#52 Wie gehst du mit Veränderungen um?
Shownotes
→Die erwähnte Folge zur Komfortzone →Zum erwähnten Buch "Das Leben ist ungerecht und das ist gut so" von Miriam Höller
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00:00:04: Carina Psycholohü, der Podcast über Pferde und Psychologie. Wir sind Carina Warnstädt, Psychologin und Begleitung für Menschen mit chronisch kranken Pferden und
00:00:12: Lea Lea Schneider, virtuelle Assistenz für Selbstständige in der Pferdebranche und Pferdeverhaltenstrainerin. Wir nehmen dich mit in unsere Gedanken zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Pferd Mensch Beziehung und in spannende Interviews. Zu den Themen Pferde und Psychologie.
00:00:29: Lea Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge von Psycholohü. Diese ist vielleicht ein bisschen anders als sonst. Ich glaube, heute geht es weniger um Pferde, mehr um Psychologie und mehr um persönliche Erfahrungen, würde ich mal sagen. Wir haben ein Thema ausgesucht, was für uns gerade aktuell ist, nämlich das Thema Veränderung und wollen da heute mal aus verschiedenen Punkten drauf gucken. Ich würde sagen, Carina, was haben wir uns gedacht bei dieser Folge?
00:01:02: Carina Ja, gute Frage. Was haben wir uns eigentlich gedacht? Wir haben natürlich zum einen gedacht, dass bei uns ganz viel sich getan hat und manches kann man ja durchaus vielleicht schon bemerkt haben. Das eine war ein bisschen subtiler, das andere ein bisschen offensichtlicher, würde ich sagen. Wenn wir uns einfach mal nur den Podcast anschauen oder anhören, dann hat vielleicht der eine oder andere ja schon gemerkt, dass sich unser Intro und unser Outro verändert haben und dass sich auch unser Cover verändert hat. Und das hat natürlich alles auch einen Hintergrund. Wir haben es ja in der Jahresabschlussfolge aus dem letzten Jahr schon ein bisschen angesprochen. Bei uns hat sich viel getan oder bei dir war ja noch vieles auch im Prozess sozusagen und jetzt bist du aber auch eigentlich immer noch im Prozess, würde ich sagen, aber weitergekommen, sagen wir es mal so.
00:01:54: Lea Ja, genau. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, was so der letzte Stand war, den wir erzählt haben damals tatsächlich, Was ja auf jeden Fall klar war, dass ich aufhöre als Pferdetrainerin zu arbeiten. Und da macht das Thema Veränderung auch direkt nochmal ein ganz anderes Thema auf, nämlich irgendwie Identität. Bin ich jetzt noch Pferdeverhaltenstrainerin? Bin ich es nicht mehr? Wir haben auch beim Intro ganz lange darüber überlegt - Sage ich das noch, sage ich es nicht, weil ich bin es ja trotzdem irgendwie noch, aber ich arbeite nicht mehr als Trainerin. Also auch da ist direkt noch mal ein ganz, ganz anderer Punkt, den man da aufmachen kann. Und tatsächlich seit Jahresbeginn, was jetzt sechs Wochen sind, seit sieben, wenn die Folge rauskommt, fühlt sich irgendwie schon deutlich, deutlich länger an. Aber seitdem habe ich tatsächlich Meine Selbstständigkeit Teil 1, sag ich mal, aufgegeben und mir geht es tatsächlich sehr gut damit. Also das war für mich definitiv die richtige Entscheidung. Ich habe das jetzt die Tage schon mal gesagt. Also ich glaube, die beste Entscheidung in meinem Leben war, mich als Pferdetrainerin selbstständig zu machen und die zweitbeste war, das wieder hinzuschmeißen. Also ich glaube, das fasst sehr, sehr gut zusammen, wie ich mich mit dieser ganzen Situation fühle, dass es für mich persönlich auf jeden Fall eine wahnsinnig lehrreiche und wichtige Zeit war, dass es aber auch okay ist bzw. Sogar ein sehr guter Zeitpunkt für mich war, diesen Weg auch wieder zu beenden und andere einzuschlagen.
00:03:30: Carina Aber das ist ja auch total gut zu sehen, dass es eben oftmals auch einfach Lebensabschnitte gibt und dass gewisse Dinge, Jobs, Menschen, was auch immer, manchmal einfach für gewisse Lebensabschnitte genau richtig sind und uns gut tun und uns weiterbringen. Meine, du wirst das sicherlich bestätigen, dass das ja auch ganz viel Entwicklung mit sich gebracht hat auf diversen Ebenen, also persönlich, aber natürlich auch, dass man viel dazulernt, dass das aber dann auch irgendwann vielleicht auch wieder eine Veränderung her muss, auch wenn es manchmal schwerfällt.
00:04:05: Lea Ja, auch da sind wir direkt wieder bei dem Thema auch der Identität, weil ich glaube, selbstständig sein ist etwas anderes als einen normalen Job haben, also einen Angestelltenjob haben vom Identitätsbild her auch das macht ja viel mehr der eigenen Person aus, warum es vielleicht auch noch mal schwieriger ist, da den Job zu wechseln, als wenn man jetzt einfach in einem Angestelltenverhältnis wechselt, egal ob jetzt freiwillig oder unfreiwillig. Das ist jetzt noch mal dahingestellt. Das macht ja nochmal einen Riesenunterschied, ob man unfreiwillig Veränderungen ausgesetzt ist oder ob man die, wie ich jetzt in meinem Fall, aktiv selber herbeiführt. Aber ja, das ist auch wieder genau dieses: Wer bin ich denn jetzt eigentlich? Was war ich die letzten vier Jahre in dieser Zeit? Und wie du schon sagst, das hat mir, also mir persönlich als Mensch hat es wahnsinnig viel gebracht und mich unheimlich entwickelt, verändert, aber eben auch beruflich ganz, ganz viele Möglichkeiten für mich eröffnet. Also sowohl innerhalb der Pferdewelt direkt, also als Trainerin haben sich ganz viele Verzweigungen ergeben, aber eben jetzt auch den Schritt so halb daraus. Ich bin ja immer noch so ein bisschen in der Pferdebranche, aber eben aus einer anderen Perspektive. Den Weg als VA hätte ich ja niemals im Leben gemacht, gefunden, wenn ich nicht vorher selbstständig gewesen wäre als Trainerin. Also ich glaube nicht, dass wenn ich welchen anderen Job auch immer gemacht hätte, dass ich dann diesen Schritt gegangen wäre, mich jetzt selbstständig zu machen als VA.
00:05:43: Carina Ne, das kann ich mir auch nicht vorstellen. Und es fängt ja auch erstmal damit an, dass man weiß, dass das eine Option ist und dass das was ist, was dir Spaß macht. Weil ich erinnere mich noch daran, als du noch darüber nachgedacht hast, über die erste Selbstständigkeit, haben wir auch uns schon mal lange drüber unterhalten, wie soll das denn jetzt aussehen und wo soll es hingehen? Und ich glaube nicht, dass dir das zu dem Zeitpunkt klar war, was alles dranhängt und woran du aber vielleicht auch Spaß hast. Und das ist ja auch so was, wenn man halt nicht reinschnuppert, kann man ja gar nicht wissen, ob einem etwas liegt oder nicht liegt.
00:06:19: Lea Ja, auf jeden Fall. Also vor vier Jahren hätte mir das jetzt jemand gesagt, wie der Weg verläuft, Das hätte ich im Leben nicht geglaubt. Also das hätte ich mir auch ganz anders vorgestellt. Aber auch da, ich habe damals schon gesagt, okay, das ist jetzt ein Einstieg, ein erster Schritt in die Selbstständigkeit oder für mich auch tatsächlich generell in die Arbeitswelt. Ich war ja nie angestellt, dass mir auch klar war, der Weg wird sich verändern und das ist jetzt eine Grundlage. Und das war das Schöne auch an dem Pferdeverhaltenstraining, dass man sich in viele Richtungen hätte weiterentwickeln können, auch innerhalb der Pferdewelt direkt. Aber eben jetzt auch so, was entstanden ist, wie es jetzt entstanden ist bei mir nur noch so halb in der Pferdewelt,
00:07:04: Carina was ja auch gar nichts Schlimmes oder so ist. Ist ja super, wenn man durch dieses Hobby, was man hatte, erstmal einen Einstieg in den Berufsalltag bekommt. Also ich glaube, auf der einen Seite besser geht es nicht, auf der anderen Seite besser geht es dann doch. Ich meine, du hast ja nicht zuletzt auch deswegen aufgehört oder hauptsächlich deswegen aufgehört, weil ja das Hobby dann eben irgendwo auch beeinträchtigt wird durch den Job. Und das war ja immer so ein Grund, warum ich zum Beispiel immer gesagt habe, ich möchte nicht hauptberuflich schreiben, also in meiner Schulzeit vom Abitur haben mir ganz ganz viele Leute Geh doch in den Journalismus, mach doch was mit Schreiben, du kannst das gut. OK, ich schreibe jetzt auch sowohl im journalistischen Bereich als auch eben meine Romane, aber halt nicht hauptberuflich. Und ich habe immer gesagt, ich will das nicht machen, weil ich Angst habe, gerade im kreativen Bereich, dass mir diese Kreativität abhanden kommt und dass es mir einfach keinen Spaß mehr macht. Und ich glaube, das ist halt immer das Risiko, wenn man was mit viel Herzblut macht, was einen erfüllt, was vorher aber ein Hobby war. Von daher ist das ja immer so ein zweischneidiges Ding. Aber ich glaube, um da erstmal einen Einstieg zu finden, kann das sehr angenehm sein und gleichzeitig sehr beängstigend sein, weil es halt eine Selbstständigkeit ist.
00:08:25: Lea Ja, total. Das kann ich auf jeden Fall auch unterschreiben. Ich habe ja eigentlich auch früher schon immer gesagt, ich möchte gar nicht mit Pferden arbeiten, genau aus diesem Grund, weil ich genug Leute gese habe, die sich daran kaputt gearbeitet haben. Aber irgendwie hat sich dann der Weg für mich zumindest damals so ergeben, dass es zu dem Zeitpunkt keine Alternative gab für mich und dass nur der Weg quasi offen war. Was aber ja auch noch mal spannend ist. Für mich war ja nicht der Punkt selbstständig sein, weil du das gerade sagtest, das was mich stresst, sondern im Gegenteil, das ist der Teil, der mir sehr gut gefällt, deswegen bin ich jetzt auch weiterhin, sondern eben andere Faktoren, wie du schon sagst, der am Hobby und der Leidenschaft fährt, irgendwie verloren gegangen ist. Und das habe ich ganz ganz krass gemerkt, wie der Druck dann von mir abgefallen ist, als dass man plötzlich nicht mehr war, ohne dass mir das vorher bewusst war, wie groß der Druck überhaupt war. Und wir sind ja immer sehr drauf besinnt, hier möglichst bei den Fakten zu bleiben und wissenschaftlich und ja, ich sag mal, eine solide Grundlage zu haben. Aber ganz unabhängig davon, es gibt ja immer diese Sprüche, wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere, wie auch immer, sei es das Universum oder was auch immer da irgendwas steuert, das ist ja völlig egal.Aber das war tatsächlich auch sehr krass. Ab dem Moment, wo das ganz ganz klar war und auch klar kommuniziert war, habe ich auf einmal so viele Anfragen bekommen als VA, dass ich innerhalb kürzester Zeit wirklich jede Menge neue Kunden dazu genommen habe und damit quasi schon fast das Geld ausgeglichen habe, was ich vorher hatte durch das Pferdetraining mit deutlich mehr Sicherheit in den Verträgen. Also am Ende des Tages habe ich sogar jetzt quasi finanziell eigentlich schon davon profitiert und das Ganze ist keine zwei Monate her.
00:10:12: Carina Wahnsinn. Ja, das ist natürlich besonders toll, wenn man das sagen kann.
00:10:16: Lea Ja, und das war ja nie der Hauptgrund. Also wird mit Sicherheit auch in meiner Entscheidung mit reingespielt haben, dass die Kraftanstrengung im Vergleich zu dem, was am Ende an Geld dabei rauskommt, in keinem Verhältnis stand. Aber das war ja nie mein Hauptgrund. Da hätte ich auch irgendwie innerhalb der Selbstständigkeit Dinge umstrukturieren können. Aber genau dieses, was ja auch gerade oft in der spirituellen Welt und so viel vertreten ist, dass man irgendwie dann die Sachen anzieht, wie auch immer. Also völlig egal, wo es herkam, aber irgendwie hat es auch funktioniert und auf einmal, wo ich offen war für Neues, kam auch Neues.
00:10:57: Carina Ja genau. Es ist natürlich die. Hast du es in dem Moment mehr wahrgenommen? Ist es in dem Moment tatsächlich mehr gekommen oder hast du es vielleicht davor unbewusst ein bisschen abgeblockt? Ist jetzt vielleicht zu weit gegriffen, aber gibt ja doch viele Schritte, die man unbewusst auch macht, die dann zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen werden. Also ich glaube, da spielt wahrscheinlich irgendwie vieles eine Rolle, aber im Endeffekt ist es auch fast egal, was der Hintergrund war oder was, woran man da selber glaubt, was der Hintergrund sein könnte. Das Wichtige ist ja, dass es was gebracht hat, weil ich glaube, das Schlimmste, was einem passieren kann in so einem Moment, ist, dass man halt komplett in der Luft hängt, dass man gar nicht weiß, wie es weitergeht finanziell. Man eben auch wirklich darauf angewiesen ist. Wir kennen ja auch alle die Situation am Arbeitsmarkt, wenn man dann wirklich vor dem Nichts steht, aber für sich die Entscheidung getroffen hat, es geht so nicht weiter, ist das glaube ich, das Schlimmste, was passieren kann.
00:11:57: Lea Ja, auf jeden Fall. Also das war ja quasi, also Anfang Dezember war ja noch mein Stand. Ich höre das jetzt auf, aber wie es danach weitergeht, weiß ich nicht. Ich weiß, ich kann ein paar Monate puffern. Dafür habe ich genug geplant und Geld beiseite gelegt, um so was abfangen zu können. Aber so richtig einen Plan hatte ich nicht. Ich habe Bewerbungen geschrieben und Absagen bekommen, weil mein Plan ja war auch ähnlich wie du in Teilzeit mich anstellen zu lassen und dann die VA eben ausbauen zu können. Hat sich jetzt ein bisschen anders ergeben. Ich habe jetzt aber tatsächlich auch einen Minijob zusätzlich, wo ich auch da habe ich viele Absagen bekommen oder gar keine Rückmeldung. Und dann war es auf einmal ganz, ganz schnell. Also ich hatte mittwochs das Vorstellungsgespräch und montags den ersten Arbeitstag. Also auch da irgendwie hat es sich dann am Ende wieder gefügt, woran auch immer es gelegen hat. Da würde ich gerade auch noch mal anschließen, was du eben sagtest. Natürlich bin ich in dem Moment, wo ich offen kommuniziert habe, ich bin nicht mehr als Trainerin auch in den gleichen Kreisen anders wahrgenommen als OK Lea, als VA ist jetzt vielleicht auch mehr verfügbar, dass die Leute dann eher anfragen. Also das ist ja nie nur ein Faktor, der da rein spielt. Aber vielleicht ist das ja auch ein bisschen ein kleiner Mutmacher für manch anderen, der irgendwie gerade vor einer Veränderung steht, dass sich am Ende doch irgendwie alles fügt, wenn man sich doch zumindest ein bisschen Mühe gibt.
00:13:28: Carina Ja, das auf jeden Fall. Also fairerweise, mir ging das ja gar nicht viel anders. Also ich darf hier überhaupt nicht meckern. Ich habe Riesenglück gehabt, bin auch wirklich sehr happy darüber, wie sich das bei mir entwickelt hat. Aber ich habe ja auch in der Zeit, ich sag mal, wo ich die Masterarbeit geschrieben habe, habe ich halt deutlich intensiver als vorher geguckt, was gibt es denn für Jobmöglichkeiten für mich? Und ich sage mal so, die Aussicht war jetzt erstmal nicht das, was ich mir vorgestellt hatte aus diversen Gründen. Und ich habe auch immer wieder gesehen auf Instagram oder auf Social Media generell so Beiträ ja, hier Psychologiestudium abgeschlossen, sucht jetzt Ewigkeiten nach einem Job, hilft dann auch nicht unbedingt dabei, dass man mutig voranschreitet und ich bewerbe mich jetzt einfach mal. Und im Endeffekt war es dann bei mir so, dass ich zwei Bewerbungen geschrieben habe für Remote Arbeit, aber das war gar nicht doch eine war im psychologischen Bereich und dann habe ich effektiv eine Bewerbung geschrieben hier in der Region. Und das war dann auch der Job, den ich bekommen habe, wo ich gelandet bin, wo ich, wie gesagt, sehr, sehr zufrieden mit bin. Das heißt, wie gesagt, ich weiß, dass ich da in einer sehr privilegierten Position bin. Ich will damit aber nur noch mal unterstreichen, was du auch gesagt hast, dass man auch dann irgendwo offen dafür sein sollte und dass es natürlich auch manchmal einfach hilft, wenn man dann das kommuniziert, wenn man dann auch mal sich die Mühe macht und es versucht und um Gottes Willen, versteht mich jetzt nicht falsch, das soll nicht heißen, wer jetzt irgendwie keinen Job findet, hat es nur nicht genug versucht. Ich weiß, wie gesagt, die Situation aussieht und trotzdem spielt beides da eine Rolle. Also es ist ganz viel Glückssache auf jeden Fall. Aber man sollte sich halt auch nicht darin verrennen, zu oh Gott, das ist alles furchtbar schrecklich und es wird niemals funktionieren, weil mit der Einstellung sind wir wieder beim Thema selbsterfüllende Prophezeiung, kann es passieren, dass man es auch selber negativ beeinflusst. Und das ist mit Sicherheit nicht zielführend, wenn man dann immer wieder darin bestärkt wird, dass etwas nicht funktionieren wird.
00:15:44: Lea Ja, da sind wir dann auch ganz schnell bei so Themen wie manifestieren, das ist dann die Frage. Also sich positiv einstellen und da was vorstellen, wird mit Sicherheit ganz, ganz viel an der inneren Einstellung und damit an der Offenheit ändern. Aber ob man sich dann wirklich etwas manifestieren kann, nur weil man es sich wahnsinnig wünscht, ist dann wieder die andere Frage.
00:16:04: Carina Dazu habe ich eine relativ klare Meinung auf Basis der Wissenschaft, der heutigen Wissenschaft. Sollte sich da irgendwann mal was dran ändern, bin ich natürlich auch gerne offen, meine Meinung zu revidieren. Da darf aber jeder auch seine oder ihre Meinung zu haben. Meine ist eindeutig, wie gesagt, wissenschaftlich geleitet und ich denke auch dieses Mindset Thema ist natürlich ein riesiges. Das ist auch ganz, ganz viel dran und ganz viel wichtig und richtig. Ich finde es nur schwierig, wenn das dann eben, was ich eben schon erwähnt hatte, so kippt in dieses Naja, wenn es halt nicht klappt, dann hast du einfach nur nicht genug, weiß ich nicht, dran geglaubt, manifestiert, das richtige Universum angebetet, keine Ahnung, ich bin da nicht tief genug drin, um das.
00:16:50: Lea Ich glaube, da gibt es ja auch noch mal 100 verschiedene Varianten.
00:16:55: Carina Richtig, höchstwahrscheinlich. Was ich damit eigentlich sagen will, ist, ich finde es schwierig, wenn das dann so auf die Person selbst zurückgeführt wird als einziges Ding, weil ja, das ist ein Faktor. Aber es gibt auch so viele Faktoren, die wir nicht beeinflussen können und schade, wenn man dann so ausschließlich auf eine Person reduziert, die sich dann ein schlechtes Gewissen macht und sich schlecht fühlt, weil sie was auch immer zu wenig gemacht hat. Und das ist dann vielleicht einfach gar nicht der ausschlaggebende Faktor.
00:17:25: Lea Aber wo wir jetzt schon so ein bisschen bei dem Thema sind, was kannst du denn mit der psychologischen Brille auf sagen, warum uns Veränderung oft so schwer fällt?
00:17:35: Carina Ja, das ist natürlich ein wichtiger Punkt. Ich würde sagen, dass das gar nicht unbedingt für alle gilt. Das vielleicht mal als erstes vorab. Ich glaube, es gibt Menschen, die gerne viel Veränderung haben, auch wenn wahrscheinlich eher der größere Teil, dazu habe ich jetzt keine Zahlen rausgesucht, das ist jetzt eher ein Bauchgefühl, aber der größere Teil sich wahrscheinlich eher damit schwer tut mit großen Veränderungen, weil wir Menschen natürlich einfach Gewohnheitstiere sind. Das ist auch so ein bisschen darin begründet, wie unser Hirn arbeitet und funktioniert. Wir haben es schon ein paar Mal hier auch erwähnt, unser Hirn ist darauf ausgerichtet, Muster zu erkennen und das sehr schnell. Und das ist eigentlich eine gute Sache, weil es halt energiesparend ist eigentlich, weil dadurch natürlich auch schnell Vorurteile und Klischees und ähnliches entstehen. Aber das heißt halt auch, unser Hirn mag einfach gerne Routine und alles, was neu ist, ist erstmal beängstigend. Das ist auch etwas, was einfach wieder mehr Energie kostet, weil es mehr, ich sag mal, Rechenleistung braucht, wo wir uns darauf einstellen müssen, was wir verarbeiten müssen. Und natürlich darf man auch nicht vergessen, wenn man so einen Schritt macht, also nehmen wir mal dein, wir haben ja auch immer es mit Verlusten zu tun, die wir vielleicht nicht so einkalkulieren können, finanzieller Natur, sozialer Natur, auch da Routinen, die verloren werden. Also es ist echt schon komplexeres Gebilde, sage ich mal, was da entsteht bei Veränderungen.
00:19:08: Lea Ja, auf jeden Fall. Das ist nochmal ein guter Hinweis, weil wir da jetzt so gerade gar nicht drüber gesprochen haben und ich das alles sehr positiv natürlich erzählt habe, weil es jetzt am Ende des Tages auch positiv ist. Aber ich hatte genug zu kämpfen mit Zukunftsängsten. Okay, wie geht es weiter? Ich habe irgendwie keinen Job, irgendwo her muss meine Miete bezahlt werden. Was tue ich? Ich finde keinen Job, ich bekomme nur Absagen. Also das war aus der Hinsicht auch eine sehr aufregende und nervenaufreibende Zeit und natürlich auch einfach emotional viel, was man auch aufgegeben hat. Sei es wirklich tolle Menschen, mit denen ich vorher zusammengearbeitet habe als Trainer, mit denen ich jetzt auch aber teilweise immer noch in Kontakt bin und mich freue, die zu sehen. Es ist natürlich auch immer was Besonderes, so eine Selbstständigkeit aufzubauen und das dann aufzugeben, war auch nicht nur leicht, auch wenn die Entscheidung für mich dann irgendwann sehr klar war. Aber es war ja trotzdem etwas, was ich losgelassen habe, gerade in Bezug auf die Pferde, was ja eben auch, es hatte ja seinen Grund, dass ich mit Pferden arbeiten wollte, da war ja die Leidenschaft da. Und das dann irgendwie doch aufzugeben, macht auf jeden Fall auch was mit einem, was ich nicht hatte, was aber vielleicht ja auch für den einen oder anderen dabei ist, könnte so ein Gefühl von Versagen sein. Ich habe das jetzt nicht gut genug gemacht. Also klar, irgendwie hatte ich dann auch immer mal meine Zweifel, aber in einem völlig gesunden, normalen Rahmen würde ich jetzt mal sagen, Vielleicht dann auch einfach die nüchterne Einstellung, dass das vielleicht auch einfach nicht auf Dauer der richtige Weg für mich ist und dass ich woanders viel mehr Potenzial entfalten kann. Also das kann man ja immer sehen, wie man möchte. Aber genau das, weil ich eben sehr positiv berichtet habe, was es eben auch ist. Aber es war eben nicht nur positiv, es hatte auch schmerzvolle Aspekte.
00:21:01: Carina Aber du hast gerade noch was ganz Wichtiges gesagt tatsächlich, weil du meintest, dass du auch diese Perspektive hattest. Vielleicht hast du woanders, kannst du mehr Potenzial erreichen, ausschöpfen, wie auch immer wir es jetzt nennen wollen. Ich weiß nicht genau, welches Wort du benutzt hast. Das, was du da beschreibst, knüpft im Prinzip an das an, was ich vorhin gesagt habe, dass es sehr Menschen gibt, die mit Veränderung besser umgehen, Menschen, die mit Veränderung schlechter umgehen oder denen es zumindest schwerer fällt, mit Veränderungen umzugehen. Und da kennen wir halt in der Psychologie dieses Thema Growth Mindset versus Fixed Mindset. Also wie würde man das im Deutschen übersetzen? Das Veränderungs Mindset, schwierig zu sagen und das Fixed Mindset ist eben das, was fix ist. Super tolle Erklärung, Carina. Naja, ich hoffe, ihr könnt mir trotzdem folgen. Der Punkt ist, das Growth Mindset ist eben darauf ausgerichtet, dass Menschen davon ausgehen, dass sie Fähigkeiten weiterentwickeln können, also dass Fähigkeiten nicht einfach gegeben sind und dann halt das Leben lang so bleiben, sondern dass man weiter lernen kann, sich weiterentwickeln kann. Und im Gegensatz dazu würde eine Person mit Fixed Mindset eben eher denken, dass Fähigkeiten oder auch Intelligenz, vor allem auch Intelligenz, eben unveränderbar ist.Das ist einfach unabhängig sozusagen von den Herausforderungen ist. Und diese Person würde wahrscheinlich eher beim Alten bleiben, weil sie auch vielleicht Veränderung eher als was Negatives ansehen würde. Und Personen mit dem Growth Mindset würden eben Chancen sehen in den Veränderungen, also nicht die Probleme, sondern die Chancen, was vielleicht noch etwas bringen kann, um sich weiterzuentwickeln. Das ist sicherlich auch ein großer wichtiger Faktor darin, wie wir mit Veränderungen umgehen. Das war jetzt ganz spannend, weil man das gerade in deiner Sprache ein bisschen auch mitbekommen konnte, würde ich jetzt einfach mal behaupten.
00:23:02: Lea Ja, und ich glaube, das war vor der Selbstständigkeit auch nicht unbedingt so. Ich glaube, das ist auch etwas, was sich durch die Selbstständigkeit bei mir auch erst so entwickelt hat. Und da fällt mir auch noch ein anderer Punkt ein, da weiß ich gar nicht, ob du was dazu sagen kannst. In diesem Fall war das ja nun mal auch ein von mir freiwillig gewählter Schritt. Und Selbstbestimmung ist zum Beispiel ein Wert, wo wir bei dem Thema sind, können wir noch ein ganz anderes Fass aufmachen. Aber das ist ein Wert, der mir aktuell unfassbar wichtig ist, der bei mir sehr weit oben steht. Und damit habe ich das ja voll ausgelebt und das komplett für mich entschieden, auch wenn es Verluste bedeutet hat. Aber ich habe das selbstbestimmt und für mich selber meinen Weg gewählt, wie er sich für mich richtig angefühlt hat. Das habe ich ganz, ganz am Anfang eben schon mal gesagt. Ich glaube, wenn das eine Entscheidung von äußeren Faktoren gewesen wäre, hätte ich damit in diesem Fall auch nicht so gut umgehen können. Aber ich kann mir vorstellen, dass es auch Situationen gibt, wo Leute froh sind, wenn von außen Veränderungen erzwungen wurde, auch wenn sie in dem Moment vielleicht wirklich, wirklich hart ist, dass sie aber am Ende des Tages genau die Leute aus ihrer Komfortzone mal rausgeschubst hat und sie sich dieser Veränderung hingeben mussten, weil sie einfach passiert ist und sie nichts tun konnten, um sie aufzuhalten oder es dann auch einfach akzeptiert haben. Ich weiß nicht, ob du da noch fachlicher was zu sagen kannst, wie die Unterschiede da vielleicht sind bei selbstgewählten und bei fremdbestimmten Entscheidungen.
00:24:35: Carina Ja, also erstmal ganz kurz, bevor ich das vergesse, du hast gerade den Begriff Komfortzone erwähnt. Jetzt habe ich eben schon gedacht, vieles von dem, was wir heute sagen, passt natürlich super zu der Folge, die wir schon gemacht haben über das Thema Komfortzone. Also ich glaube, da kann man gut noch mal dran anknüpfen. Aber um zurück zu deiner Frage zu kommen oder zu deiner Feststellung zu kommen, das ist natürlich definitiv so. Also dass Selbstbestimmtheit uns ganz viel gibt. Ich würde sogar dann wirklich in den Bereich Selbstwirksamkeit gehen und sagen, wenn wir merken, dass unser Handeln auch tatsächlich Effekte hat und dass wir unser Leben sozusagen bestimmen können, dann gibt uns das halt ganz viel. Das heißt, das macht schon Sinn, dass es für dich gut war. Gleichzeitig natürlich ist es für manche Menschen auch einfach schwierig, Entscheidungen zu treffen. Da sind wir wieder bei dem Thema Angst vor Verlusten und auch ein bisschen Unsicherheitsintoleranz. Was erwartet mich da? Ich weiß ja vielleicht auch nicht, ob das, was ich, wenn wir beim Job bleiben, wenn ich einen Job wechsle, ob das, was ich dann bekomme, besser ist als das, was ich jetzt habe. Also das heißt, es ist für viele Menschen einfacher, mit dem umzugehen, mit den negativen Seiten umzugehen, die sie aktuell haben, die sie aber einschätzen können, als zu riskieren, dass es irgendwo anders negative Seiten gibt, die sie ja noch gar nicht kennen, die ja vielleicht schwieriger sein könnten. Sie könnten genauso gut besser sein für sie, aber das wissen sie eben nicht. Und von daher kann natürlich dann auch hilfreich sein, wenn das von außen bestimmt wird. Allerdings würde ich auch da noch mal so ein bisschen die Einschränkungen dazu nehmen. Sicherlich kommt es darauf an, nicht nur auf die Person, sondern auch darauf was ist denn der Grund dafür, dass so eine Veränderung passiert? Also bleiben wir beim Werde ich gekündigt, weil beispielsweise meine Fähigkeiten nicht die sind, die gewünscht werden oder ich nicht das erreiche, was das Unternehmen gerne hätte, wird das höchstwahrscheinlich meinen Selbstwert stark schwächen Und dann wird es auch für mich schwierig sein, die Veränderung wieder anzutreten. Ist die Veränderung aber eine, die uns jetzt nicht persönlich betrifft, sondern eher das Drumherum, weil jetzt potenziell das Unternehmen pleitegeht, schließt, das hat aber gar nichts mit mir persönlich zu tun, werde ich das deutlich besser annehmen können und das auch nicht auf meinen Selbstwert beziehen zu Ich wurde jetzt gekündigt, weil ich zu schlecht bin, ganz platt gesagt, sondern naja, ging halt einfach nicht mehr. Es gab halt keine Arbeitsstelle mehr. Das heißt, ich glaube, das ist eine sehr vielschichtige Fragestellung, wo einfach so viele Faktoren reinspielen von Persönlichkeit, von Situation, von der Arbeitsstelle, auch jetzt in dem Kontext von dem Außen herum, dass das ganz schwierig ist, das vorherzusagen. Und wie immer kann es halt irgendwie alles sein. Aber ich glaube, es ist halt wichtig, sich zu Erstens, wie viel Kontrollbedürfnis hat man selbst, wenn man vor so einer Veränderung steht, Weil natürlich, wenn ich ein hohes Kontrollbedürfnis habe, können Veränderungen auch noch mehr Angst machen. Und halt eben wie sehr knüpfe ich auch so eine Veränderung an meinen Selbstwert? Ich hoffe, das hat das ein bisschen beantwortet. Ich bin kurz abgeschweift.
00:28:02: Lea Ja, und das muss ja gar nicht Also wir waren jetzt viel natürlich im Job Kontext, aber es können ja auch irgendwelche Schicksalsschläge oder so sein, die natürlich auch immens viele Veränderungen hervorrufen. Und ich glaube, man muss dann auch nicht in dem Moment des Schicksalsschlags da sitzen und Ja, aber es hat doch für alles einen Grund und dafür ist es gut. Und zeitgleich muss ich jetzt gerade daran denken an ein Buch von der Miriam Höller Das Leben ist ungerecht und das ist gut so, die in kürzester Zeit zwei sehr heftige Schicksalsschläge. Hatte und daraus trotz allem als Person sehr gewachsen ist. Das heißt trotzdem am Ende des Tages nicht gut, dass dieses passiert ist. Aber auch da kann man ja irgendwie im besten Fall als Mensch draus wachsen. Aber jetzt wollen wir bitte nicht in so Ecken wie posttraumatisches Wachstum oder so abbiegen. Wir sind hier sehr weit gewandert gerade.
00:28:55: Carina Ja, wir sind tatsächlich weit gewandert, aber das stimmt natürlich schon, was du sagst. Also ich habe ja jetzt auch in der Klinik, wo ich arbeite, in der Rehaklinik, wo ich arbeite, viel mit eigentlich ausschließlich mit Menschen zu tun, die Veränderungen aufgezwungen bekommen haben, sozusagen. Das klingt jetzt sehr dramatisch. Ist es zum Teil auch, weil es natürlich da um körperliche Veränderungen geht. Also die Gesundheit können wir halt nur bedingt beeinflussen. Da sieht man das eben auch immer wieder, wie unterschiedlich Menschen mit Veränderungen umgehen, aber auch wie oft doch noch was Positives daraus erwächst. Durchaus natürlich nicht immer oder auch nicht unbedingt etwas, was man direkt im ersten Moment erkennt. Das braucht natürlich auch oftmals Zeit, das nochmal in der Rückschau zu betrachten. Aber das sieht man schon sehr oft. Und es ist eben wirklich das, was man in der Theorie, in der Psychologie immer wieder sagt und sieht, sehe ich jetzt auch noch mal super viel auch in der Praxis, egal ob sie jetzt in der Klinik ist oder eben auch bei der Arbeit mit Besitzer innen chronisch kranker Pferde. Es ist halt schon so, wenn wir es schaffen, was Positives im Negativen zu sehen, dann hilft uns das einfach enorm, so Veränderungen auch anzunehmen und zu akzeptieren. Wenn wir halt immer den Fokus stark auf das Negative lenken, wird es oftmals schwieriger sein, damit umzugehen. Jetzt sind wir wieder irgendwie beim Mindset gelandet, aber am Ende des Tages ist da in dem Fall eben wirklich was dran.
00:30:31: Lea Ja, da muss ich jetzt gerade noch an was denken. Ich weiß gar nicht, ob das mal eine offizielle Studie war oder ob das einfach nur eine Umfrage aus reinem Interesse irgendwie nicht wissenschaftlich war, dass alte Menschen oder Menschen auf dem Sterbebett gefragt wurden, was sie denn bereuen und dass da überall eigentlich der Grundtenor: Ich bereue nichts, was ich getan habe, sondern nur die Dinge, die ich nicht getan habe, die ich mich nicht getraut habe. Vielleicht ist das nochmal ein kleiner Impuls in dem Sinne, sich zu trauen, Dinge zu verändern, auch wenn sie irgendwie ein gewisses Risiko beinhalten, wenn sie Angst machen. Aber dass es mit Sicherheit nicht bei allen, aber bei vielen Dingen oft besser ist. Man hat sie getan und hat sie ausprobiert und im Zweifel ist man halt auf die Nase gefallen, als sich sein Leben lang zu Ach, hätte ich doch mal...
00:31:25: Carina voll, das passt so gut dazu. Ich habe das, das ist jetzt auch super unwissenschaftlich, aber ich habe es bei Instagram gelesen in einem Beitrag. Ach so, das war der Beitrag. Timon Krause macht jedes Jahr eigentlich, ich glaube jedes Jahr, ich habe schon ein paar Jahre jedenfalls gesehen, zum Jahresende hin einen Beitrag, wo jeder quasi einmal angeben darf, was er oder sie in dem Jahr tolles geschafft hat. Und das ist immer ganz, ganz schön zu sehen in den Kommentaren, wie sehr sich die Leute auch füreinander freuen. Und da war eine Person, ich meine, das war jetzt auch letztes Jahr 2025, die hat darunter kommentiert, sie ist, ich weiß nicht mehr wohin, irgendwohin in irgendein Land ausgewandert, weil es schon immer ihr Traum war, hat festgestellt, das ist überhaupt nicht so, wie sie das sich vorgestellt hat. Und sie wird da nicht glücklich, ist wieder zurückgekommen und sieht es aber gar nicht als Scheitern an, sondern sie ist froh, dass sie es gemacht hat. Sie hat so, okay, der Traum war halt einfach vielleicht auch nur ein Traum, aber ich habe es probiert und es war gut und ich habe daraus gelernt und es war ein so toller Kommentar, da habe ich mich so drüber gefreut. Und das ist irgendwie so sinnbildlich für das, was du gerade auch gesagt hast, finde ich. Und ich glaube, wenn wir das so ein bisschen für uns übernehmen können, ist das einfach was total Schönes. Ist gerade natürlich auch bei so Faktoren, egal ob es jetzt das Auswandern ist oder der Jobwechsel oder was auch immer, wo wir halt auch mit einer gewissen sozialen Bewertung rechnen können. Also wenn wir dann wieder zurückkommen aus dem Ausland, könnte es ja sein, dass andere sagen, wir sind gescheitert oder auch das, was du vorhin gesagt hast, es könnte ja sein, dass andere das so betrachten, als wärst du gescheitert. Es kann uns im Prinzip ja egal sein, aber wir sind halt leider auch nur Menschen und uns ist oftmals soziale Bewertung sehr wichtig. Und ja, gerade bei sowas da vielleicht wenn es irgendwie geht, mehr auf sich zu hören, als auf das, was andere über einen denken, ist, glaube ich, schon sehr wertvoll.
00:33:18: Lea Ja, und dann frage ich mich gerade auch, also manche Veränderungen kann man sowieso nicht aufhalten. Kann man ein Leben leben, ohne etwas zu verändern? Wahrscheinlich nicht. Also die gehört eh zwangsläufig mit dazu. Und dann muss ich gerade, es gibt so ein berühmtes Zitat, das einzige, was konstant ist, ist der Wandel. Also es verändert sich eh immer irgendwas. Und mir fällt noch ein weiteres Zitat ein, was aber irgendwie so negativ behaftet ist. Stillstand ist Rückschritt, kann man sich aber irgendwie mal. Also das heißt nicht, man soll ständig und alles optimieren und verbessern und immer irgendwas verändern. Aber wenn man halt nie was verändert und immer in seiner gleichen Suppe kocht, kann man sich ja durchaus auch mal Macht mich das auf Dauer glücklicher?
00:34:06: Carina Ja, das sehr guter Punkt. Und wir denken auch noch mal an die Komfortzonefolge. Wir werden halt auch nicht wachsen, wenn wir ständig nur in unserem Bereich bleiben. Und ich sag mal, das Risiko, was natürlich dann besteht, ist, dass die Welt um uns herum sich verändert und wir nicht mehr hinterherkommen. Also das erleben ja auch viele Menschen. Schauen wir uns einfach mal den technologischen Bereich an. Da wird man ja doch auch sehr schnell abgehängt, völlig egal, welches Alter man da ist. Wenn man nicht versucht, ein bisschen am Ball zu bleiben, merkt man ganz huch, wann ist das alles passiert? Kann ich gar nicht mehr mit umgehen? Auch das soll jetzt nicht heißen, wir müssen jetzt uns dazu zwingen, uns ständig mit allem zu beschäftigen und bei allem am Ball zu bleiben. Aber es ist so ein bisschen auch wieder sinnbildlich dafür, was natürlich passieren kann, wenn wir auf gar keinen Fall Veränderungen wollen, dann wollen wir uns halt auch nicht auf Veränderungen um uns herum einlassen. Und das ist meistens auch irgendwann halt Kann das problematisch werden, sagen wir es mal so.
00:35:08: Lea Haben wir vielleicht oder hast du vielleicht Tipps, die man Leuten noch mitgeben kann, wie Veränderung vielleicht leichter fallen kann?
00:35:18: Carina Ja, also der ganz klassische Tipp ist natürlich auch wieder der, den ich schon mal bei der Komfortzone Folge mitgegeben habe, aber den finde ich super wichtig. Stichwort auch wieder sozialer Bereich. Hilfe suchen. Also gar nicht... Hilfe suchen klingt immer so dramatisch, aber es mit jemandem zusammen machen muss. Sich irgendwo Verbindlichkeit suchen, sich mitteilen, auch seine Ängste, Sorgen tatsächlich ausformulieren. Oftmals ist es ja so ein diffuses Gefühl, irgendwie ist Veränderung gruselig, aber da wirklich auch mal ganz konkret, wenn man es nicht mit einer anderen Person macht, aber zumindest für sich mal Was ist denn das, was mir Angst macht? Was könnte denn wirklich passieren? Und was ist vielleicht auch eher eine unrealistische Angst? Dass man da einfach ein bisschen klarer an seine eigenen Gedanken und Emotionen rankommt. Und da hilft es manchmal auch einfach wirklich sich mal hinzusetzen und ohne groß darüber nachzudenken, sich alles von der Seele zu schreiben, hinterher mal zu schauen, was passiert ist. Und wie gesagt, ansonsten natürlich, wenn es jetzt nicht der Job ist, wir vielleicht eine sportliche Veränderung haben wollen oder so. Da natürlich wirklich sich Verbindlichkeit suchen durch Kurse, durch einfach gemeinsame Verabredungen oder ähnliches ist einfach ein ganz, ganz großer Faktor.
00:36:41: Lea Danke fürs Zuhören bei dieser Folge von Psycholohü. Wenn sie dir gefallen hat, hinterlass uns doch eine positive Bewertung und teil teile die Folge. Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche und deine Gedanken zum Thema. Du findest Carina auf Instagram unter @mindequus.CarinaWarnstaedt
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