sonntags Spaziergangszeit ran.
00:35:10: Ja, am Anfang habe ich mich halt nur um 5:30 Uhr morgens gefühlt ausgeritten.
00:35:13: Ja gut, jetzt sind wir bei 9:45 Uhr. Gut.
00:35:16: So, ich taste mich daran, aber dieses konsequente eigene Grenzen und die des
00:35:20: Pferdes ignorieren, das ist, also ich weiß nicht, wann das schick geworden ist.
00:35:23: Das ist einfach nur wahnsinnig dumm in meinen Augen.
00:35:27: Ja, da war wieder ganz viel Wertvolles dabei.
00:35:29: Also ich glaube, da sind wir beide voll bei dir.
00:35:32: Wir haben auch über die Themen Angst und Komfortzone auch schon mal separat Folgen
00:35:35: gemacht, wo wir glaube ich vieles von dem auch genannt haben, was
00:35:38: du gerade gesagt hast.
00:35:39: Also ich glaube, da war noch mal viel wertvoller Inhalt.
00:35:42: Beispiel für alle, die irgendwie eben auch so eine diffuse Angst vielleicht haben,
00:35:46: die gar nicht so einen konkreten Auslöser hat.
00:35:49: Das Verrückte ist ja, dass wir so viel Angst haben, unsere Komfortzone nicht zu
00:35:53: erweitern, weil uns das ständig gesagt wird, wie wichtig das ist, dass wir leider
00:35:57: dabei vergessen, dass es viel schädlicher ist, unsere Grenzen permanent
00:36:00: so dermaßen zu überlatschen.
00:36:04: Ja, also das ist irgendwie ein bisschen seltsam geworden.
00:36:08: Ich finde es vor allen Dingen, was du gesagt hast, ich finde es gar
00:36:11: keine steile These tatsächlich.
00:36:12: Also es gibt ja auch ganz viele Fälle, wo Menschen einfach aufgrund von letztendlich
00:36:17: chronischem Stress Panikattacken bekommen.
00:36:20: Das hat ja auch in dem Moment keine körperliche Ursache,
00:36:22: ist ja auch nicht viel anders als die Angst, die man dann auch
00:36:25: bei einem Pferd erlebt.
00:36:26: Nur dass es vielleicht konkreter in dem Moment auf das Pferd bezogen ist und
00:36:28: vielleicht im besten Fall keine Panikattacke wird.
00:36:30: Aber am Ende des Tages ist das halt auch, was du sagst, dieses, das Nervensystem,
00:36:34: was da komplett überreizt ist.
00:36:36: Ist.
00:36:37: Weil du gesagt hast, ja, wann ist das schick geworden?
00:36:39: Ich habe gerade in dem Moment direkt gedacht, na ja, ich erinnere mich noch an
00:36:43: die Zeit, wo ich so Reitunterricht als Kind genommen habe.
00:36:47: Wir hatten enormes Glück, Lea und ich, dass wir eine tolle Reitlehrerin hatten.
00:36:50: Aber ich habe mir auch einige Stellen angeguckt, wo das ganz klar war, zum
00:36:54: Beispiel dieses Typische, was man so kennt: Du bist runtergefallen, dann musst
00:36:58: du sofort wieder aufsteigen, egal ob es dir gut geht, ob es dir schlecht
00:37:02: geht, ob du Angst hast oder nicht.
00:37:03: Du musst deine Angst da besiegen.
00:37:05: Also das heißt, das ist ja wahrscheinlich schon ganz, ganz
00:37:07: tief in uns drin, einfach auch durch solche Sätze, die da immer wieder fallen.
00:37:11: Ja, also ich glaube, dass da vieles auch einfach so ein bisschen etabliert ist,
00:37:14: ohne dass es den einen Tag gab, wo es dann besonders
00:37:16: schlimm wird, weil wir einfach in diesem— also ich meine, das ist ja auch generell
00:37:20: in der Pferde- oder in der Reitszene noch viel so, dass man auch das Pferd ja
00:37:23: bekämpfen muss, man muss das Pferd ja besiegen, man muss ja dominanter sein, man
00:37:27: muss das Pferd im Griff haben, das Pferd muss dadurch— also all das Wording, was da
00:37:32: grundsätzlich stattfindet, das hat ja so viel viel mit Druck und mit Durchmüssen
00:37:37: und Müssen und Müssen und Sollen.
00:37:39: Und also ganz ehrlich, also ich glaube tatsächlich
00:37:43: auch, dass der Kauf von meinem Lusitano, ich meine, das war auch noch
00:37:46: mal ein Befreiungsschlag.
00:37:47: Ja, ich sitze einfach da und dann sitze ich inzwischen halb auf
00:37:50: diesem zweieinhalbjährigen drauf, irgendwie mit Zaun und irgendwas,
00:37:52: muss halt überhaupt nichts.
00:37:54: Und wenn ich dem linksrum einen Knoten rechts ins Ohr mache und dabei eine
00:37:57: gute Zeit habe, sind wir beide fröhlich.
00:38:00: Also ich bin ein Freund von Leistung.
00:38:03: Ich bin auch in meinem Job ehrgeizig. Ich möchte was erreichen.
00:38:06: Ich möchte sicher sein.
00:38:09: Ich mag diesen Gedanken von gar keine Leistung bringen wollen
00:38:13: in meinem Leben nicht.
00:38:14: Ich habe auch immer neue Ideen, neue Projekte.
00:38:16: Also ich habe Bock zu brennen.
00:38:18: Aber gleichzeitig ist eins der wichtigsten Learnings in meinem Leben, dass ich
00:38:21: manchmal vielleicht auch in anderen Bereichen gar nichts muss.
00:38:25: Ich kann auch einfach mal mit meinem Pferd hier, wenn wir beide einen komischen Tag
00:38:28: haben, dann eier ich mit der auf dem Platz rum.
00:38:30: Dann setze ich mich auf den Zaun und dann soll die halt in die Luft gucken
00:38:33: und dann gucken wir beide in die Luft und vielleicht haben wir eine
00:38:35: richtig geile halbe Stunde.
00:38:37: Ja, und dann können wir ja morgen weitermachen.
00:38:39: Und das wird gerne ja von so einer anderen Szene dann so ad absurdum geführt, als
00:38:44: ob man nie mit seinem Pferd trainiert.
00:38:46: Die geht ja nur noch spazieren, die führt ja nur noch im Kreis, die sitzt da nur
00:38:50: noch auf ihrem Zaun und macht einen Knoten ins linke Ohr.
00:38:54: Das ist ja dumm.
00:38:55: Also ich bin der Meinung, ich muss meine Pferde trainieren.
00:38:57: Was passiert, wenn ich das nicht mache?
00:38:57: Hat man an meinem Pferd gesehen, dann hat die nämlich irgendwie
00:38:59: gefühlte 100 Kilo Übergewicht.
00:39:02: Aber ich muss, also manchmal muss ich auch einfach nichts.
00:39:06: Ja, das gilt ja generell fürs Leben.
00:39:10: Wie viele Dinge müssen wir denn wirklich?
00:39:13: Nicht viele.
00:39:14: Und klar, also wo es natürlich, wo ich die Kritik irgendwo nachvollziehen kann, ist,
00:39:18: wenn wir anfangen, alles zu vermeiden aus einer Angst heraus.
00:39:22: Da kann sich die Angst natürlich auch verstärken, gar keine Frage.
00:39:24: Aber genau, ganz grundsätzlich, hey, wir machen das doch alle.
00:39:28: Weil das uns Spaß macht.
00:39:29: Also zumindest sollte das so sein.
00:39:31: Und manchmal vergessen wir das halt auch darüber, dass wir uns selber immer in
00:39:34: den Kopf setzen, was wir alles müssen.
00:39:37: Ja.
00:39:37: Und es kann ja echt schön sein mit den Pferden.
00:39:40: Man kann ja einfach so eine gute Zeit haben.
00:39:42: Und jetzt habe ich natürlich hier den Luxus des eigenen Hofs.
00:39:45: Das ist, wenn man sein Pferd im Pensionsstall hat, sicherlich
00:39:47: auch noch mal was anderes.
00:39:48: Aber schau dir allein mal an, wie es ist, wenn man dahin kommt.
00:39:52: Also das kenne ich von mir früher. Du kommst halt hin.
00:39:54: Dann gehst du zur Box, vielleicht machst du vorher noch das Futter, wenn du ein
00:39:56: bisschen schlau bist, dass du deinen Stress erstmal abbaust,
00:39:59: und dann Halfter, reiten, machen, tun.
00:40:01: Also dieses Prozedere, wie das vonstattengeht, das gibt ja auch
00:40:06: gar keinen Raum für Miteinandersein.
00:40:10: Und Pferde sind so geil im Miteinandersein, das ist so crazy.
00:40:15: Und selbst hier auf dem eigenen Hof geht das manchmal verloren, und ich versuche
00:40:18: mir das immer und immer und immer wieder zu etablieren.
00:40:21: Ich habe mir jetzt hier so einen großen Stein organisiert, den ich mir aufs
00:40:24: Paddock lege, damit ich da Zeit verbringen kann, damit ich da sein kann.
00:40:28: Sei es, dass ich vielleicht auch mal Instagram mache oder arbeite,
00:40:30: aber ich bin dann da.
00:40:32: Ich verbringe einfach mal Zeit dort, ohne dass ich direkt wieder mit dem
00:40:35: Halfter vor diesem Pferd rumwedel und sage so, nächste Aufgabe, nächste Aufgabe.
00:40:39: Ich meine, ich kann auch jedes Pferd verstehen, wenn das sein Besitzer anguckt
00:40:41: und sagt, ganz ehrlich, reit mal alleine.
00:40:45: Ja, ja, klar, dass man so eine gewisse Achtsamkeit auch wieder
00:40:48: reinbekommt in die Zeit mit dem Pferd.
00:40:49: Stell dir mal so eine Beziehung vor, wie beschissen so eine Beziehung wäre.
00:40:53: Oder so eine Freundschaft, wenn ich ständig vor dir stehen würde
00:40:55: und irgendwas von dir erwarten würde, was du jetzt für mich performst, dann würde
00:40:59: ich sagen, also kannst du mit jemand anders befreundet sein.
00:41:02: Ja, voll.
00:41:03: Ja, ich glaube, das ist ganz, ganz schön, wenn wir uns das mal wieder
00:41:06: vor Augen führen, weil letztendlich ist es ja auch eine Freundschaft, die wir
00:41:09: mit unseren Pferden haben wollen.
00:41:10: Im besten Fall sollte zumindest so sein.
00:41:13: Ja, in Freundschaften ja auch mal fragen.
00:41:15: Also manche finden das immer total unromantisch.
00:41:17: Ich bin großer Freund davon, einfach mal zu gucken, wer hat denn
00:41:19: welchen Mehrwert für wen.
00:41:21: Also ich gucke mir meine Freundschaften, meine Beziehungen, alles was ich mit
00:41:24: Menschen mache, schon darauf an, dass das— also es muss nicht immer exakt
00:41:27: in der Waage sein, aber seien wir ganz ehrlich, wir umgeben
00:41:31: uns ja mit Leuten, von denen wir was haben.
00:41:34: Und das hört sich so wahnsinnig negativ an, das muss ja auch nichts Monetäres
00:41:38: sein, das muss nichts, aber wir sind ja— also vielleicht fühle ich mich wohl bei
00:41:41: jemandem, vielleicht habe ich ein schönes Gefühl, wenn ich mit
00:41:43: dem rede, und andersrum.
00:41:45: Menschen tun sich ja zusammen, weil sie was voneinander haben in irgendeiner
00:41:48: Form, in einer schönen Form.
00:41:50: So, und irgendwie können wir uns ja auch mal überlegen, was hat mein Pferd denn von
00:41:53: mir, außer dass ich dem jeden Tag mit dem Halfter, mit dem Reiten auf seinem
00:41:56: schmerzenden Rücken auf den Sack gehe?
00:41:57: Den, also was gebe ich denn wirklich meinem Pferd?
00:42:01: Und die Antwort kann nicht sein eine Magnetfelddecke und Solarium.
00:42:05: Das ist einfach nicht die richtige Antwort.
00:42:09: Ja, das kann die Antwort sein, aber genau, es ist nicht die richtige,
00:42:12: würde ich auch sagen.
00:42:13: Also das ist ja nichts, was das Pferd interessiert.
00:42:15: Also genau.
00:42:16: Natürlich kann das dem Pferd auch, aber sei mal ehrlich, also was
00:42:20: möchte ein Pferd denn lieber?
00:42:21: Vielleicht einfach mal, dass du Ruhe reinbringst, dass du Nervensystem
00:42:25: regulierst, dass du was auch immer.
00:42:27: Ja, genau darauf wollte ich hinaus, ne, das ist halt die Frage der Perspektive,
00:42:31: ist, mache ich das jetzt, um letztendlich mir was Gutes zu tun, weil ich das Gefühl
00:42:35: habe, das ist gut für mein Pferd, oder ist es tatsächlich das, was mein Pferd sich
00:42:39: wünschen würde, wenn ich es fragen könnte, was wünschst du dir denn von mir?
00:42:42: Ja, schön.
00:42:44: Lea, hast du noch eine Frage?
00:42:46: Möchtest du starten? Ja, gerne.
00:42:48: Also wir haben für alle unsere Gäste die gleichen 3 Abschlussfragen, die
00:42:53: wir gerne zum Schluss einmal stellen.
00:42:54: Die erste wäre: Was hilft dir denn im Alltag, um runterzufahren?
00:42:58: Wie nimmst du dir deine Auszeiten?
00:42:59: Ich glaube, du hast es gerade schon so ein bisschen angerissen.
00:43:03: Was mir tatsächlich unglaublich hilft, weil mein Kopf immer
00:43:05: so wahnsinnig voll ist.
00:43:07: Ich habe jetzt neue Kopfhörer.
00:43:10: Das ist ein sehr, sehr— also das ist kein sonderlich spiritueller
00:43:14: Trick, sondern wirklich einer mit Produkt sozusagen am Kopf.
00:43:17: Mir helfen so Kopfhörer, die komplett über die Ohren gehen, und Musik ist für mich
00:43:21: tatsächlich ein Ding, mit dem ich mich wahnsinnig
00:43:24: runterfahren kann, und ich brauche dieses Abgeschlossensein von der Welt sehr.
00:43:28: Ich liebe, liebe, liebe meine Akupressurmatte.
00:43:32: Wenn ich mich da drauf lege, weiß ich genau, wie viel Stress ich an diesem Tag
00:43:35: habe, weil wenn ich viel Stress habe, dann tut es weh, Und wenn ich total
00:43:38: fein bin, dann genieße ich das.
00:43:41: Und ich versuche, und das habe ich auch mit den Pferden
00:43:44: etabliert, wenn ich anfange, mit denen zu arbeiten, dann,
00:43:48: das dauert mal eine Minute, mal 10, mal 15, wenn es ganz schlimme Tage sind,
00:43:53: ich atme mit den Pferden.
00:43:56: Und das settelt uns beide, also egal mit welchem Pferd ich arbeite, und gibt uns
00:44:01: die Möglichkeit, okay, von da dann so ein bisschen neutraler
00:44:04: zu starten und Dinge auch hinter uns zu lassen.
00:44:07: Mega schön.
00:44:08: Also das finde ich jetzt tatsächlich zwei wirklich oder drei wirklich tolle Ideen.
00:44:13: Also ich glaube, das mit der Musik hat noch niemand hier gesagt.
00:44:15: Da bist du ja die Erste.
00:44:17: Aber kann ich total nachvollziehen.
00:44:19: Vom gemeinsamen Atmen bin ich auch ein ganz großer Fan
00:44:22: und vielleicht passt da auch tatsächlich unsere zweite Frage, die wir immer
00:44:25: am Abschluss stellen, da ganz gut zu.
00:44:29: Was war denn das Schönste an deiner letzten Woche, wenn du die
00:44:32: mal so Revue passieren lässt?
00:44:36: Witzig, dass in dem Moment mein Hahn kräht.
00:44:39: Wir haben tatsächlich einen Hahn und 4 Hühner gerettet.
00:44:42: Das hat mich sehr, sehr glücklich gemacht, dass die Integration so gut geklappt hat.
00:44:48: Dann macht mich aktuell mein neuer Bauern-Gemüsegarten unfassbar glücklich,
00:44:53: weil die ganze Zeit irgendwas wächst und ich nicht fassen kann, dass ich das
00:44:56: gestaltet habe und dass da was aus der Erde kommt.
00:44:59: Und ich hatte einen unfassbar schönen Ausritt mit Kobi.
00:45:03: Wo ich, wo meine Freundin mich gefilmt hat.
00:45:05: Ich habe das im ersten Moment gar nicht gecheckt und ich war am Erzählen und am
00:45:08: Traben und war lustig und frei und locker.
00:45:11: Und als ich das später angeguckt habe, habe ich wirklich Tränchen vergossen, weil
00:45:14: ich kann mich an Zeiten erinnern, wo ich keine 20 Schritte hier vom Hof kam,
00:45:19: ohne wirklich fast Panikattacken zu haben im Sattel.
00:45:22: Und die Vorstellung, dass ich mit jemand anders ausreite, am halblangen Zügel,
00:45:26: ohne irgendeine Verschnallung, ohne ein Vorderzeug, ohne Sicherheitsmaßnahmen
00:45:30: irgendwo langtrabe, während ich irgendwann am Palavern bin, Das ist
00:45:34: so surreal für mich, dass das ein sehr, sehr schöner
00:45:38: Meilenstein war für Kobi und mich.
00:45:41: Ja, schön.
00:45:42: Das wäre ein wunderbarer Abschluss für diese Folge.
00:45:44: Aber eine Frage haben wir noch an dich.
00:45:47: Was ist denn dein Wunsch für die Pferdewelt?
00:45:49: Was würdest du gerne allen Pferdemenschen mitgeben?
00:45:54: Ach, ich würde so gerne so viel mitgeben.
00:45:57: Witzig, die Frage kommt ja auch immer mal in irgendeinem Podcast vor.
00:45:59: Die habe ich bestimmt schon 17 Mal anders beantwortet.
00:46:01: Vielleicht ändert sich das auch.
00:46:06: Ich würde ihnen wünschen, dass sie sich trauen—
00:46:14: also den Pferdemenschen würde ich wünschen, dass sie sich trauen, sich
00:46:17: zu hinterfragen und sich die Tür aufmachen für: Es gibt noch andere Wege,
00:46:23: ohne das sofort abzulehnen, ohne sich angegriffen zu fühlen.
00:46:29: Ich glaube, ich würde jedem, der mit ehrgeizverzerrtem Gesicht auf seinem Pferd
00:46:37: sich durch irgendeine Situation kämpft, wünschen, dass er eine leise Ahnung
00:46:42: von dieser Freude kriegt, die ich aktuell mit den Pferden wieder spüre.
00:46:46: Weil ich dachte nicht, dass ich dahin zurückkommen kann.
00:46:48: Ich wusste nicht, ich wusste nicht, wie krass sich das anfühlen kann,
00:46:52: wenn man ganz, ganz ehrliche unverstellte Freude mit den Pferden hat
00:46:56: und ohne dass man dafür krass viel leisten muss, ohne dass man dafür
00:47:02: mit Schleifen belohnt wird, ohne dafür, dass da 20 Leute stehen, die klatschen.
00:47:05: Das braucht ganz, ganz wenig.
00:47:08: Und diese pure Freude ist so abgefahren.
00:47:10: Und ich würde mir wünschen, dass das jeder einmal kurz spüren kann, weil
00:47:14: dann wäre das vielleicht ein Anreiz, ein paar Dinge mit den
00:47:16: Pferden anders zu machen.
00:47:18: Das finde ich super schön und ich glaube, ein Teil von dieser Freude ist auch
00:47:22: rübergekommen jetzt in dem Gespräch.
00:47:24: Also zumindest bei mir ist es angekommen.
00:47:26: Von daher vielen, vielen Dank, dass du das so offen geteilt hast und so authentisch
00:47:31: auch in dem Fall wieder warst.
00:47:33: Das war richtig schön.
00:47:34: Wir verlinken natürlich wieder alles in den Shownotes.
00:47:36: Wenn noch irgendwas ist, kann man da natürlich auch gerne nochmal nachschauen.
00:47:40: Im Prinzip bleibt uns dann nur Danke zu sagen, dass du dabei warst.
00:47:44: Vielen, vielen Dank.
00:47:46: Bevor ihr jetzt abschaltet, hier ist nochmal die Schnittlea.
00:47:49: Da uns das Gespräch mit Annica so viele Impulse gegeben hat und so viele
00:47:53: Gedanken ausgelöst hat, haben Carina und ich uns entschieden, dass wir in der
00:47:57: nächsten Folge in 2 Wochen da noch mal genauer drauf eingehen wollen.
00:48:01: Wir haben jetzt viel aus Annicas Perspektive, ganz viel wertvollen Input
00:48:05: bekommen, und wir wollen gerne in der nächsten Folge aus unserer Perspektive
00:48:10: erzählen, was wir noch für Gedanken und Input dazu haben und Erfahrungen.
00:48:15: Wenn euch diese Folge hier thematisch gefallen hat, hört also unbedingt auch
00:48:18: in die nächste Folge in 2 Wochen rein.
00:48:20: Bis dahin findet ihr alle Links zu Annica, aber auch weitere hilfreiche
00:48:24: Folgen und links in den Shownotes.
00:48:27: Danke fürs Zuhören bei dieser Folge von Psycholohü.
00:48:30: Wenn sie dir gefallen hat, hinterlass uns doch eine positive Bewertung
00:48:33: und teile die Folge.
00:48:34: Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche und deine
00:48:37: Gedanken zum Thema.
00:48:38: Du findest Carina auf Instagram unter @mindequus_carinawarnstaedt.
00:48:43: Lea findest du unter @virtuelleassistenz_lea und den
00:48:46: Podcast unter @Psycholohue_Podcast.
00:48:49: Alle Links findest du auch in den Shownotes.
00:48:51: Folge dem Podcast auf der Plattform deiner Wahl und aktiviere die Benachrichtigung,
00:48:55: um keine weitere Folge zu verpassen.
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