#64: Was bedeutet es, voller Leidenschaft tiergestützt zu arbeiten?
Shownotes
Eine Premiere für Psycholohü: In dieser Folge haben wir gleich zwei Gäste dabei und damit drei Personen, die auf unterschiedliche Art tiergestützt arbeiten. Im Gespräch mit Katrin und Marie vom Podcast tiergestuetzt.beherzt tauchen wir ein in die tiergestützte Arbeit. Welche Tierarten eignen sich dafür? Gibt es Tierarten, die für bestimmte Einsätze geradezu gemacht sind? Oder liegt es einzig und allein am Charakter des Tiers? Und was sind Herausforderungen und Learnings, die es bei den tiergestützten Interventionen gibt? All das und noch mehr besprechen wir in dieser Folge.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Aber das ist es nicht.
00:00:01: Es ist nicht die Trickkiste, es sind nicht die super trainierten Tiere, die dann da
00:00:06: irgendwas abrufen, sondern ich finde, dass das Allerwichtigste, und das ist das,
00:00:12: was mir besonders am Herzen liegt, ist, dass die Menschen,
00:00:16: die zu uns kommen und gemeinsam Zeit mit uns verbringen, dass die vor allem
00:00:21: sich wertgeschätzt und gesehen fühlen.
00:00:24: Das ist mir unglaublich wichtig.
00:00:30: Psycholohü, der Podcast über Pferde und Psychologie.
00:00:34: Wir sind Carina Warnstädt, Psychologin und Begleitung für Menschen mit
00:00:37: chronisch kranken Pferden,
00:00:38: und Lea Schneider, virtuelle Assistenz für Selbstständige in der Pferdebranche
00:00:42: und Pferdeverhaltenstrainerin.
00:00:44: Wir nehmen dich mit in unsere Gedanken zu verschiedenen Themen aus dem Bereich
00:00:47: Pferd-Mensch-Beziehung und in spannende Interviews zu den Themen
00:00:50: Pferde und Psychologie.
00:00:55: Hallo und herzlich willkommen zu dieser Folge von Psycholohü.
00:00:59: Heute mit einer Premiere bei uns, denn wir haben das erste Mal zwei Gäste zeitgleich.
00:01:05: Wie immer würde ich sagen, stellt euch gerne erstmal kurz vor.
00:01:08: Katrin, ich würde sagen, wir starten mal mit dir.
00:01:11: Ja, hallo, ich bin Katrin Rauber.
00:01:14: Ich bin ursprünglich im ersten Leben Lehrerin,
00:01:18: Grundschullehrerin, bin jetzt Mittlerweile aber auch Sonderpädagogin für die
00:01:22: besonders besonderen Kinder und arbeite nebenberuflich tiergestützt.
00:01:27: Ich nehme meine Hunde mit in die Schule und gehe auch mit meinen Schülerinnen und
00:01:31: Schülern manchmal zu meinen Pferden und Meerschweinchen.
00:01:34: Aber ich habe eben auch durch meine Nebentätigkeit Erwachsene, die
00:01:39: geistig behindert sind, die aber auch körperlich eingeschränkt sind, mit
00:01:44: denen ich tiergestützt arbeiten darf.
00:01:46: Arbeite mit Kindern und Jugendlichen vom Jugendamt, die zu meinen Tieren kommen,
00:01:51: habe aber auch Selbstzahler:innen und darf auch als Dozentin
00:01:56: TGI-ler, also tiergestützt arbeitende Menschen, ausbilden, mit unterstützen
00:02:02: und darf auch schuhbegleitende Teams ausbilden und habe glücklicherweise die
00:02:07: wunderbare Marie als eine meiner besten Freundinnen, die die Idee
00:02:10: hatte, einen Podcast zu gründen.
00:02:13: Und wir haben eben tiergestützt.
00:02:15: Beherzt, ein Podcast rund um das Thema tiergestützt Und ja, in meinen ganzen
00:02:21: Ausbildungen habe ich eben auch die Pferdetrainerausbildung gemacht, gemeinsam
00:02:24: mit dir, Lea, und so kommt auch unsere Verbindung zustande.
00:02:27: Und heute freue ich mich wahnsinnig auf diese Vierer-Kombo.
00:02:32: Auch bei uns ist es das erste Mal, zu viert eine Podcastfolge aufzunehmen, also
00:02:36: mega Premiere für alle, würde ich sagen.
00:02:39: Ich bin Marie, ich bin Kindheitspädagogin und arbeite mit Hund, Esel,
00:02:44: Kaninchen und Hühnern.
00:02:46: Ich bin mit Hund in verschiedenen Krippen, Kitas und Grundschule unterwegs als
00:02:52: externe Fachkraft und arbeite dann noch auf unserem Lernhof.
00:02:57: Dort sind wir Bildungsort für Kitas und Schulen, machen aber auch gerade aktuell
00:03:02: Ferienbetreuung und Ganztagsangebote, offene Kinder- und Jugendarbeit
00:03:07: und sind als Verein auch noch Träger der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe.
00:03:12: Ja toll, da haben wir schon mal ein Bild davon, mit wie vielen Tieren
00:03:16: ihr auch zusammenarbeitet.
00:03:18: Also bei uns bei Psycholohü ist es ja so, dass ich auch pferdegestützt
00:03:21: arbeite tatsächlich. Pferdegestützte Coaching gelernt habe.
00:03:26: Aber ich finde es ganz spannend, mal so ein bisschen den Blick zu weiten.
00:03:30: Wir haben jetzt schon diese Aufzählung gehört.
00:03:32: Wie kam es denn bei euch dazu, dass ihr beide angefangen habt,
00:03:36: tiergestützt zu arbeiten?
00:03:39: Bei mir hat es gestartet mit Hund tatsächlich.
00:03:41: Ich habe einfach den Wunsch gehabt, Hund und Kinder
00:03:46: in meiner Arbeit zusammenzubringen und habe zu der Zeit noch in der Krippe
00:03:50: gearbeitet und habe auch in der Zeit die Ausbildung mit meinem
00:03:53: Labrador Miro gemacht.
00:03:55: Und habe dann dort auch angefangen zu arbeiten, habe aber ganz schnell gemerkt,
00:03:59: dass das System Kita-Grippe nicht so ganz passt zu dem, wie wir unsere
00:04:06: Einsätze gestalten wollen und die Rahmenbedingungen einfach
00:04:10: schwierig sind in der Umsetzung.
00:04:11: Und dementsprechend habe ich da als Erstes den Schritt gemacht und habe mich dann
00:04:15: teilselbstständig gemacht und bin als Externe in die Einrichtung gekommen, wo
00:04:19: ich einfach über Einsatzverträge klar definieren konnte, wie
00:04:24: das Ganze ablaufen soll.
00:04:25: Und habe dann aber auch für mich tatsächlich den Entschluss gefasst, das
00:04:29: System Kita zu verlassen, weil das auch für mich einfach persönlich nicht so
00:04:33: gepasst hat und ich einfach noch mehr in die pädagogische und tiergestützte Arbeit
00:04:38: reingehen wollte und weg von dem Betreuungsaspekt, der doch einige
00:04:43: Schwierigkeiten mit sich bringt, für mich auf jeden Fall.
00:04:47: Und habe dann mit zwei weiteren wunderbaren Fachkräften für tiergestützte
00:04:50: Intervention einen Verein gegründet.
00:04:53: Wir heißen VereinT Mensch Tier-Natur und wir machen sowohl tiergestützte als auch
00:04:58: natur- und erlebnispädagogische Angebote für den Bereich, den ich
00:05:02: eben schon aufgezählt habe.
00:05:03: Und das kam alles so über die Weiterbildung zur Fachkraft
00:05:08: für tiergestützte Intervention.
00:05:10: Da habe ich bei denen hospitiert und sie kennengelernt und auch Katrin
00:05:13: kennengelernt in dem Zusammenhang.
00:05:15: Und ja, es sind einfach ganz wunderbare Verbindungen da entstanden.
00:05:19: Und jetzt darf ich schon seit anderthalb Jahren mit den vielen Tierarten
00:05:23: zusammenarbeiten und lieb's sehr.
00:05:28: Schön.
00:05:29: Bei mir war es so, dass ich mit Tieren groß werden durfte.
00:05:32: Mein Papa war Polizist, der ist jetzt Rentner, und ich bin mit Hunden und
00:05:37: Wellensittichen groß geworden und wollte unbedingt weiter
00:05:41: Tiere in meinem Leben haben und habe dann im Studium schon gemerkt: Boah,
00:05:45: Examensarbeit, über was könnte ich schreiben?
00:05:46: Boah, über Schulhunde könnte ich doch schreiben.
00:05:48: Damals war das schon— es ist tatsächlich
00:05:50: erschreckenderweise schon ziemlich lange her und damals noch nicht so
00:05:54: en vogue wie jetzt gerade.
00:05:56: Und dann habe ich damals schon angefangen, mich dafür zu interessieren, habe auch in
00:06:00: meinem Referendariat tatsächlich schon meinen ersten
00:06:03: Schuhbegleithund ausgebildet.
00:06:05: Das ist also ähnlich wie bei Marie, dass es erst mit den Hunden begonnen hat.
00:06:09: Und ich habe meiner Mom damals schon gesagt, mit meinem ersten Gehalt kaufe
00:06:13: ich mir endlich mein eigenes Pferd.
00:06:15: Und alle haben mich für verrückt erklärt, aber es war auch nicht das erste Gehalt,
00:06:20: es war ein bisschen vernünftiger.
00:06:21: Aber jetzt habe ich halt eben 5 Pferde bzw.
00:06:24: Ponys und arbeite mit denen tiergestützt und habe auch in der Schule dann gemerkt,
00:06:31: es ist so toll mit den Hunden, aber es gibt halt einfach noch mehr.
00:06:34: Und habe dann da ganz viele Einflüsse von verschiedenen Menschen
00:06:39: bekommen und habe dann da auch meine Fachkraftausbildung gemacht, zusätzlich
00:06:42: zur Schulbegleithundeteamausbildung.
00:06:46: Und habe dann, während wir die Pferdetrainer- und
00:06:49: Pferdegestützte-Therapeuten-Ausbildung gemacht haben, hatten wir ein Seminar, da
00:06:53: ging es um Marketing und um Finanzierung und Geld und wie Nehmen wir an, wofür?
00:06:59: Und als ich dann erzählt habe, na ja, ich habe mein Lehrergehalt und stecke das
00:07:05: Lehrergehalt in die Tiere, stecke die Tiere wieder in die Schule und so ist das
00:07:08: ein Kreislauf, wurde ich schon ein bisschen
00:07:11: schräg angeguckt und mir wurde noch mal, nicht dass mir das nicht andere Leute
00:07:15: schon vorher erzählt hätten, gesagt, dass das wenig schlau ist, so zu
00:07:19: arbeiten und zu wirtschaften.
00:07:22: Und dann habe ich da viel drüber nachgedacht und dann gab es damals ein
00:07:27: ein Bildungsträger oder überhaupt ein ganz großer Träger, der gesagt hat, hey, wir
00:07:31: kaufen einen Bauernhof, du kannst dort tiergestützt arbeiten mit Schafen,
00:07:35: Hühnern, Kaninchen, Meerschweinchen, Katze, Pferd, Zwergbartagamen, Schnecken,
00:07:41: Schildkröten, also mit all dem, mit dem ich eh schon gearbeitet habe,
00:07:44: oder halt auch noch mehr.
00:07:45: Und dann haben wir einen Bauernhof aufgemacht, um mit schulabstinenzigen
00:07:49: Jugendlichen zu arbeiten.
00:07:51: Und da bin ich mit all meinen Tieren all in und habe noch mehr
00:07:53: Tiere dazuholen dürfen.
00:07:55: Da hat es aber aus systemischen Gründen miteinander nicht so gepasst.
00:07:59: Den Hof gibt's auch heute noch und den Tieren da geht's auch gut.
00:08:02: Nur ich habe gesagt, nee, ich möchte das lieber
00:08:07: nicht so groß und ich möchte das auch vor allem in meiner Verantwortung haben, weil
00:08:10: es geht doch um meine Tiere und um mein Herz und so.
00:08:13: Und deswegen bin ich jetzt immer noch bei diesem Träger als Lehrer und da ganz
00:08:17: glücklich und mache das halt eben nebenberuflich und jetzt nur noch mit 3
00:08:22: Tieren, also mit Hund, Pferd und Meerschwein.
00:08:25: Und darf aber glücklicherweise durch die ganzen tollen Connections und die ganz
00:08:30: wunderbaren Leute in der TGI eben auch immer wieder andere Tiere, Individuen
00:08:35: kennenlernen und mit denen und deren Pädagogen, Therapeuten
00:08:41: und so zusammenarbeiten. Das ist total schön.
00:08:45: Wow, das ist ja ein krasser Weg, vor allen Dingen krass, mit wie vielen Tierarten
00:08:49: du zusammengearbeitet hast, Katrin.
00:08:51: Das ist ja schon echt eine Hausnummer.
00:08:53: Du hast jetzt gerade kurz TGI verwendet als Begriff.
00:08:57: Ich glaube, das ist nicht jedem klar, womit wir es da zu tun haben.
00:09:00: Vielleicht wollt ihr das noch mal oder möchtest du das noch mal kurz erklären?
00:09:03: Ja klar.
00:09:04: Also TGI ist der aktuell, sage ich mal, der aktuell offizielle Begriff und die
00:09:10: Abkürzung für tiergestützte Intervention.
00:09:13: Wenn du das recherchierst, zum Beispiel in Büchern nachschlägst oder googlest, dann
00:09:17: findest du eben tiergestützte Intervention als Überbegriff und es orientiert
00:09:22: sich an einem Grundberuf.
00:09:23: Also bist du zum Beispiel Ergotherapeutin, dann würde man sagen, du bist
00:09:27: tiergestützte Therapeutin oder tiergestützte Ergotherapeutin.
00:09:31: Ich bin Pädagogin, also mache ich vor allem tiergestützte Pädagogik.
00:09:35: Ich nenne es aber auch ganz oft tiergestützte Förderung, weil ich einfach
00:09:38: in vielen Bereichen das auch nicht unbedingt immer ganz trennscharf habe, ob
00:09:42: es jetzt Pädagogik ist oder vielleicht auch ein bisschen Ergo, ein
00:09:46: bisschen Physio und so weiter.
00:09:49: Und deswegen, ja, es gibt aber auch noch andere Begriffe.
00:09:53: Aktuell gibt es da auch eine große Diskussion, ob man das nicht allgemein
00:09:56: tiergestützte Dienstleistungen nennen sollte, also auch auf der
00:10:00: internationalen Ebene.
00:10:02: Wir haben aber auch in so einem Regionaltreffen neulich erst darüber
00:10:06: diskutiert, ob es nicht tierbegleitet heißen sollte anstatt tiergestützt, weil
00:10:11: auch da wieder die Worte machen Wahrheit.
00:10:14: Tiergestützt hat ja auch schon wieder so eine Last, sich auf das Tier
00:10:17: verlassen, tierstützend.
00:10:21: Und tierbegleitet fanden wir dann eigentlich noch mal schöner, weil es dann
00:10:24: da doch mal mehr die Freiwilligkeit und die Achtsamkeit und die
00:10:29: Gleichwürdigkeit beschreiben würde.
00:10:32: Aber ja, das vielleicht zur Begrifflichkeit in Kürze.
00:10:36: Das war aber sehr gut zusammengefasst, weil es ist ja sehr schwierig,
00:10:40: das zum Teil zu differenzieren.
00:10:42: Also ich habe es ja eben schon gesagt, ich arbeite ja selbst auch pferdegestützt und
00:10:45: kenne diese Problematik, das zu erklären.
00:10:48: Bei mir ist das halt der Hintergrund die Psychologie.
00:10:51: Das heißt, dann muss ich immer nochmal zusätzlich erklären: Ich
00:10:54: bin keine Psychotherapeutin.
00:10:55: Ich bin nur Psychologin, darf also keine Psychotherapie anbieten, mache aber
00:11:01: über pferdegestütztes Coaching.
00:11:03: Dementsprechend kenne ich das, dass diese Erklärung schwer ist, aber das
00:11:06: hast du sehr gut dargestellt.
00:11:08: Ich glaube, da konnte man gut folgen.
00:11:10: Ansonsten haben wir jetzt gerade schon gehört— ich mache nochmal den Bogen zurück
00:11:14: zum Thema Tierarten— ich finde es total faszinierend, mit wie vielen
00:11:17: Tierarten ihr gearbeitet habt.
00:11:19: Hattet ihr denn mit all den Tierarten schon vorher Kontakt oder seid ihr dann
00:11:24: erst über die Arbeit darangekommen?
00:11:27: Also ich habe die Tierarten innerhalb der Weiterbildung für die Fachkraft für
00:11:32: tiergestützte Intervention natürlich kennengelernt
00:11:36: und dort auch schon praktisch mit denen zusammengearbeitet, hatte aber selber
00:11:40: tatsächlich keine Esel, Hühner und Kaninchen vorher, sondern die
00:11:46: sind dann quasi mit dem Projekt Lernhof dazugekommen und wir haben wirklich ganz
00:11:51: viel Zeit am Anfang investiert, erst mal Beziehungsaufbau zu gestalten und einfach
00:11:56: Haltungsbedingungen zu verbessern und so weiter, sodass wir einfach eine richtig
00:12:00: gute Basis haben, um dann in die Arbeit starten zu können.
00:12:05: Ja, ich finde, das ist so ein bisschen wie die Frage, was war zuerst
00:12:07: da, das Huhn oder das Ei?
00:12:09: Also was ist auch zum Vorteil, erst die Ausbildung zu machen, da die
00:12:13: Tierarten kennenzulernen, sich ein Stück weit so zu verlieben?
00:12:17: Als Cornelia Tres bei uns in der Ausbildung die Meerschweinchen vorgestellt
00:12:21: hat, war ich so hin und weg von diesen kleinen, süßen, flauschigen
00:12:24: Kartoffeln, wie ich sie immer nenne.
00:12:26: So herzige Tiere, so toll.
00:12:28: Und genau an dem Tag schickte mir die Schwester von meinem damaligen Freund eine
00:12:32: WhatsApp: Hey, kennst du jemanden, der zwei Meerschweinchen aufnehmen will?
00:12:36: Ich habe eine Freundin, die will die abgeben.
00:12:37: Ich so: Das soll ja wohl so sein.
00:12:39: Seitdem habe ich Meerschweinchen.
00:12:43: Mein erstes Pferd hatte ich tatsächlich vorher, bevor ich überhaupt auch
00:12:48: an mehrere Tierarten gedacht habe, und hätte damals auch niemals gedacht, dass
00:12:53: ich die traumatisierte, hochsensible, Tinkerstute tatsächlich irgendwann mal in
00:12:58: der TGI einsetze, weil ich dachte, das ist, das ist ein
00:13:03: Ein-Mensch-Pferd und die braucht es nicht und die ist da nicht
00:13:07: wirklich für geeignet.
00:13:09: Und mittlerweile durch die vielen Jahre ist sie also so wunderbar
00:13:14: einzusetzen, also großartig.
00:13:16: Ich bin so dankbar für das Vertrauen, was sie mir geschenkt hat, die Entwicklung,
00:13:20: die sie gemacht hat, und Gerade da finde ich es auch unglaublich
00:13:24: spannend zu schauen, wen habe ich denn da als Individuum, als Tier gegenüber?
00:13:30: Und das ist jetzt unabhängig, ob Pferd, Meerschwein, Hund, die sind alle
00:13:34: charakterlich sehr individuell.
00:13:36: Selbst die Zwergbartagamen waren individuell und wurden auch
00:13:39: dementsprechend individuell eingesetzt.
00:13:42: Und dann zu gucken, wie verändern die sich auch einfach im Laufe ihrer
00:13:47: Lebensjahre, im Laufe ihrer Erfahrung?
00:13:49: Meine alte Shetty-Oma mit ihrer unrunden Hüfte,
00:13:56: die möchte jetzt nicht mehr viel spazieren gehen und auch nicht mehr wirklich
00:14:00: Parcours machen, aber die hat früher Kutschen, kleine Kutschen gezogen
00:14:05: und hatte richtig Bock dabei.
00:14:08: Und mittlerweile ist sie eher für das ruhige, langsame, für eher schüchterne
00:14:13: Klienten, die vielleicht zum ersten Mal überhaupt Kontakt mit einem Pferd
00:14:17: haben und arbeitet da unglaublich toll.
00:14:21: Und gleichzeitig gibt es dann halt eben auch die traumatisierte Tinkerstute, die
00:14:24: jetzt sagt, hier, guck dir meine Narben an, guck dir, was mit mir passiert
00:14:27: ist, und ich vertraue dir.
00:14:29: Also, wie schaffen wir das, mal an Ängsten und so was zu arbeiten und an
00:14:33: sichtbaren und unsichtbaren Narben?
00:14:35: Und so ist es eigentlich ganz cool, immer wieder auch
00:14:38: im Fluss der Zeit zu bleiben und kreativ zu sein und offen für das, was uns die
00:14:43: Tiere halt auch immer wieder neu anbieten.
00:14:47: Ja, total schön, wie man da so die individuellen Bedürfnisse und aber auch
00:14:52: Stärken des Tieres noch mal für sich nutzen kann.
00:14:55: Habt ihr denn da irgendwelche Unterschiede zwischen den Tierarten, dass sich
00:14:58: vielleicht gewisse Tierarten für gewisse Dinge besonders gut eignen, oder kommt das
00:15:02: wirklich ganz individuell auf das ganz individuelle Tier an?
00:15:06: Also ich finde natürlich schon, dass wenn man auf das
00:15:10: Thema Getragenwerden kommt, dass sich dann da große Esel, Rinder
00:15:19: Pferde, Maulis, also Maultiere und so besser eignen als
00:15:24: jetzt die anderen Tierarten.
00:15:26: Also kannst du dich jetzt schlecht auf dem Meerschweinchen,
00:15:28: also von einem Meerschweinchen tragen lassen, weil das einfach
00:15:31: nicht möglich ist.
00:15:33: So, also das geht halt einfach gar nicht, das ist klar.
00:15:36: Aber auch da muss ich wirklich gucken, welches Tier bietet es denn an.
00:15:40: Und ich rede bewusst jetzt in dem Augenblick vom Getragenwerden, nicht vom
00:15:44: Reiten, weil Reiten ist für mich was ganz anderes und Ich distanziere mich auch
00:15:48: ganz klar vom Reitunterricht oder so was.
00:15:50: Also das lernt man bei mir nicht.
00:15:52: Bei mir geht es ganz um andere Schwerpunkte.
00:15:55: So, oder auch, dass Meerschweinchen, Lamas und Alpakas zum Beispiel keine soziale
00:16:00: Körperpflege untereinander betreiben und dementsprechend das Streicheln auch
00:16:04: ein Riesenthema ist, gerade auch in der tiergestützten Arbeit,
00:16:09: dass man da wirklich gut gucken muss, ist das Streicheln da überhaupt angebracht
00:16:13: oder sind es eher Beobachtungstiere?
00:16:15: Wie gehe ich auch damit um mit einer klassischen Alpaka-Wanderung, mit dem
00:16:19: pfeift, dann mit dem geführt werden, mit der Individualdistanz.
00:16:22: Das ist natürlich bei einem Pferd eine ganz andere Nummer,
00:16:27: aber auch eine ganz andere Nummer, als mit dem Esel spazieren zu gehen, ne.
00:16:30: Also ein Pferd lässt sich mehr, lässt sich durch Druck viel mehr zu etwas bringen,
00:16:36: auch was es nicht will, als jetzt zum Beispiel ein Esel.
00:16:39: Wobei ich auch da eine besonders besondere Tinkerstute habe,
00:16:43: die bei Druck anders reagiert, eher wie ein Esel als wie ein Pferd, ne.
00:16:47: Also auch da darf man dann auch wieder individuell gucken.
00:16:51: Aber gleichzeitig kann man genauso einem Meerschweinchen und einem Kaninchen am
00:16:55: Glücksrad drehen beibringen wie jetzt meinem Hund.
00:16:58: Also das funktioniert auch, oder mein Pony, das kann auch Glücksrad drehen.
00:17:01: Also das kommt auch da schon auf die Individualität drauf an.
00:17:05: Aber bestimmte Sachen bringen natürlich die Tierarten schon von Natur aus mit.
00:17:09: Ja, und ich würde vielleicht auch noch mal auf die Rahmenbedingungen eingehen.
00:17:12: Also ich arbeite halt primär, also ausschließlich mit Hund in externen
00:17:19: Einrichtungen, also dass ich die halt besuchen gehe.
00:17:22: Und das mache ich mit den Tieren, mit den anderen Tierarten nicht.
00:17:26: Und da bin ich dann halt einfach, wenn ich in die Kita gehe, zum Beispiel
00:17:30: auf den Hund beschränkt.
00:17:32: Und vielleicht ist es gerade für das Thema gar nicht so das Passende und ich würde
00:17:36: vielleicht eher auf eine andere Tierart zurückgreifen.
00:17:39: Die sind aber nicht mobil und ich finde auch schön, dass sie in ihrem
00:17:42: Zuhause bleiben können für die Arbeit.
00:17:44: Aber da muss ich dann halt schauen, wie kann ich den Hund bzw.
00:17:48: das Thema Hund, nicht den Hund an sich, wie kann ich das Thema Hund passend machen
00:17:52: für die Rahmenbedingungen und so weiter?
00:17:56: Und da natürlich von vornherein einfach gucken, passen die Rahmenbedingungen
00:18:00: überhaupt für meinen Hund?
00:18:01: Ja, aber wenn das halt passt, dann halt schauen, okay, ich habe die und die
00:18:05: Schwerpunkte, zum Beispiel Entwicklungsförderungsschwerpunkte,
00:18:09: wie kann ich da ansprechend mit dem Hund unterstützen.
00:18:13: Und wenn die Kitas, Schulen, Krippen und Einzelförderungskids zu uns auf den Hof
00:18:20: kommen, ist es natürlich ganz was anderes, weil die Tiere sind eh dort und es gibt
00:18:25: auch einfach Termine, wo wir die vielleicht mal beobachten, aber die eher
00:18:31: außen vor sind, weil wir uns dann doch eher für naturgestützte
00:18:35: Elemente entscheiden oder halt einfach in die Beobachtung gehen
00:18:40: oder in die Tierversorgung und dann gar nicht so aktiv das Tier einbinden.
00:18:45: Und wenn ich jetzt in der Einzelförderung bin, zum Beispiel, dann ist es tatsächlich
00:18:49: auch noch mal individuell zu betrachten, wie ist der Klient, die Klientin heute da,
00:18:56: was passt vielleicht auch gerade?
00:18:58: Und das kann jedes Mal eine andere Tierart sein.
00:19:01: Also auch da, auch wenn die Thematik vielleicht
00:19:03: gleichbleibend ist, ist vielleicht die Tagesform auch noch mal ganz entscheidend
00:19:08: und natürlich auch auch die des Tieres.
00:19:11: Und auch da kann man dann wieder gucken.
00:19:12: Es gibt verschiedene TGIlerinnen, die sagen, ich arbeite
00:19:15: ambulant mit meinen Hühnern und diesen Transportboxen, fahr mit denen in die
00:19:20: Kita oder in die Psychiatrie oder so.
00:19:25: Ich bin auch schon mit meinen Shettys in die Lebenshilfe gefahren und
00:19:29: am Anfang Anhänger fahren, hm, na ja, ich steig mit ein, passt schon.
00:19:33: Aber als sie dann festgestellt haben, immer wenn Katrin dieses ganze Gelöre
00:19:36: einpackt, dann fahren wir in die Lebenshilfe.
00:19:38: Und die Lebenshilfe hat den geilsten Rasen ever.
00:19:41: Und dann sind dann die so Bock, in den Pferdeanhänger zu steigen.
00:19:44: Und dann sind die ausgestiegen. Die wussten ja, check, Lebenshilfe stimmt.
00:19:48: Dann konnte ich auch schon die Stricke über die Hälse legen.
00:19:52: Es war eine Sackgasse, also ich wusste auch, da kommt jetzt
00:19:54: gerade keiner angefahren.
00:19:55: Und dann sind die schon in den Garten von denen gerannt und da war schon Happy
00:19:59: Happy, während ich da mit meinen Taschen hinterher gestiefelt bin.
00:20:02: Also auch das ist schon möglich, aber da braucht man halt einfach wirklich gute
00:20:08: Da braucht man einfach gute Gegebenheiten vor Ort und man muss sich wirklich
00:20:11: überlegen, ist es mir das auch wert, das alles einzupacken, anzuhängen?
00:20:15: Haben die Tiere da Bock drauf?
00:20:17: Wie sind die mit dem Fahren?
00:20:18: Wie weit ist es entfernt?
00:20:19: Und, und, aber ich meine, wer Pferde hat bzw.
00:20:23: Ponys oder wer generell Tiere hat, der weiß schon, okay,
00:20:26: die Hunde sind es eher gewöhnt, transportiert zu werden, als jetzt die
00:20:29: Katzen, die dann die ganze Fahrt maunzen und vielleicht auch eher territorialer
00:20:33: sind als jetzt zum Beispiel ein Hund, und da kann man dann individuell schauen, was
00:20:38: man möchte, was das Tier auch gerne mitmachen möchte und ob die
00:20:43: abenteuerlustig sind oder lieber zu Hause bleiben möchten.
00:20:48: Ja, Marie hat es gerade schon ganz kurz angerissen, da würde ich gerne noch einmal
00:20:51: einsteigen, gerade weil ihr alle drei ja sogar
00:20:54: tiergestützt arbeitet und wahrscheinlich trotzdem alle ganz anders.
00:20:57: Was sind denn so konkrete Themen, die euch so in eurer Arbeit begegnen?
00:21:01: Vielleicht ist das ja noch mal ganz spannend, das mal so ein bisschen klarer.
00:21:06: Also ich meine, die Bandbreite wird wahrscheinlich groß sein, aber so ein paar
00:21:09: Beispiele von jedem von euch fände ich mal spannend.
00:21:13: Also mein Lieblingsthemenbereich, kann ich ja vielleicht mal sagen, weil es sind
00:21:18: wirklich viele, viele Themenbereiche.
00:21:21: Mein Lieblingsthemenbereich sind die unter Dreijährigen oder die unter Sechsjährigen.
00:21:26: Aber die unter Dreijährigen sind noch mal ganz speziell und ich
00:21:29: mag das wirklich sehr, sehr gern, mit denen auf dem Hof zu sein und so die
00:21:34: ersten Schritte in Richtung Tier zu machen, die ersten Sinneserfahrungen,
00:21:40: Experimente und so weiter und einfach ganz hautnah dieses Erlebnis Tier zu haben.
00:21:47: Und das habe ich auch mit dem Hund, wenn ich in die Einrichtung
00:21:52: gehe, dass ich da wirklich eher so Freispielbegleitung mache und ganz
00:21:58: niederschwellig einfach das Thema Hund den Kindern näherbringe, wo es mir auch viel
00:22:02: um Unfallprävention geht und um einfach den Kontakt.
00:22:06: Und das beruht natürlich auf allen Seiten auf Freiwilligkeit.
00:22:10: Habe da auch ganz viele Rückzugsmöglichkeiten dann auch für
00:22:13: die Kinder, die ich schaffen kann, genauso wie für den Hund.
00:22:17: Genau, also das ist so mein Lieblingsbereich und da geht es ja erst
00:22:20: mal um die Entwicklung der Grundfähigkeiten so und die darin
00:22:23: zu begleiten und zu unterstützen.
00:22:25: Genau, und wenn ich in Kita gehe, dann habe ich häufig
00:22:30: Kinder mit Inklusionsbedarf, wo ich dann entsprechend die Bereiche, wo sie
00:22:35: Förderbedarf haben, mit abdecke.
00:22:37: Das kann zum Beispiel Sprachförderung sein, aber auch sozial-emotionale
00:22:42: Kompetenzen, die dann gefördert werden.
00:22:45: Genau, und auf dem Hof haben wir halt viel auch einfach Schulen, die einen Ausflug
00:22:51: machen dahin, oder das Thema Huhn gerade im Unterricht hatten und dann
00:22:56: halt praktisch was dazu erarbeiten auf dem Hof.
00:22:59: Also da ist die Bandbreite wirklich richtig, richtig groß.
00:23:02: Und in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe kommt es natürlich ganz drauf
00:23:05: an, was die Fälle so für Themen mitbringen.
00:23:07: Das ist tatsächlich nicht, also kann ich gar nicht so konkret benennen.
00:23:13: Ich glaube, Katrin, dir geht es da ähnlich, weil es einfach wirklich
00:23:15: sehr individuell ist, was da kommt.
00:23:18: Ja, es ist total individuell, so individuell wie die Tierarten, wie die
00:23:22: Tagesform, wie Der Ort, an dem wir alle sind und wirken dürfen.
00:23:28: Aber was ich auch total gerne in Seminaren sage, ja, weil ich oft in Seminaren zum
00:23:33: Thema Ideenkoffer und Praxisideen eingeladen werde, dass ich sage, hier, ich
00:23:38: habe haufenweise Zeug dabei, haufenweise Material, Kisten, Ideen.
00:23:41: Und wenn du mir jetzt sagst, eine Tierart, ein Thema und noch ein Material,
00:23:46: dann haue ich dir jetzt auch gleich spontan noch mal 3 neue Ideen raus.
00:23:49: Aber das ist es nicht.
00:23:51: Es ist nicht die Trickkiste, es sind nicht die super trainierten Tiere, die dann da
00:23:56: irgendwas abrufen, sondern ich finde, dass das Allerwichtigste, und das ist das,
00:24:02: was mir besonders am Herzen liegt, ist, dass die Menschen,
00:24:06: die zu uns kommen und gemeinsam Zeit mit uns verbringen, dass die vor allem
00:24:11: sich wertgeschätzt und gesehen fühlen.
00:24:14: Das ist mir unglaublich wichtig.
00:24:16: Denn oft erlebe ich das gerade auch in Schule als Lehrerin, ne.
00:24:19: Ich habe zwar das Glück, dass ich an einer Förderschule arbeite, nur 12
00:24:23: Kinder in der Klasse habe.
00:24:25: Trotzdem haben wir zeitliche Grenzen, wir haben Themen, die wir
00:24:29: bearbeiten müssen, wir haben Strukturen und müssen, müssen, das müssen habt
00:24:34: ihr jetzt schon ganz oft gehört.
00:24:36: Aber wenn die Klienten zu mir kommen, dann sind wir, und wenn sie Okay, wenn wir
00:24:42: die Stifte wieder einräumen und die Lisa einen Stift nach dem anderen in die
00:24:46: Stiftpackung steckt, dann darf ich an mir arbeiten,
00:24:51: dass ich nicht einfach sage: Lisa, nimm doch einfach alle Stifte und schmeiß sie
00:24:53: da rein, damit wir weitermachen können.
00:24:56: Sondern ich mache dann um und sitze da und denke mir: Ja, und es ist Lisas Zeit.
00:25:00: Und wenn sie gerade in Ruhe die Stifte einräumt, räumt sie die Stifte ein.
00:25:04: Es ist ihre Zeit.
00:25:06: Und dann auch zu schauen, Wir halten das Halfter für Rosalie oder
00:25:10: für Mey Mey, wir halten es hin und fragen sie, habt ihr Lust?
00:25:13: Und wir warten, ob sie ja oder nein sagen.
00:25:16: Und ich latsch nicht auf die zu und zieh sie an, sondern
00:25:19: ich gebe auch da den Klienten die Sicherheit, es ist okay abzuwarten.
00:25:25: Und es ist eine unglaublich wertschätzende Zeit.
00:25:29: Und ich mach— nein, ich versuche mich immer wieder frei zu machen von meiner
00:25:34: Planung und von meinen Zielen und von den Wünschen und Sondern wir schauen einfach,
00:25:39: was die Zeit in dem Augenblick hergibt und welche Impulse einfach vom Tier,
00:25:44: vom Klienten oder von mir kommen.
00:25:46: Und das ist unglaublich anspruchsvoll, manchmal zu schauen, okay,
00:25:53: ich hatte einen anderen Plan, Mey Mey schlägt das vor und Klient, Klientin
00:25:57: schlägt noch was anderes vor und für alle das irgendwie super passig zu machen.
00:26:02: Aber das macht ja auch die Kompetenz und den Schwierigkeitsgrad unserer Arbeit aus.
00:26:07: Und wenn das passiert, dann leuchtet sowohl das Tier aus dem Herz
00:26:11: heraus als auch der Klient, die Klientin.
00:26:14: Und dann ist es so eine gewinnbringende Zeit, und dann strahlt es
00:26:18: einfach auch noch über unsere 60 Minuten oder was auch immer hinaus.
00:26:23: Und dann kriegt man auch noch Tage später zu hören: Hey, weißt du noch damals, als
00:26:27: wir das gemacht haben, das war so cool!
00:26:29: Oder die Die Angehörigen der Klienten erzählen dann, boah,
00:26:33: ich wurde das ganze Wochenende zugetextet von dieser einen Stunde.
00:26:36: Ich konnte es ja schon fast gar nicht mehr hören.
00:26:39: Aber das macht es einfach besonders, weil ich glaube, unsere Welt ist so
00:26:43: schnell und hat immer mehr Ansprüche.
00:26:47: Und dass wir wirklich im Hier und Jetzt sind und ja, und sie wertgeschätzt werden
00:26:53: und gesehen werden und sie nicht einfach nur da sind, damit wir ein Ziel erreichen
00:26:57: oder damit sie ihr Ziel erreichen und sich entwickeln.
00:27:00: Das ist einfach besonders.
00:27:03: Ja, ja, ich finde es ganz interessant.
00:27:04: Ich arbeite ja wie gesagt auch pferdegestützt, mittlerweile nicht mehr so
00:27:08: viel, weil ich hauptsächlich mittlerweile das Online-Coaching mache, aber habe
00:27:13: vorher eben auch viel pferdegestützt gearbeitet und meine Klient*innen
00:27:17: waren anders als eure wahrscheinlich.
00:27:20: Das heißt, ich habe hauptsächlich mit Erwachsenen, teilweise auch mit
00:27:22: Jugendlichen gearbeitet, auch auch im Bereich Autismus, ADHS, aber
00:27:27: auch viel wirklich ohne bekannte psychische Besonderheiten, wenn
00:27:32: man es denn so nennen möchte.
00:27:35: Das heißt aber, da waren auch oft Ängste und Unsicherheiten irgendwie im Raum und
00:27:39: das ist aber genau das Gleiche, was du gerade auch beschrieben hast, Katrin,
00:27:42: dass man wirklich eingeht auf das Tier, auf den Menschen
00:27:47: und ich finde, dass man selber so unheimlich viel dabei lernt.
00:27:49: Du hast gerade schon so Vieles auch genannt, irgendwo die Geduld
00:27:54: dann auch zu finden, da so spontan auch zu reagieren, umzuplanen, flexibel zu sein,
00:28:00: selber im Hier und Jetzt zu bleiben.
00:28:01: Das ist ja was, wo man auch selber total von profitiert.
00:28:04: Also nicht nur die Klient*innen, nicht nur die Tiere im besten Fall auch durch
00:28:07: die Begegnung, sondern auch man selber.
00:28:10: Ich habe gerade überlegt, wir haben jetzt von dir schon einiges gehört,
00:28:14: aber ob Marie da auch noch was hat, was du ergänzen magst, was was du
00:28:18: so persönlich gelernt hast?
00:28:19: Das muss ja gar nicht eine Fähigkeit und eine Fertigkeit sein, aber manchmal nimmt
00:28:22: man ja so Dinge aus Begegnungen mit oder aus solchen Stunden mit
00:28:27: und sagt so: Das habe ich vielleicht für mich fürs Leben gelernt oder so.
00:28:31: Ja, total.
00:28:32: Also super, super viel, aber was mir jetzt spontan einfällt, ist, dass ich so richtig
00:28:36: gut in diesem tiergestützten Kontext runterfahren kann, weil ich einfach weiß,
00:28:42: dass das wirklich diese Ruhe, die ich selber mitbringe, sich komplett auf
00:28:47: die Tiere und auf die Kids überträgt.
00:28:50: Und ja, irgendwann, das fiel mir jetzt gerade auch so ein, als du, Katrin,
00:28:55: gesprochen hast, irgendwann hat mal ein Kind, ich weiß gar nicht, ob es Hofkontext
00:29:00: war, ich glaube, es war Kita-Kontext, gesagt, ich komme so gern hierher,
00:29:05: weil du bist nie sauer.
00:29:07: Und dann meinte ich, naja, aber warum sollte ich denn sauer sein?
00:29:11: Naja, weil weil dann ist man mal zu laut oder mal— ah genau, es
00:29:16: war im Grundschulkontext.
00:29:18: Und da ist es durchaus so, dass ich in der Hunde-AG, die ich mache,
00:29:23: immer mal Kinder dabei habe, die einfach ein richtig großes Bedürfnis
00:29:27: haben, sich zu bewegen nach dem ganzen Schulalltag, einfach sich zu bewegen.
00:29:32: Und vieles auch mit Hund, aber auch ohne Hund und sich auch einfach mal
00:29:36: zu kloppen und so.
00:29:38: Und dann sage ich, okay, passt fein, dann haltet halt ein bisschen
00:29:42: Abstand und seid da für euch.
00:29:43: Und genau das fanden sie so besonders.
00:29:47: Und ich denke mir so, ja, aber es ist doch jetzt gerade euer Bedürfnis.
00:29:51: Und was hilft es mir denn, euch jetzt in irgendein vorgefertigtes
00:29:57: Modell zu pressen, was ich mir irgendwie ausgedacht habe, wenn das gerade das
00:30:01: Bedürfnis ist, sich zu bewegen und draußen zu sein?
00:30:04: Dann machen wir das.
00:30:05: Ist nicht mehr so ganz relevant, was eigentlich der Plan war.
00:30:09: Und diese Ruhe und diese Anpassungsfähigkeit, die war nicht von
00:30:14: Anfang an da, die muss gelernt werden.
00:30:17: Am Anfang ist es leichter, mit einem Plan in ein Setting zu gehen und zu sagen, hey,
00:30:23: so, das habe ich mir für heute vorgenommen und das sind so unsere Ziele.
00:30:26: Und mit der Zeit bin ich davon immer weiter
00:30:30: weggekommen und habe ich habe mich immer mehr so dem hingegeben, was so kam, und
00:30:35: dadurch kommt halt so eine richtige Ruhe.
00:30:37: Und ja, das durfte ich da auch lernen.
00:30:40: Aber ist das nicht als Pferdetrainerin genauso, Lea?
00:30:44: Also ich glaube, das ist same same but different, oder wie ist das?
00:30:49: Ja, ich musste jetzt tatsächlich auch mehr an die Kinder denken.
00:30:52: Ich mache ja auch teilweise Kinderunterricht, und da musste ich auch
00:30:54: gerade dran denken, auch wenn die ohne das nur
00:30:58: normaler Unterricht in Anführungsstrichen ist, dass auch da diese Themen genauso
00:31:03: aufkommen, dass es überhaupt keinen Sinn macht, sich den großen Plan zu setzen,
00:31:06: wenn man jetzt weiß und ankommt und merkt, okay, die Pferde sind heute total drüber,
00:31:10: da setze ich heute kein Kind drauf.
00:31:12: Die würden sich wahrscheinlich total zusammenreißen und brav sein,
00:31:16: aber da hat ja keiner Spaß mit.
00:31:18: Alle Beteiligten nicht, weder die Kinder noch ich noch die Pferde.
00:31:22: Also dieses, ja, Flexibel und anpassen und auch mal einfach zu warten, wenn die
00:31:27: Kinder halt 3 Minuten länger brauchen, um sich ihre Steigbügel einzustellen, wo ich
00:31:31: dann ganz schnell in den Stress komme.
00:31:32: Okay, ich möchte denen auch ihre Zeit geben, dass sie auch möglichst
00:31:35: viel auf dem Pferd haben.
00:31:37: Und ich mir denke, nee, die müssen ja auch lernen, wie das alles funktioniert.
00:31:40: Also auch das reicht ja schon in dem Kontext tatsächlich.
00:31:45: Und aber auch mit den Erwachsenen, da haben mich auch einige Menschen
00:31:49: sehr viel Geduld gelehrt.
00:31:51: Und ich bin schon vom an Haus aus, glaube ich, ein sehr geduldiger Mensch.
00:31:55: Aber da gab es doch die eine oder andere Person, die mich so manchmal an meine
00:32:00: persönlichen Grenzen gebracht hat.
00:32:07: Ja, aber voll cool, weil ich meine, das ist ja auch das, was super professionelle
00:32:13: und toll engagierte Menschen ausmacht, dass halt die Arbeit zwar die Arbeit ist,
00:32:17: aber dass wir auch immer wieder durch die durch Selbstprofessionalisierung und durch
00:32:21: das Reflektieren einfach uns selbst dann dadurch entwickeln.
00:32:25: Ich werde voll oft gefragt, oh mein Gott, wie machst du das?
00:32:28: Vormittags Lehrerin und dann kommst du nach Hause und dann arbeitest du ja
00:32:31: weiter und ist es nicht super anstrengend?
00:32:33: Sag ich, ja, das ist manchmal auch anstrengend und manchmal komme ich nach
00:32:36: Hause und denke, okay, und in einer halben Stunde hast du Klientin, Klient X und
00:32:40: oh mein Gott, ich habe gar keinen Bock.
00:32:43: Und das sage ich, weil ich schlepp mich dann sozusagen dahin und dann kommt
00:32:47: Klient, Klientin und auf einmal geht mir das Herzchen
00:32:52: auf, weil ich sie einfach nur sehe.
00:32:54: Und dann bin ich im Hier und Jetzt.
00:32:56: Und durch diese Achtsamkeit und durch dieses Eins-zu-eins-zu-eins, also ein
00:33:00: Mensch, ein Klient, ein Tier und ich, ist es noch mal so anders und erdet und
00:33:09: macht mich selbst noch mal so, bringt mich selbst noch mal so in das Hier
00:33:15: und Jetzt, dass das fast schon wie eine Erholung ist, dass ich manchmal schon ein
00:33:19: schlechtes Gewissen habe, dafür Geld zu nehmen, weil ich so viel gelehrt bekomme.
00:33:25: Die Schönheit der Langsamkeit oder so, das ist der Wahnsinn, was mir die Klienten
00:33:31: mitgeben, was mir die Tiere mitgeben.
00:33:33: Und dadurch macht es halt einfach auch noch mal so eine schöne Win-win-Situation.
00:33:39: Ja, voll.
00:33:39: Ich erinnere mich da immer so daran, also ich arbeite ja auch noch
00:33:43: hauptberuflich als Psycholog*in und da kriege ich immer wieder die Frage:
00:33:47: Ist das nicht total schwer, die Themen dann auch mitzunehmen?
00:33:50: Also fairerweise nochmal dazu: Ich bin keine Psychotherapeut*in.
00:33:54: Die Themen, die ich höre, sind wahrscheinlich bei Weitem nicht so schlimm
00:33:57: wie die, die manche Psychotherapeut*innen hören.
00:34:00: Aber auch ich bekomme immer mal wieder auch harte Dinge geschildert, egal ob das
00:34:04: jetzt im Krankheitskontext ist, weil ich in einer Rehaklinik arbeite oder auch im
00:34:08: persönlichen Kontext, was da von familiären Erfahrungen
00:34:11: oder so erzählt wird.
00:34:13: Da kommt diese Frage eben immer wieder auf: Ist das nicht schwer, das dann
00:34:16: mitzunehmen oder sich da abzugrenzen oder so?
00:34:20: Die Frage kommt hier durchaus auch manchmal in Coaching-Settings auf.
00:34:24: Auch da kommen manchmal harte Themen auf den Tisch
00:34:28: und ich finde, gerade da können die Tiere so viel dazu beitragen, dass man selber
00:34:32: auch wieder runterfährt, dass man, wie du sagst, geerdet bleibt und auch
00:34:36: für sich selbst Fürsorge betreibt, auch bei der Arbeit letzten Endes.
00:34:41: Und das finde ich halt auch immer ganz schön.
00:34:43: Bei all dem, was ihr jetzt schildert, ist es ja auch einfach eine Menge, Menge
00:34:47: Verantwortung, die ihr da tragt für die Tiere, für eure Klienten, für euch selber.
00:34:52: Wie geht ihr damit um, dass ihr nicht ständig an eure eigenen Grenzen stoßt?
00:34:56: Oder tut ihr es doch und geht irgendwie drüber hinweg?
00:34:58: Das will ich jetzt nicht hoffen, aber—
00:35:02: Warum wir lachen gerade, also liebe Hörerinnen, liebe Hörer, du siehst uns
00:35:05: jetzt nicht lachen, aber Marie und ich lachen uns gerade voll ein und grinsen uns
00:35:10: an, weil die letzte Folge tatsächlich den Titel hatte Tiere abgeben
00:35:14: und ich Marie gebeten habe, diesen Titel zu nehmen und dieses Thema zu nehmen.
00:35:19: Und wir haben die Podcastfolge angefangen mit meinem Wunsch, dass ich meine zwei
00:35:24: Tinkerstuten zusammen abgebe und denen ein neues Zuhause suche, weil ich das Gefühl
00:35:28: hatte, ich werde all denen nicht gerecht.
00:35:31: Und gerade die zwei Tinkies würde ich auch, wenn überhaupt, nur zusammen
00:35:34: abgeben, weil sie einfach beste Freunde sind und ich sie füreinander,
00:35:38: miteinander gesucht habe.
00:35:40: Und dann hat sich rausgestellt, Marie, wir müssen die Folge noch mal aufnehmen, also
00:35:46: zur Hälfte noch mal aufnehmen, weil ich dann mit verschiedenen
00:35:50: Pferdetrainerinnen, Freundinnen und TGIlerinnen und
00:35:55: Familienmitgliedern gesprochen habe und noch mal ganz ganz viel in mich gegangen
00:35:58: bin und noch mehr überlegt habe und noch mehr reflektiert habe und zu dem
00:36:02: Schluss kam: Nee, das ist es nicht.
00:36:05: Es sind nicht die zwei.
00:36:06: Es würde mir nicht viel mehr Zeit und Entspannung bringen.
00:36:13: Es sind andere Stellschrauben, an denen ich arbeiten kann, darf, sollte, anstatt
00:36:17: den beiden ein neues Zuhause zu suchen.
00:36:19: Aber der Prozess war unglaublich schwer.
00:36:23: Und wir haben eben in der Folge auch darüber gesprochen,
00:36:25: wann ist es sinnvoll, Tiere abzugeben.
00:36:28: Ich habe nämlich auch schon Tieren ein neues Zuhause gesucht, vor allem Katzen.
00:36:32: Und dass wir immer wieder überlegen, wo sind unsere Grenzen, was
00:36:37: geht, was geht nicht.
00:36:39: Ich meine, du hast vorhin erzählt, Carina, dass ich so viele Tiere schon in meinem
00:36:43: Leben hatte, mit denen ich arbeiten durfte.
00:36:46: Ja, stimmt, aber jetzt sind es nur noch 3 Tierarten.
00:36:49: Und ich kann euch jetzt schon sagen, es werden nie wieder 5 Ponys.
00:36:53: Wie es dazu kam, das ist eine eigene Podcastfolge wertt, sozusagen.
00:36:57: Aber hey, 5 Stück, also 5 Pferde und Ponys, voll crazy.
00:37:01: Ich habe weniger Meerschweinchen, weniger Hunde als Pferde.
00:37:05: Aber es ist schön so, wie es ist, und ich liebe sie sehr.
00:37:08: Aber es ist einfach viel Verantwortung.
00:37:11: Und was mir da unglaublich hilft, ist einmal, dass ich Stallhilfen habe, die
00:37:17: mich da unglaublich toll unterstützen.
00:37:19: Das sind wunderbare Frauen.
00:37:21: Und dass ich auch ein soziales TGI-Freundinnen-Pferdetrainerinnen-Netzwerk
00:37:30: habe, dass wenn ich verschiedene Fragen habe, ich einfach telefonieren kann und
00:37:35: verschiedenste Meinungen aus verschiedensten Teilen
00:37:37: in Deutschland bekomme.
00:37:39: Und das ist unglaublich viel wert.
00:37:42: Das ist einfach wunderschön.
00:37:45: Und das ist auch die wunderbare Überleitung zu Marie.
00:37:48: Also Marie und ich, wir tauschen uns so viel aus und wenn irgendeiner irgendwas
00:37:50: hat, hat, dann hängen wir am Handy und sprechen
00:37:55: miteinander, besuchen uns und holen uns einfach auch nochmal einen
00:37:59: Realitätscheck von außen.
00:38:01: Und das tut unglaublich gut.
00:38:03: Ja, also auch an dieser Stelle danke, Marie.
00:38:06: Sehr gerne.
00:38:08: Ja, auch danke an euch beide, dass wir hier auch in diesem Podcast wieder
00:38:12: reflektieren und darüber sprechen, dass Vernetzung und Austausch in verschiedene
00:38:17: Verbände und Vereine zu gehen, sich ein Netzwerk aufzubauen, das ist, glaube
00:38:20: glaube ich, das Nonplusultra, was auch in Sachen Verantwortung,
00:38:26: Psychohygiene und Realitätscheck unglaublich wichtig ist.
00:38:31: Und trotzdem ist es schon so, dass wir, und ich denke viele, die im Bereich TGI
00:38:36: arbeiten, immer wieder an unsere Grenzen stoßen, weil wir einfach so viel für
00:38:43: andere einstehen, so viel für unsere Klientinnen geben wollen, aber
00:38:48: auch für unsere Tiere und den wirklich das optimale Leben bescheren wollen und
00:38:55: super gut für deren Grenzen einstehen können, für deren
00:38:59: Bedürfnisse einstehen können.
00:39:01: Und ja, manchmal dann das eigene so ein bisschen in den Hintergrund rückt.
00:39:06: Und das ist ein großer, großer, ein großes, großes Übungsfeld, was wir
00:39:11: beide auf jeden Fall haben, dass wir immer wieder schauen, okay, Meinen Tieren
00:39:17: geht es gerade eigentlich bestmöglich.
00:39:20: Ich kann in meiner Arbeit viel leisten, aber ich kann das nur noch so
00:39:23: weit tun, wie es mir gut geht.
00:39:26: Also Zeit für eine Pause.
00:39:28: Und das ist schwer.
00:39:31: Ja, aber es muss manchmal sein.
00:39:34: Und ich habe ja das große Glück, dass ich nicht allein verantwortlich bin für die
00:39:37: ganzen Tiere, sondern ich habe mein wunderbares Team, mit
00:39:41: dem ich das aufgebaut habe.
00:39:43: Wir haben mittlerweile einige Mitarbeitende und auch
00:39:44: Ehrenamtliche, die uns unterstützen.
00:39:47: Und ich kann wirklich besten Wissens und Gewissens sagen, ich war jetzt letzte
00:39:54: Woche krankgeschrieben, ich muss mir keine Sorgen machen.
00:39:57: Ich weiß, dass alles so gemacht wird, wie ich es selber auch machen würde.
00:40:03: Und ich hätte mir diese Tierarten niemals angeschafft in einer eigenen
00:40:08: Selbstständigkeit, weil ich einfach nicht das geeignete Netz so
00:40:12: dicht bei mir gehabt hätte.
00:40:14: Dass ich sagen könnte, okay, ich habe Personen, wenn ich irgendwie
00:40:19: ausfalle, die kümmern sich so, dass ich weiß, dass es auch genauso ist.
00:40:23: Klar würden sich Freunde, Verwandte bestmöglich in ihrem Rahmen
00:40:28: um die Tiere kümmern.
00:40:30: Aber das ist nicht der Rahmen, den ich habe.
00:40:32: Ich habe einen größeren Anspruch und den haben aber die, die mit
00:40:36: mir zusammenarbeiten, auch.
00:40:38: Und dementsprechend fühlt es sich gut an, auch einfach mal Mal
00:40:42: eine Auszeit nehmen zu dürfen, auch wenn es schwer ist, gar keine Frage.
00:40:46: Ja, das ist ja auch, also ich finde es super wichtig, dass ihr
00:40:51: das so offen auch mal sagt.
00:40:52: Also das ist eine Erfahrung, die ich habe.
00:40:54: Ich hatte den Punkt mit der Verantwortung ja schon mal auf einem ganz anderen Level,
00:40:57: weil ich hatte nie eigene Tiere, die da drin waren, oder nie Tiere, für die
00:41:00: ich komplett die Verantwortung hatte.
00:41:02: Und trotzdem habe ich gemerkt, dass mich das so anstrengt, so intensiv mit den
00:41:06: Menschen zu sein, dass für mich die Entscheidung war, diesen Job
00:41:09: aufzugeben, tatsächlich aus diesem Grund, bevor eben dieser Punkt ist,
00:41:14: an dem es nicht mehr geht.
00:41:15: Und seitdem bekomme ich so viele Nachrichten
00:41:18: von Trainerkolleg:innen, die mir schreiben: „Boah, ja, ich überlege
00:41:22: auch" oder „Ich bin jetzt kurz davor".
00:41:24: Und also das ist wirklich erschreckend, wie viele mir aktuell schreiben, dass die
00:41:28: kurz davor sind, alles hinzuschmeißen.
00:41:30: Ich meine, Carina, du wirst es auch kennen, wenn du viel Du hast ja viele
00:41:33: deiner Klient*innen, die auch mit kranken Pferden oder kranken Tieren zu tun haben.
00:41:38: Das macht die Sorge ja auch noch mal auf einem ganz anderen Level, die du betreust.
00:41:42: Ich weiß nicht, wie da so deine Erfahrungen sind, aber das
00:41:45: Verantwortungsthema ist wahrscheinlich da auch riesig.
00:41:47: Ja, voll.
00:41:48: Also klar, krankes Tier, krankes Pferd ist ja bei mir vor allen Dingen.
00:41:53: Die Klient*innen, die ich betreue, haben halt in der Regel kranke Pferde
00:41:56: oder die ich mittlerweile betreue.
00:41:58: Da ist Verantwortung ein Riesenthema, aber auch der Perfektionismus,
00:42:02: den jetzt Marie gerade so ein bisschen auch beschrieben hat.
00:42:04: Ich möchte ja für mein Pferd die allerbeste Haltungsform und vielleicht
00:42:08: auch das, was Marie jetzt glücklicherweise nicht mehr hat.
00:42:11: Aber auch dieser Gedanke, nur ich kann es meinen Pferden richtig gut
00:42:16: machen, dass es denen wirklich gut geht.
00:42:18: Das ist ja auch der Gedanke, da schließt sich so ein bisschen der
00:42:20: Kreis zum Tier abgeben.
00:42:22: Nicht nur ist es manchmal vielleicht besser, das Tier abzugeben,, sondern auch
00:42:26: immer der Hintergedanke: Ich kann das Tier nicht abgeben, weil es geht ihm
00:42:29: nirgendwo so gut wie bei mir.
00:42:31: Also ich glaube, dieses Verantwortungsthema, das zieht sich durch
00:42:35: die Tierbubble wahrscheinlich sehr stark durch, weil ich meine,
00:42:40: logisch, wir haben es ja mit Tieren zu tun, die uns auch nicht einfach mal sagen
00:42:44: können, was sie brauchen, oder zumindest sagen sie es uns vielleicht anders und wir
00:42:47: müssen erstmal lernen, auch diese Sprache zu verstehen und die Zeichen zu erkennen.
00:42:52: Und ich finde, in der tiergestützten Arbeit, das stelle
00:42:55: ich mir bei euch beiden auch tatsächlich nochmal schwieriger vor.
00:42:58: Also wenn man jetzt auch nochmal Menschen hat, die in irgendeiner Form eingeschränkt
00:43:02: sind, egal ob es jetzt durch was Körperliches ist, was Geistiges
00:43:06: oder weil es einfach kleine Kinder sind, die uns auch noch nicht so kommunizieren
00:43:09: können, was sie gerade brauchen, dann muss man ja nochmal feinere Antennen dafür
00:43:13: haben und hat nochmal mehr Verantwortung für den Menschen und das Tier.
00:43:17: Also von daher ist das mega schön, dass ihr da so gute Wege gefunden habt, und ich
00:43:22: finde das gar nicht selbstverständlich, dass das so ist.
00:43:25: Also es ist auch nicht selbstverständlich.
00:43:27: Wir hatten neulich auch im Regionalgruppentreffen von
00:43:30: Nordrhein-Westfalen eine Kollegin, die tatsächlich auch eine andere,
00:43:36: ich nenne es mal in Anführungszeichen, tiergestützt arbeitende Person beim
00:43:39: Veterinäramt auch angezeigt hat, die da einfach nicht die Verantwortung übernommen
00:43:44: hat, die bei heißen Temperaturen Pferde und Hunde
00:43:48: mit Kindergruppen, glaube ich, eingesetzt hat und so, und das auch wirklich nicht
00:43:53: gewinnbringend für alle Beteiligten.
00:43:55: Und da ist es dann auch wieder schwer, überhaupt das Thema Verantwortung.
00:44:00: Und ich finde das auch gerade bei uns irgendwie im Kulturkreis Deutschland auch
00:44:04: immer schwierig, so, wann geht es mich was an, wann geht es mich nichts an.
00:44:08: Alleine im Tierarztwartezimmer zu sitzen und mitzubekommen, wer
00:44:13: handelt mit seinem Hund wie.
00:44:15: Also das ist dann zum Beispiel der total panische Schäferhund neben mir, der sagt,
00:44:21: oh mein Gott, Tierarzt, Tierarzt, Tierarzt, und hechelt,
00:44:24: hat übelsten Stress.
00:44:26: Und der Besitzer sagt, sitz jetzt, stell dich mal nicht so an, setz dich mal hin.
00:44:29: Und der Hund hört, also nimmt es gar nicht wahr, dass ihm ein
00:44:32: Signal gegeben wurde, weil er einfach so, oh mein Gott, Tierarzt.
00:44:35: Und wie er dann den Arsch runter, also wenn es nur runtergedrückt wird, Pferd, da
00:44:39: gibt es auch noch krassere Situationen, so sage ich da was,
00:44:43: ist es meine Verantwortung, oder wie kann ich denn da vielleicht auch dem Tier
00:44:46: helfen, wie gestresst ist vielleicht auch der Hundebesitzer, dass er denkt, oh mein
00:44:50: Gott, ich habe einen Schäferhund hier an der Leine, der muss doch jetzt hören, was
00:44:53: denken denn die anderen Leute von mir und so weiter.
00:44:55: Also diese Gedankenbubble ist ja wahnsinnig riesig, und wo
00:45:01: fängt die Verantwortung von einem selbst an und wo hört sie auf, auch auch als
00:45:06: Trainer, also, oder als Tierarzt, als Coach, als, ne, wenn ich dann
00:45:13: das Leid sehe, aber vielleicht auch das Leid und die Sorge
00:45:18: der Menschen, und wo ist der schmale Grat, und wann kann ich was wie sagen.
00:45:23: Und das macht es, glaube ich, auch so kompliziert, weil wir wollen ja alle,
00:45:28: eigentlich alle, das Beste, und hinter jedem Handeln steckt ja ein guter Grund,
00:45:32: sowohl bei Menschen als auch beim Tier.
00:45:34: Und da dann zu überlegen, was kann ich einen Impuls reingeben, damit
00:45:41: es besser wird oder zumindest nicht schlechter.
00:45:45: So, und das ist, glaube ich, dann die
00:45:47: Verantwortung in der Zeit, in der wir in Kontakt sind mit den anderen.
00:45:52: Und der andere Punkt ist: Keine Beratung ohne Auftrag.
00:45:58: Ich glaube, das ist auch noch mal so super wichtig, jetzt gerade auch
00:46:01: für mich jetzt im Tierarzt-Wartezimmer.
00:46:03: Also ich bin nicht Hundetrainerin oder so für diesen Schäferhundemenschen.
00:46:08: Und es ist jetzt nur die Klischeekiste, die ich gerade aufmache.
00:46:10: Ich hatte früher selber Schäferhunde und ich laufe durch die Stadt und sehe
00:46:16: dann vielleicht Menschen mit ihren Tieren.
00:46:18: Das ist nicht meine Aufgabe.
00:46:20: Und dann kann ich und muss ich überlegen, okay, ist es tierschutzrelevant, dass ich
00:46:24: einfach auch Hilfeleistung, Hilfestellung geben muss?
00:46:28: Weil ich mich ja sonst auch ein Stück weit strafbar mache.
00:46:30: Und an welcher Stelle kann ich mir denn auch Hilfe holen und die Verantwortung
00:46:34: halt auch an bestimmte Menschen geben?
00:46:36: Ich kann die Tierärztin zum Beispiel dann später in der Sprechstunde darauf
00:46:40: hinweisen: Hey, mir ist aufgefallen, dieser Mensch mit dem Schäferhund, da
00:46:43: wäre, glaube ich, Unterstützung super hilfreich.
00:46:45: Können Sie vielleicht mal mit dem reden?
00:46:47: Weil da eine andere Beziehung zwischen den beiden herrscht als jetzt
00:46:51: mit mir fremder Person und so weiter.
00:46:53: Aber es da total schwer, finde ich, eine Lösung zu finden.
00:47:01: Auch überhaupt das Thema Verantwortung mit dem Thema Ernährung.
00:47:07: Gestern Abend waren bei uns die Fenster offen und der Schweinestall von der
00:47:10: Massentierhaltung hier drüben im Dorf, der stinkt bei mir die Bude voll.
00:47:14: Und nicht, dass ich nur die Fenster zumache, am liebsten, also ich bin kurz
00:47:17: vorm Heulen, weil die Schweine, die so eine gute Nase haben und die so toll
00:47:23: sind und so intelligent und überhaupt.
00:47:25: Aber wenn wir jetzt das Fass aufmachen, wie gesagt, neue Podcast-Folge.
00:47:29: Aber wo fängt die Verantwortung von uns an und wo hört sie auf?
00:47:32: Und da darf und muss jeder für sich selbst gut sorgen und gute Grenzen ziehen.
00:47:39: Ja, auf jeden Fall.
00:47:40: Und ich glaube, das war jetzt eigentlich schon die perfekte Überleitung für unsere
00:47:45: 3 Fragen, die wir eigentlich allen unseren Gästen stellen.
00:47:49: Ich würde da jetzt einfach mal reinstarten, weil es passt so perfekt zu
00:47:52: dem Thema, was wir jetzt gerade hatten.
00:47:53: Die erste Frage ist nämlich immer Was hilft dir oder jetzt in dem Fall, was
00:47:57: hilft euch denn im Alltag, wenn ihr mal eine Auszeit braucht, um mal
00:48:01: wirklich richtig runterzukommen?
00:48:03: Auf jeden Fall rausgehen.
00:48:05: Ich bin zwar fast nur draußen, auch am Arbeiten, aber auf jeden Fall rausgehen
00:48:10: und mir die Zeit nehmen, vielleicht auch mal ohne Tiere rauszugehen.
00:48:17: Genau.
00:48:17: Und einfach zu sein und die Geräusche wahrzunehmen, die
00:48:22: Gerüche wahrzunehmen und so weiter.
00:48:25: Genau, oder auch auf dem Hof zu sein und einfach bewusst Zeit zu haben,
00:48:32: wofür ich Lust habe.
00:48:34: Also ohne andere Personen für dich sorgen muss und Tiere, die eigentlich schon
00:48:38: versorgt sind, einfach nur, ah ja, heute mag ich mich gern einfach
00:48:42: noch mal zu den Kaninchen setzen und die einfach beobachten, ohne Auftrag, ohne
00:48:45: dass ich jetzt noch jemanden verarzten muss, sondern einfach
00:48:48: nur, weil ich da sein mag.
00:48:51: Ja, also bei mir ist das das Einfachsein, was ein unglaublicher Luxus ist.
00:48:58: Und Schlafen.
00:48:59: Oh ja, Schlafen ist so toll.
00:49:02: Und ich kann es glücklicherweise echt gefühlt überall zu jeder
00:49:05: Tages- und Nachtzeit. Und ich liebe Schlafen.
00:49:07: Das hilft unglaublich.
00:49:10: Ja.
00:49:12: Dann gehen wir doch zu unserer zweiten Frage.
00:49:14: Was war denn das Schönste an eurem heutigen Tag?
00:49:18: Das Schönste am heutigen Tag war, ich habe einen kleinen Welpen seit Samstag.
00:49:25: Heute ist Montag, ja, heute ist Montag, also seit 3 Tagen sozusagen.
00:49:32: Ich habe diesen wunderbaren kleinen Hund schon seit 3 Wochen begleiten dürfen,
00:49:38: durfte den immer wieder von der Züchterin schon ein paar Tage
00:49:40: und stundenweise so holen und den auch mit meiner fünfjährigen erwachsenen
00:49:45: Hündin zusammenbringen.
00:49:47: Und das ist so unglaublich toll, dass dieser Plan aufgeht, dass die heute
00:49:53: miteinander gespielt haben, dass meine Hündin ihn aber auch ein Stück weit
00:49:58: erzogen hat und gesagt hat, hey, pass auf, nimm dich ein bisschen zurück.
00:50:01: Gleichzeitig, dass dieser kleine Hund aber schon so an mir hängt und schon so
00:50:05: ein Stück von meinem Herzen hat.
00:50:07: Und das so sehen zu können, wie der sich entwickelt, wie Beziehung sozusagen
00:50:11: wächst, wie das Band sich flechtet zwischen uns allen Verschiedenen.
00:50:15: Das ist ein unglaubliches Geschenk, und das wieder neu zu erleben und wieder mit
00:50:21: einem anderen Blick, wie bei jedem anderen Tier, das ist so, so schön, und das
00:50:24: ist mir heute besonders präsent.
00:50:29: Ja, ich habe eigentlich zwei Momente.
00:50:32: Einmal, dass ich heute trotz— also ich habe meinen Fuß verletzt, ganz doofe
00:50:37: Geschichte, und Wir haben jetzt gerade auf dem Hof
00:50:41: tierische Zirkuswochen, also Ferienbetreuung mit
00:50:45: Kinder- und Jugendzirkus, und das auf unserem Hof, und haben
00:50:49: ein großes Zirkuszelt.
00:50:51: Und da heute einfach, einfach ein bisschen zu begleiten, gar
00:50:55: nicht so einen Auftrag zu haben, sondern einfach da zu sein, ein bisschen
00:50:59: zu unterstützen und mit anzuleiten.
00:51:02: Und das war richtig, richtig schön.
00:51:04: Und Und dieses Licht im Zirkuszelt ist einfach so schön.
00:51:09: Das ist so toll. Das ist so eine ganz wunderbare Stimmung.
00:51:13: Und das Zweite hat auch mit dem Thema Fuß.
00:51:17: Und zwar habe ich einen meiner Hunde, der ist sehr reizoffen und sehr anfällig für
00:51:23: alles Mögliche und hat viele Schwierigkeiten im Alltag.
00:51:27: Und ja, letzte Woche hatte ich Unterstützung
00:51:30: und ab heute bin ich wieder allein mit den Hunden.
00:51:34: Und ich hatte echt Sorge, spazieren zu gehen, und es war schön.
00:51:41: Ich habe es einfach, ja, habe einfach viele Ansprüche runtergeschraubt.
00:51:46: Wir sind langsam gelaufen, was unglaublich schwer für ihn war, und haben einfach
00:51:51: Hundebegegnung Hundebegegnung sein lassen, und das lief schön und für uns beide,
00:51:58: und das war ganz toll.
00:52:00: Weil ich mir einen großen Kopf gemacht habe vorher.
00:52:03: Was war denn euer schönstes Erlebnis heute?
00:52:07: Das ist ja mega lieb, dass wir mal zurückgefragt werden.
00:52:10: Das ist das erste Mal. Echt?
00:52:14: Dann hau mal raus jetzt.
00:52:17: Ja, tatsächlich, ich habe nichts so
00:52:19: Spektakuläres zu erzählen, wie ihr das jetzt habt, leider.
00:52:22: Ich habe den ganzen Tag auf der Arbeit verbracht, also auf der der
00:52:26: Psychologenarbeit in der Klinik.
00:52:29: Aber tatsächlich habe ich da auch ein schönes Erlebnis, auch wenn
00:52:31: es nur eine Kleinigkeit ist.
00:52:34: Ich habe da nämlich ein ganz nettes Gespräch geführt und es knüpft so ein
00:52:38: bisschen an das an, was du jetzt gerade zurückgefragt hast.
00:52:41: Das fing schon damit an, es war ein ganz normales Klientengespräch, aber es fing
00:52:44: schon damit an, dass ich gefragt wurde, wie es mir geht.
00:52:48: Und das passiert eben auch in dem Kontext recht selten, was kein Vorwurf ist.
00:52:53: Es ist ja auch vollkommen in Ordnung.
00:52:54: Es geht nicht um mich in dem Moment.
00:52:55: Ich erwarte das auch in keiner in irgendeiner Form.
00:52:58: Aber es hat mich tatsächlich einfach überrascht,
00:53:02: dass diese Frage kam, dass ich erstmal kurz total perplex war und so aus meinem
00:53:06: Rhythmus kurz rausgeholt wurde, weil ich ja eigentlich einen Plan hatte, wie
00:53:10: dieses Gespräch anfangen sollte.
00:53:11: Dann kam diese Frage, das hat mich total gefreut und dann ist
00:53:15: dieses ganze Gespräch auch einfach irgendwie sehr schön gelaufen und das ist
00:53:18: mir so ein bisschen im Gedächtnis geblieben.
00:53:21: Das war ein ganz nettes Gespräch, was mich irgendwie gefordert hat und was mal in
00:53:26: eine ganz andere Richtung ging als sonst.
00:53:28: Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.
00:53:30: Cool.
00:53:32: Ja, ich musste auch einen Moment überlegen, weil
00:53:35: mein Tag heute auch sehr lang und mit sehr viel Arbeit voll war.
00:53:39: Aber zum einen, dass ich heute Mittag, als ich dann von Arbeit 1 nach Hause kam,
00:53:44: einfach mir dann irgendwie mal 2 Stunden nehmen konnte, weil ich wusste, heute
00:53:48: Abend nehmen wir hier noch die Folge auf.
00:53:49: Das wird also eh spät genug.
00:53:51: Dann kann ich wenigstens mir heute Mittag frei meine Zeit einteilen, wie ich möchte
00:53:54: und die die Zeit nehmen und dann irgendwie was auch immer machen,
00:53:58: was nicht Arbeit ist.
00:54:01: Und tatsächlich das Gespräch jetzt hier heute Abend, dass wir das jetzt geschafft
00:54:04: haben, einen Termin zu finden, dass es geklappt hat mit 4 Leuten, ohne dass
00:54:08: man sich ständig ins Wort fällt.
00:54:09: Und ja, ich finde, ihr habt sehr viele wichtige Themen auch nochmal angesprochen.
00:54:14: Und ja, das war einfach ein schönes Gespräch mit euch.
00:54:19: Dito.
00:54:20: Ja, vielen Dank, dass wir da sein durften.
00:54:23: Ja, sehr gerne. Ich kann mich auch nur anschließen.
00:54:25: Das war sehr schön.
00:54:26: Aber wir wollen die letzte Frage natürlich jetzt nicht irgendwie
00:54:29: hier darüber vergessen.
00:54:32: Unabgesprochen mit Lea würde ich es jetzt einfach mal ein bisschen anders machen.
00:54:35: Ich weiß, was du vorhast. Ist okay.
00:54:38: Weil normalerweise lautet unsere Frage: Was wäre denn dein Wunsch,
00:54:41: euer Wunsch für die Pferdewelt?
00:54:43: Und ich glaube, jetzt in dem Fall wäre vielleicht eher die Frage: Was wäre
00:54:47: denn euer Wunsch für die Tierwelt.
00:54:50: Oha, Tierwelt ist natürlich noch mal größer als TGI.
00:54:55: Ja, vielleicht sagen wir Haustierwelt oder ich weiß nicht, dann fällt das
00:54:58: Pferd so ein bisschen flach.
00:54:59: Nein, nein, alle, alle, wenn schon, dann alle.
00:55:04: Weil die Haustiere, die Haustiere haben es gefühlt eh schon viel
00:55:06: besser als die Nutztiere.
00:55:08: Und die Frage ist ja bewusst groß gedacht.
00:55:13: Also auch im Pferdebereich ist die schon groß gedacht.
00:55:16: Und wir hatten hier schon ganz viele tolle Antworten.
00:55:18: Und ich bin mir sicher, wir bekommen auch von euch eine tolle Antwort, auch wenn es
00:55:21: noch ein bisschen herausfordernder ist.
00:55:23: Und jetzt habe ich euch auch noch die Zeit gegeben, noch ein bisschen nachzudenken,
00:55:26: während ich gequatscht habe.
00:55:28: Also von daher bin ich mir sicher, da kommt was Gutes von euch.
00:55:33: Ich würde mir wünschen für die Tierwelt, dass die Tiere gesehen und gehört werden.
00:55:42: Und das war es eigentlich schon, weil ich glaube, wenn sie wirklich gesehen und
00:55:46: wirklich gehört, und da kommt noch verstanden werden, dann würde so viel
00:55:52: ganz anders laufen, mit viel mehr Empathie, mit viel mehr Achtsamkeit,
00:55:58: mit viel mehr Wertschätzung.
00:55:59: Dann würden einfach auch ganz viele Probleme nicht mehr existieren, weil man
00:56:05: einfach nicht mehr wegsehen könnte oder wegfühlen oder Scheuklappen anziehen.
00:56:09: Ja, ja, und da kann ich eigentlich nur
00:56:12: anschließen, dass Also auch das, aber dass das dann noch so
00:56:18: umgesetzt wird, dass schon die kleinsten Kinder das lernen, Tiere zu verstehen,
00:56:25: das ist mir auch ein sehr großes Anliegen.
00:56:29: Perfekte letzte Worte eigentlich für diesen Podcast.
00:56:32: Also ich finde, ihr habt die Frage wunderbar beantwortet und ich
00:56:36: kann mich dem auch anschließen.
00:56:38: Ihr habt es jetzt gerade schon so ein bisschen— oder wir haben es
00:56:40: schon alle vorweggenommen.
00:56:41: Aber ich möchte das tatsächlich auch noch mal kurz nutzen, um Danke zu sagen, dass
00:56:45: ihr im Podcast bei uns dabei wart, dass ihr euch hier so geöffnet habt und dass
00:56:49: ihr vor allen Dingen ganz viel von eurer Liebe, eurem Enthusiasmus für die
00:56:53: tiergestützte Arbeit hier auch geteilt habt.
00:56:55: Ich glaube, auch ohne Video kann man gut nachfühlen schon,
00:57:00: wie sehr ihr dafür brennt, was ihr da für eine Leidenschaft mit für die Tiere,
00:57:04: aber auch für die Menschen da mitbringt.
00:57:06: Und das ist garantiert rübergekommen.
00:57:08: Von daher danke für eure Arbeit und danke, dass ihr dabei wart.
00:57:13: Ja, vielen Dank.
00:57:15: Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen.
00:57:18: Aber bevor wir ganz, ganz zum Ende kommen, wollt ihr vielleicht noch einmal kurz
00:57:22: sagen, wo man euch denn so findet?
00:57:24: Sowohl online, euch einzeln, ihr habt einen eigenen Podcast, aber auch räumlich.
00:57:29: Ich glaube nämlich, da haben wir die nächste Gemeinsamkeit bei euch drei.
00:57:31: Soweit ich weiß, kommt ihr nämlich alle drei aus Hessen.
00:57:35: Also nein, nicht ganz. Okay.
00:57:38: Fast.
00:57:38: Also ich bin Urhessin, ich komme ursprünglich aus
00:57:41: Hessen, wohne jetzt aber ein bisschen nördlich von Hessen.
00:57:44: Ich bin jetzt in Nordrhein-Westfalen im Dreiländereck zwischen
00:57:47: Paderborn und Kassel.
00:57:49: Und ja, da bin ich verortet.
00:57:53: Und man findet mich auf Instagram und auch auf meiner Homepage
00:57:58: über tierische-glückswege, entweder mit Bindestrich, aber immer mit UE,
00:58:02: manchmal mit dem Unterstrich. Ihr findet mich schon.
00:58:05: Und unseren Podcast, den stellt Marie am besten vor, weil die macht auch immer das
00:58:09: Intro und die kann das 5-mal besser als ich.
00:58:13: Naja, unser Podcast heißt Tiergestützt Beherzt und so sowohl auf allen
00:58:19: Podcast-Plattformen als auch auf Instagram mit einem Punkt dazwischen.
00:58:24: Genau, und mich, ich selber wohne in Kassel und arbeite auch in Kassel.
00:58:30: Ich arbeite mit meinem Hund unter Krippenhundpädagogik.
00:58:36: Da findet man auch meine Website drüber und der Hof, der Lernhof in Kassel,
00:58:41: den findet man auf Instagram unter Vereint Mensch Tier Natur oder halt
00:58:47: einfach bei Google unter Lernhof.
00:58:51: Genau, habe ich irgendwas vergessen?
00:58:54: Nee, ich glaube, das passt.
00:58:55: Aber liebe Lea, lieber Carina, weil wir ja auch die Folge gerne bei
00:58:59: uns veröffentlichen wollen.
00:59:01: Erzählt doch auch da Rückfrage noch mal, wo man euch findet, wenn man jetzt sagt,
00:59:05: boah, ey, Coaching mit Pferd mega cool, möchte ich auch total gerne noch mal
00:59:10: Rückfragen stellen, oder, ah, Lea, mit Kindern und Pferden, wie
00:59:13: kann ich das gut aufbauen?
00:59:15: Dann wäre es ja toll, wenn man auch da Kontakt herstellen kann.
00:59:18: Ja, sehr gerne.
00:59:19: Also Lea hat es gerade schon angerissen, ich komme aus Hessen, oder beziehungsweise
00:59:23: ich wohne jetzt in Hessen, und zwar zwischen Kassel und Fulda im Prinzip,
00:59:27: also von daher in der Nähe von Marie.
00:59:29: Da arbeite immer noch pferdegestützt.
00:59:33: Da findet ihr meine Arbeit unter carinawarnstaedt.
00:59:35: de.
00:59:36: Ansonsten mache ich hauptsächlich, wie gesagt, das Online-Coaching mittlerweile.
00:59:39: Das heißt, da bin ich auch dann für ganz Deutschland sozusagen verfügbar.
00:59:44: Da findet man mich unter mindequus.
00:59:46: de oder auch mindquuecos.
00:59:48: carinawarnstaedt wäre mein Instagram.
00:59:53: Ja, dann mache ich hier die Waage wieder und dann haben wir den
00:59:56: zweiten Punkt für NRW.
00:59:57: Ich wohne nämlich in Köln.
00:59:59: Mich findet ihr auf Instagram unter virtuelleassistenz_lea und auf
01:00:05: meiner Webseite, also va. leaschneider.
01:00:08: de, nicht mehr so viel jetzt direkt am Pferd,
01:00:13: sondern in der zweiten Reihe für alle, die selber mit Pferden arbeiten.
01:00:17: Aber da findet ihr alle Infos zu mir. Cool, danke.
01:00:21: Danke euch.
01:00:22: Danke fürs Zuhören bei dieser Folge von Psycholohü.
01:00:25: Wenn sie dir gefallen hat, hinterlass uns doch eine positive Bewertung und teile die
01:00:29: Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche und deine
01:00:32: Gedanken zum Thema.
01:00:33: Du findest Carina auf Instagram unter @mindequus_carinawarnstaedt.
01:00:38: Lea findest du unter @virtuelleassistenz_lea und den
01:00:41: Podcast unter Psycholohü Podcast.
01:00:44: Alle Links findest du auch in den Shownotes.
01:00:46: Folge dem Podcast auf der Plattform deiner Wahl und aktiviere die Benachrichtigung,
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